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© Koelnmesse, Montage: fotoMAGAZIN

Aus und vorbei: Abschied von der photokina

Branchenleitmesse wird nicht fortgesetzt
27.11.2020

Die Koelnmesse hat entschieden, die Durchführung der photokina am Standort Köln vorerst auszusetzen.

Schieben, aussetzen, streichen: So wurde die internationale Leitmesse für Foto, Video und Imaging nach langem Leiden eingemottet. Zur Erinnerung: Erst im März hatte die Koelnmesse die photokina 2020, die Ende Mai 2020 hätte stattfinden sollen, abgesagt. Schon 2019 war die Messe gecanceled worden, die eigentlich erstmals im jährlichen Turnus und nur acht Monate nach der photokina 2018 stattfinden sollte. Als nächster Termin wurde in diesem März der 18. bis 21. Mai 2022 angesetzt. Doch nun kommt der Schnitt.

Die Koelnmesse hat mitgeteilt, "die Durchführung der photokina am Standort Köln vorerst auszusetzen". Mit dieser Formulierung wäre auch ein anderer Standort als Köln möglich, doch dann wäre die Koelnmesse nicht mehr mit im Boot. So kommt es nach einem langen Hin und Her doch sehr plötzlich zu diesem Schnitt – nach 70 Jahren Branchentreff in Köln.

Hier die Mitteilung der Koelnmesse im Wortlaut:

"Die photokina wird bis auf Weiteres ausgesetzt

Rückgänge im Imagingmarkt zwingen zu hartem Schnitt nach 70 Jahren

Angesichts der weiter massiv rückläufigen Entwicklung in den Märkten für Imaging-Produkte hat die Koelnmesse entschieden, die Durchführung der photokina am Standort Köln vorerst auszusetzen. „Die Rahmenbedingungen der Branche bieten leider aktuell keine tragfähige Basis der internationalen Leitmesse für Foto, Video und Imaging“, sagt Gerald Böse, Vorsitzender der Geschäftsführung der Koelnmesse. „Dieser harte Schnitt nach einer 70-jährigen gemeinsamen Geschichte ist uns sehr schwergefallen. Die Entwicklung der Branche, mit der uns stets eine enge und vertrauensvolle Partnerschaft verbunden hat, schmerzt uns sehr. Aber wir stellen uns der Sachlage mit einer klaren, ehrlichen Entscheidung gegen die Fortsetzung der Veranstaltung, die leider für uns ohne Alternative ist.“
Schon vor der Corona-Pandemie war der Imagingmarkt mit jährlich zweistelligen Rückgängen stark in Bewegung. Die Dynamik hat sich 2020 massiv verstärkt und war zuletzt mit einem Minus im Bereich um die 50 Prozent verbunden. Dies hat sich zur photokina, die seit 1950 für Generationen in Köln die erste Adresse für die Imaging- Industrie war und die zu den besonders positiv und emotional besetzten Marken in der Messewelt zählt, in jüngerer Vergangenheit stark bemerkbar gemacht.
Seit 2014 hat die Koelnmesse gemeinsam mit dem Photoindustrie-Verband Konsequenzen aus der rückläufigen Entwicklung des Marktes gezogen und mit grundlegenden Konzeptanpassungen sowie hohen Investitionen in neue Aussteller- und Besuchersegmente reagiert. „Diese konzeptionellen Veränderungen haben ebenso wie eine Turnusänderung und ein Terminwechsel die Situation der Veranstaltung aber letztlich nicht grundlegend verbessert“, so Geschäftsführer Oliver Frese, Chief Operating Officer der Koelnmesse. „Es wird heute mehr fotografiert als je zuvor, doch auch die Integration der Smartphone-Foto- und -Videografie sowie der Bildkommunikation z.B. via Social Media konnten den Ausfall großer Teile des klassischen Markts nicht kompensieren. So ist die Gesamtlage mit dem Qualitätsanspruch der photokina als einer weltweit renommierten Marke, die für höchste Qualität und Professionalität im internationalen Imaging-Markt steht, nicht vereinbar.“
Die Koelnmesse hat ihre Entscheidung in enger Abstimmung mit dem Photoindustrie- Verband getroffen. PIV-Vorsitzender Kai Hillebrandt: „Unsere Partner in Köln haben alles getan, die photokina als globale Leitmesse zu erhalten. Die damit verbundenen Erwartungen der gesamten Imaging-Community hätte die Veranstaltung aber 2022 in der Tat nicht erfüllen können. Deshalb gehen wir seitens des Verbands diesen leider unabwendbaren Schritt mit. Wir bedanken uns beim Kölner Team für großartige gemeinsame 70 Jahre!“

Sie können bis zu drei Kameras vergleichen, um eine andere auszuwählen, entfernen Sie eine aus dem Vergleich.
Lars Theiß
Über den Autor
Lars Theiß

Unser Redakteur Lars Theiß kümmert sich vorwiegend um Tests und Praxisthemen rund um Kameras, Objektive und Zubehör. Seit 1995 arbeitet der besonders an naturfotografischen Themen interessierte Wahlhamburger beim fotoMAGAZIN. Zu seinen weiteren Aufgabenbereichen gehören die Objektivtests, Secondhand-Themen und die fotoMAGAZIN-Spezialausgabe Einkaufsberater.