Ausprobiert: Sony Alpha 99 II

42 Megapixel, 12 Bilder/s
25.09.2016

Mit seinem neuen Vollformat-Flaggschiff stellt Sony unter Beweis, welches Potenzial die SLT-Technologie hat. Trotz der extrem hohen Auflösung von 42 Megapixeln schießt die Alpha 99 II bis zu 12 Bilder/s. Wir haben es mit einem Vorserienmodell ausprobiert

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Sony Alpha 99 II

Sony Alpha 99 II im ersten Praxischeck

Bild: Anne Schellhase

Sonys neues SLT-Flaggschiff mit A-Bajonett steckt in einem speziell gegen Witterungseinflüsse abgedichteten Magnesiumgehäuse, das die Abmessungen der APS-C-Kamera Alpha 77 II hat und etwas kleiner ist als die Vorgängerin Alpha 99. Die Alpha 99 II hat den gleichen 42,4-Megapixel-Sensor (Exmor R BSI-CMOS mit rückseitiger Belichtung, ohne Tiefpassfilter) wie die spiegellose Alpha 7R II und unterstützt Empfindlichkeiten bis 25.600 bzw. ISO 102.400 (erweiterter Modus).

Die Kamera nutzt zwei Autofokussensoren: Der eigenständige Phasen-Detektionssensor hat 79 Messfelder (davon 15 Kreuzsensoren), der Bildsensor ist wie in der Alpha 7R II mit 399 Phasen-Detektions-Sensoren ausgestattet. Durch die Kombination der beiden Systeme entstehen 79 hybride Kreuzsensoren, die 47 Prozent des Bildfeldes abdecken, bis -4EV empfindlich sind (zentraler AF-Sensor), eine Augenerkennung unterstützen und für eine präzise und schnelle Motiverkennung und -verfolgung sorgen. So schafft die Alpha 99 II mit kontinuierlicher Schärfenachführung bis zu zwölf Bilder/Sekunde.

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Sony Alpha 99 II

Sony Alpha 99 II mit Batteriegriff VG-C77AM

Bild: Sony

In unserem ersten Praxistest eines Vorserienmodells gelang dies bereits sehr gut und schnelle Bewegungen waren mit nur geringen Verzögerungen im Sucher nachvollziehbar. Eine noch geringere Sucherverzögerung (echtes Live-View) ist wie in der Alpha 6300 mit 8 Bildern/s möglich. Kleiner Schwachpunkt: Das Speichern der Bilder dauerte im Test etwas zu lange, was vermutlich auch daran liegt, dass die Kamera nur UHS-I-SD-Karten unterstützt (zwei Speicherkartenslots vorhanden). Die Alpha 99 II hält die Serien für 60 JPEGs oder 54 Raw in Folge durch. Der Verschluss ist auf bis zu 300.000 Auslösungen ausgelegt (bei erstem elektronischen Verschluss).

Bildstabilisierung und 4K

Die Bildqualität wird mit Hilfe eines neuen LSI-Prozessor, der noch vor den BIONZ-X-Prozessor geschaltet ist, sowohl beim Raw als auch beim JPEG optimiert. Sony verspricht trotz des Lichtverlusts durch den Spiegel eine Bildqualität wie bei der Alpha 7R II.

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Sony Alpha 99 II

Der 3,0-Zoll-Monitor ist beweglich gelagert

Bild:Sony

Der beweglich gelagerte Bildsensor ermöglicht eine 5-Achsen-Bildstabilisierung, die viereinhalb Belichtungsstufen ausgleichen soll. Im 4K-Videomodus wird die volle Sensorgröße ausgenutzt, sodass es keinen Crop gibt. Für 4K-Videos wird sogar das 1,8fache an Daten ausgelesen als eigentlich benötigt würde. Auch Zeitlupen (120 B/s bei Full-HD) und Zeitraffereffekte sind möglich. Zu den weiteren Videofunktionen zählen S-Log3, S-Gamut3, Time Code und HDMI Clear Output (4:2:2).

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Sony Alpha 99 II

Auch ein Statusdisplay ist vorhanden

Bild: Sony

Der 7,5-cm-Monitor mit 1,228 Millionen Punkten ist schwenk- und klappbar, der elektronische OLED-Sucher stellt 2,4 Millionen Punkte dar und hat eine Vergrößerung von 0,78x. Wi-Fi und Bluetooth sind integriert. Die Alpha 99 II soll ca. 3600 Euro kosten und ab November lieferbar sein.

 

 

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Andreas Jordan
Über den Autor
Andreas Jordan

Andreas Jordan ist Sozialwissenschaftler und Mediendesigner und arbeitet seit 1994 als Redakteur und Autor mit den Schwerpunkten Multimedia, Imaging und Fotografie für verschiedene Fach- und Special-Interest-Magazine (u. a. Screen Multimedia, Computerfoto, MACup) und Tageszeitungen (Hamburger Abendblatt, Berliner Kurier). Seit 2003 ist er Redakteur beim fotoMAGAZIN und leitet dort seit 2007 das Ressort Test & Technik.