Canon EOS 6D Mark II: preiswertes Vollformat

Preis ca. 2100 Euro
29.06.2017

In fast allen Aspekten verbessert zeigt sich die EOS 6D Mark II. Sie ist die erste Vollformat-SLR mit dreh- und schenkbarem Touchscreen. Wir konnten uns bereits einen ersten Praxiseindruck verschaffen

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Canon EOS 6D Mark II

Der Monitor ist erstmals bei einer Vollformat-SLR von Canon dreh- und schwenkbar

Bild: Canon

Für eine Vollformat-SLR ist die EOS 6D Mark II leicht und kompakt – laut Canon ist sie zusammen mit der Vorgängerin EOS 6D die kleinste Vollformat-DSLR. Äußerlich hat sich nicht viel geändert, lediglich die Fernbedienungsbuchse ist wie schon bei der EOS 5D Mark IV von der Seite nach vorne gewandert. Die Bedienelemente sind an den gewohnten Stellen, das Moduswahlrad wie gehabt gegen ein versehentliches Verstellen arretiert.

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Canon EOS 6D Mark II

Die EOS 6D Mark II bringt 45 Kreuzsensoren mit

Bild: Canon

Neu auf der Rückseite ist der dreh- und schwenkbare 3,0-Zoll-Monitor (1,04 Mio. Pixel), der für eine Touchscreen-Bedienung ausgelegt ist. Neben dem Setzen des AF-Messfeldes lassen sich auch die Menüs per Touch bedienen und natürlich kann man durch die aufgenommenen Bilder blättern und per Spreizgeste zoomen. Der Sucher hat nun eine minimal bessere Bildfeldabdeckung von 98 statt 97 Prozent, die Vergrößerung bleibt bei 0,71fach. Insgesamt liegt die EOS 6D Mark II gut in der Hand und macht einen robusten Eindruck. Dichtungen gegen das Eindringen von Staub und Spritzwasser sind vorhanden.

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Canon EOS 6D Mark II

Die EOS 6D Mark II liegt gut in der Hand, das Moduswahlrad ist gegen ein versehentliches Verstellen arretiert

Bild: Canon

Neuer Bildsensor

Das Innenleben hat Canon dagegen fast komplett überarbeitet. Herzstück ist ein neuer Bildsensor mit einer Auflösung von 26,2 Megapixeln, der gegenüber der 6D einen größeren Dynamikumfang haben soll; Canon verspricht außerdem ein besseres Rauschverhalten ab ISO 12.800. Die reguläre Empfindlichkeit reicht bis ISO 40.000 und lässt sich nach unten auf 50 und nach oben bis auf 102.400 erweitern. Der Bildsensor ist wie bei den meisten aktuellen EOS-Kameras mit einem „Dual Pixel CMOS AF“ für die schnelle Fokussierung im Live-View und Videomodus ausgestattet. Zu diesem Zweck besteht jedes Pixel aus zwei Fotodioden, die getrennt ausgelesen werden können und so eine Phasen-Detektion ermöglichen.

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Canon EOS 6D Mark II

Den Batteriegriff BG-E21 gibt es als Zubehör

Bild: Canon

Den Sucher-Autofokus hat die 6D Mark II von der EOS 80D geerbt: Er hat 45 Kreuzsensoren und bei einer Lichtstärke von 1:8, sprich dem Einsatz eines Telekonverters, noch 27 Sensoren, davon 9 Kreuzsensoren; die Empfindlichkeit des mittleren Messfeldes reicht bis -3 EV. Wegen des größeren Sensors sind die AF-Messfelder mittiger angeordnet als bei der EOS 80D. Der Belichtungssensor stammt ebenfalls aus der EOS 80D, nutzt 7560 Pixel und kann sowohl das sichtbare als auch Infrarot-Licht verarbeiten. Der mechanische Verschluss schafft 1/4000 s beziehungsweise eine Blitzsynchronzeit von 1/180 s. Für ausreichend Rechenleistung hat Canon einen DIGIC-7-Bildprozessor integriert. Dieser bringt unter anderem die Serienbilder auf Trab: Die EOS 6D Mark II schafft 6,5 Bilder/s (150 JPEGs oder 21 Raws in Folge), im Live-View sind mit Servo-AF noch 4,5 Bilder/s möglich.

Video und Konnektivität

Videos nimmt die EOS 6D Mark II mit Full-HD-Auflösung und 60 Bildern/s auf. 4K gibt es immerhin im Zeitraffer-Videomodus. Aufgewertet hat Canon die Videoaufnahme unter anderem mit einem elektronischen Bildstabilisator, der auf fünf Achsen arbeitet, wobei das Bildfeld beschnitten wird – je nach Stärke der Stabilisierung um 10 oder 30 Prozent. Auch HDR-Videos sind nun möglich. Dabei werden zwei leicht unterschiedlich belichtete Frames zu einem verrechnet, wodurch die Frequenz von 60 auf 30 Bilder/s sinkt. Für die Tonaufzeichnung bringt die 6D Mark II einen Mikrofoneingang mit, ein Kopfhörerausgang oder eine saubere HDMI-Ausgabe fehlen aber.

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Canon EOS 6D Mark II

Auch ein Mikrofon- und ein Fernauslöseranschluss sind vorhanden

Bild: Canon

Wie alle neuen EOS-Modelle ist auch die 6D Mark II mit Wi-Fi und Bluetooth ausgestattet, wobei Bluetooth nicht zur Bildübertragung genutzt wird, sondern eine permanente Verbindung zwischen Smartgerät und Kamera aufrechterhält. Mit der zusätzlichen Fernbedienung BR-E1 lässt sich die Kamera außerdem bis zu einer Entfernung von fünf Metern per Bluetooth auslösen. Weitere Funktionen sind ein integriertes GPS-Modul, eine Flackererkennung (Auslösen bei Kunstlicht im hellsten Moment), Bracketing mit bis zu sieben Aufnahmen, ein modernisiertes Menü und erweiterte Objektivkorrekturen. Die Akkulaufzeit gibt Canon mit 1200 Aufnahmen (nach CIPA-Standard) an.

Preise

Die EOS 6D Mark II ist ab Ende Juli für voraussichtlich rund 2200 Euro erhältlich, im Kit mit dem EF 3,5-5,6/24-105 mm IS STM werden vermutlich ca. 2500 Euro fällig. Als Zubehör bietet Canon unter anderem den Batteriegriff BG-E21 an (ca. 200 Euro).

 

Sie können bis zu drei Kameras vergleichen, um eine andere auszuwählen, entfernen Sie eine aus dem Vergleich.
Andreas Jordan
Über den Autor
Andreas Jordan

Andreas Jordan ist Mediendesigner und arbeitet seit 1994 als Redakteur und Autor mit den Schwerpunkten Multimedia, Imaging und Fotografie für verschiedene Fach- und Special-Interest-Magazine (u. a. Screen Multimedia, Computerfoto, MACup). Seit 2003 ist er Redakteur beim fotoMAGAZIN und leitet dort seit 2007 das Ressort Test & Technik.