Canon bringt Spiegelreflexkameras EOS 800D und EOS 77D

Verfügbar ab April
15.02.2017

Die neuen Mittelklasse-SLRs EOS 800D und EOS 77D rüstet Canon mit einem 24-Megapixel-Sensor mit „Dual-Pixel CMOS AF“ auf, der auch im Live-View und bei der Videoaufzeichnung für eine schnelle Fokussierung sorgen soll. Ebenfalls neu: Das Kit-Objektiv 4-5,6/18-55 mm IS STM. Wir hatten alle Neuheiten bereits in der Hand

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Canon EOS 77D

Bei beiden neuen EOS-Modellen – hier die EOS 77D – lässt sich der Monitor ausklappen

Bild: Canon

Die beiden neuen Kameras folgen den Spuren der EOS 750D und EOS 760D, die zunächst als Schwestermodelle auf dem Markt bleiben. Während das Innenleben der beiden Neuen weitgehend identisch ist, zeigen sich bei der Handhabung Unterschiede. So hat die 50 Euro teurere EOS 77D (wie schon die EOS 760D) ein Statusdisplay auf der Oberseite, das die wichtigsten Einstellungen anzeigt, und ein Daumenrad zur schnelleren Bedienung auf der Rückseite. Weiterhin lässt sich das Moduswahlrad arretieren, ein Lock-Schalter verhindert ein versehentliches Verstellen von Belichtungseinstellungen, ein Augensensor schaltet das Display aus, wenn die Kamera ans Auge geführt wird, und statt einer lassen sich vier Tasten individuell belegen. Unterschiede machen sich außerdem bei den Menü-Einstellungen ab Werk bemerkbar. So kommt die EOS 800D mit einer einsteigerfreundlichen Oberfläche, die beispielhafte Symbole und Begriffe wie „hell“ und „dunkel“ statt Über- oder Unterbelichtung verwendet. Sie lässt sich aber auf das gewohnte Menü umstellen, dass bei der EOS 77D standardmäßig aktiviert ist.

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Canon EOS 77D

Die EOS 77D bringt ein Daumenrad auf der Rückseite mit

Bild: Canon

Neuer Autofokus

Während bei Canon bisher in dieser Klasse APS-C-Sensoren mit Hybrid-Autofokus im Live-View zum Einsatz kamen, haben die beiden neuen Modelle nun einen 24-Megapixel-Sensor mit dem besseren „Dual Pixel CMOS AF“ (DPAF), der in ähnlicher Form schon in der teureren EOS 80D und der spiegellosen EOS M5 und EOS M6 zum Einsatz kommt. Hierbei besteht jedes Pixel aus zwei Fotodioden, die sich zur Fokussierung im Live-View getrennt auslesen lassen und dann eine Phasen-Detektion über 80 Prozent des Bildfeldes ermöglichen.

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Canon EOS 800D

Die EOS 800D sieht von hinten etwas anders aus als die EOS 77D. Der Monitor lässt sich bei beiden Kameras so einklappen, dass er nicht verkratzt

Bild: Canon

Seine Leistungsfähigkeit hat der DPAF bereits im fotoMAGAZIN-Test (zuletzt der EOS M5) bestätigt: Vor allem bei Objektiven mit STM- und Nano-USM-Motoren arbeitet er schnell und leise. Bei den neuen Modellen will Canon ihn noch weiter beschleunigt haben und verspricht den „schnellsten Autofokus der Welt im Live-View-Modus“ – allerdings nur im Vergleich mit Kameras mit APS-C-Sensoren und sensorbasiertem Phasenerkennungs-Autofokus im Modus Einzel-AF. Im ersten Praxistest kam uns der AF mit dem neuen STM-Kitobjektiv tatsächlich sehr fix vor – im Labortest wird es sich aber mit den ebenfalls sehr schnellen Hybrid-AF-Systemen von Fuji und Sony messen müssen.

Neben dem Live-View-AF hat auch der Sucher-AF zugelegt, er weist nun die gleichen technischen Eckdaten auf wie in der EOS 80D. So stehen 45 Kreuzsensoren zur Verfügung; bei einer Lichtstärke von 1:8 (beispielsweise dem Einsatz mit Telekonverter) sind es noch 27 Sensoren, davon neun Kreuzsensoren; die Empfindlichkeit reicht bis -3 EV.

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Menü EOS 800D

Das Einsteigermenü nutzt Symbolbilder und einfache Begriffe, um die Auswirkungen der Einstellungen zu erläutern

Bild: Canon

Video mit Stabilisierung

Verbessert hat Canon auch den Videomodus: Full-HD-Filme lassen sich nun mit bis zu 60 statt 30 Bildern/s aufnehmen und auch HDR-Movies sind möglich. Bei der Videoaufnahme steht ein digitaler Bildstabilisator zur Verfügung, der Bewegungen auf fünf Achsen kompensiert – allerdings wird dann das Bildfeld reduziert (auf 90 Prozent bei „normaler“und 70 % bei „starker“ Effektivität). Die Leistungssteigerung beim Video dürfte dem neuen Bildprozessor DGIC 7 zu verdanken sein, der auch dem Serienbildmodus auf die Sprünge hilft. Statt 5 sind nun 6 Bilder/s möglich und zwar mit 25 statt 8 Raws in Folge.

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Canon EOS 77D

Doe EOS 77D unterscheidet sich von der EOS 800D auch durch ihr monochromes Statusdisplay auf der Oberseite

Bild: Canon

Wi-Fi brachten auch schon die EOS 750D und 760D mit, bei den beiden neuen EOS-Modellen kommt aber Bluetooth hinzu, das eine permanente Verbindung zur Kamera ermöglicht. Die Bildübertragung erfolgt weiterhin ausschließlich per Wi-Fi. Die Fernsteuerung ist dagegen mit der entsprechenden App auf dem Smartgerät sowohl per Wi-Fi als auch bei Bluetooth möglich – bei letzterem aber ohne Live-View. Als Zubehör bietet Canon auch die Bluetooth-Fernbedienung BR-E1 für 45 Euro an.

Der Monitor hat wie gehabt eine Diagonale von 3,0 Zoll, eine Auflösung von 1,04 Mio. Punkten, ist dreh- und schwenkbar und erlaubt eine Touch-Bedienung. Die Einsteiger-Gene werden beim Sucher deutlich: Die beiden Neuen haben wie die EOS 760D und EOS 750D einen relativ kleinen Pentaspiegelsucher mit 95 % Bildfeldabdeckung (Vergrößerung: 0,82x, 0,5x im Vergleich zum Kleinbild). Im Vergleich zur EOS 80D müssen sie außerdem auf Merkmale wie einen Spritzwasserschutz und AF-Feintuning verzichten und der Verschluss schafft nur 1/4000 s statt 1/8000 s.

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Canon EOS 800D

Mit dem neuen EF-S 4-5,6/18-55 mm IS STM ist die EOS 800D recht kompakt

Bild: Canon

Kitobjektiv und Preise

Neu ist auch das Kitobjektiv EF-S 4-5,6/18-55 mm IS STM (Einzelpreis ca. 250 Euro). Es ist im Weitwinkel etwas lichtschwächer als das bisherige 18-55 mm (1:4 statt 1:3,5) dafür aber kompakter (Länge: 61,8 mm statt 75,2 mm). Der optische Bildstabilisator soll wie bisher vier Blendenstufen kompensieren, die Irisblende setzt sich aus sieben Lamellen zusammen.

Die EOS 800D kostet rund 850 Euro. Canon bietet außerdem zwei Kits an: Mit EF-S 4-5,6/18-55 mm IS STM liegt der Preis bei rund 950 Euro, mit dem EF-S 3,5-5,6/18-200 mm IS werden ca. 1300 Euro fällig.

Gut angelegt sein dürften die 50 Euro Aufpreis für die EOS 77D (ca. 900 Euro). Auch hier gibt es ein 18-55 mm-Kit (ca. 1000 Euro), außerdem ein Kit mit dem EF-S 3,5-5,6/18-135 IS USM für ca. 1300 Euro.

Sie können bis zu drei Kameras vergleichen, um eine andere auszuwählen, entfernen Sie eine aus dem Vergleich.
Andreas Jordan
Über den Autor
Andreas Jordan

Andreas Jordan ist Mediendesigner und arbeitet seit 1994 als Redakteur und Autor mit den Schwerpunkten Multimedia, Imaging und Fotografie für verschiedene Fach- und Special-Interest-Magazine (u. a. Screen Multimedia, Computerfoto, MACup). Seit 2003 ist er Redakteur beim fotoMAGAZIN und leitet dort seit 2007 das Ressort Test & Technik.