Neue Systemkamera: Canon EOS M10

Ein Einstiegsmodell für ca. 500 Euro
13.10.2015

Zum Preis von ca. 500 Euro inklusive Objektiv bringt Canon Anfang November die kompakte EOS M10 auf den Markt. Technisch wurde sie gegenüber der großen Schwester EOS M3 deutlich abgespeckt. Wir konnten uns anhand eines Vorserienmodells einen ersten Eindruck verschaffen.

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Canon EOS M10

Die EOS M10 mit neuem Kitobjektiv. Die Kamera ist 108 mm breit, 67 mm hoch und 35 mm tief (ohne Objektiv)

Die EOS M10 kommt im sehr kompakten Kunststoffgehäuse wahlweise in Schwarz oder Weiß auf den Markt. Design und Größe lehnen sich eher an die erste EOS M als die große Schwester EOS M3 an. Auch das neue Kitobjektiv EF-M 3,6-6,3/15-45 mm IS STM (24-72 mm beim Kleinbild) ist kleiner als das 18-55-mm-Kitzoom der EOS M3. Die Kamerarückseite wird von einem hochauflösenden 3,0-Zoll-Monitor (1,04 Mio. Punkte) dominiert, der sich um 180 Grad nach oben in die Selfie-Position klappen lässt. Zur Bedienung kann auch der Touchscreen herangezogen werden – auf diese Weise lässt sich beispielsweise das AF-Messfeld verschieben. Wi-Fi mit NFC-Verbindungsaufbau hat Canon ebenfalls integriert. Hiermit kann der Fotograf die Kamera per App vom Smartgerät fernsteuern und Bilder drahtlos übertragen.

Deutliche Einsparungen gegenüber der EOS M3 zeigen sich beim APS-C-Sensor. Dieser hat nur 18 Megapixel und den Hybrid-AF II, der aus dem Live-View der EOS 100D bekannt ist (die EOS M3 hat 24 Megapixel und den schnelleren Hybrid-AF III). Der Empfindlichkeitsbereich reicht wie bei den anderen M-Modellen von ISO 100 bis 12.800. Einen Ausklappblitz hat Canon integriert, ein Blitzschuh fehlt aber ebenso wie die Möglichkeit, einen Aufstecksucher zu verwenden. Full-HD-Video nimmt die EOSM mit 30 Bildern/s auf, Serien schießt sie mit 4,6 Bildern/s, die kürzeste Verschlusszeit liegt bei 1/4000s.
Einsteigern soll der Kreativ-Assistent das Fotografieren erleichtern. Er erläutert manuelle Einstellungen in einer leicht verständlichen Sprache und zeigt die Auswirkungen direkt an.

Fazit

Wer darauf gehofft hatte, dass Canon im spiegellosen Bereich endlich durchstartet, dürfte enttäuscht sein. Gegenüber der EOS M3, die nach Straßenpreisen rund 100 Euro mehr kostet, stellt die Neue technologisch einen deutlichen Rückschritt dar. Ob Canon damit Marktanteile gewinnt, ist zweifelhaft – zumal das Objektivsortiment nach wie vor dürftig ausfällt.

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Andreas Jordan
Über den Autor
Andreas Jordan

Andreas Jordan ist Mediendesigner und arbeitet seit 1994 als Redakteur und Autor mit den Schwerpunkten Multimedia, Imaging und Fotografie für verschiedene Fach- und Special-Interest-Magazine (u. a. Screen Multimedia, Computerfoto, MACup). Seit 2003 ist er Redakteur beim fotoMAGAZIN und leitet dort seit 2007 das Ressort Test & Technik.