Hands-on beim HTC One: Revolution mit 4 Megapixeln

19.02.2013

Mit Qualität vor Quantität will HTC foto-affine Kunden seines neuen Smartphone-Flaggschiffs HTC One gewinnen. Die Zoe-Kamera mit UltraPixels soll unter anderem ein neues Foto- und Videoerlebnis vermitteln

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HTC One: Smartphone mit UltraPixel

Mit mehreren mutigen Schritten betritt der Hersteller HTC Smartphone-Neuland. Aus fotografischer Sicht ist beim heute vorgestellten Flaggschiff HTC One, das fotoMAGAZIN bereits in den Händen halten konnte, die Reduktion der Pixelzahl die größte Überraschung. Was Kamerahersteller wie Canon (G-Linie) oder Panasonic (FZ-Reihe) bereits riskiert haben, probiert nun auch HTC. Anstatt die Megapixelzahl nach oben zu treiben, setzt der taiwanesische Hersteller auf vier Megapixel, die auf einem verhältnismäßig großen 1/3-Zoll-BSI-Sensor verteilt sind. Der Vorteil liegt darin, dass die einzelnen Pixel mit 2,0 µm nun deutlich größer sein können als auf überfüllteren Sensoren. UltraPixel nennt HTC diese Variante und will damit gegen den Megapixel-Mythos antreten.
Die Vorteile der größeren Pixel liegen in einem höheren Dynamikumfang und besserer Bildqualität unter schlechten Lichtverhältnissen, insbesondere mehr Detailzeichnung und geringeres Bildrauschen. Laut HTC-Entwickler Symon Whitehorn soll die Auflösung des One für Prints der Größe 20x25 cm ausreichen.

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HTC One in Silber

Als Objektiv kommt ein lichtstarkes 2,0/28 mm zum Einsatz, das einen optischen Bildstabilisator besitzen soll. Bislang hat nur das Smartphone Nokia Lumia 920 solch einen Verwacklungsschutz. Ähnlich wie beispielsweise die Nikon-1-Modelle kann das HTC One bereits aufnehmen, bevor der Auslöser durchgedrückt wird. So soll die Wahrscheinlichkeit sinken, den entscheidenden Moment zu verpassen man wählt einfach das Foto, das man anscheinend verpasst hat, aus dem Zwischenspeicher mit 20 Fotos aus. Das integrierte Blitzgerät soll automatisch in fünf Stufen in Abhängigkeit von der Motiventfernung ausleuchten.
Die unter dem Begriff Zoe zusammengefassten Foto- und Videofunktionen beinhalten weiterhin einen Serienbildmodus, Zeitlupenvideos mit variabler Abspielgeschwindigkeit, HDR-Video und  Bildbearbeitung mit Objektentfernung und Gruppenfotoretusche.
Ein besonderes Highlight verspricht Zoe Movies zu werden: Hier werden automatisch ausgewählte Fotos und kurze Videoclips zu einem längeren 30-Sekunden-Video zusammenmontiert. Dabei stehen sechs Bildeffekte und diverse unterlegbare Musikstücke zur Verfügung.

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HTC One in Schwarz

Sowohl Haupt- als auch Frontkamera nehmen 1080p-Full-HD-Videos auf, die man sich auf dem 4,7-Zoll-Full-HD-Display (468ppi) ansehen kann. Im Android-Jelley-Bean-Phone arbeitet ein Qualcomm Snapdragon-600-Prozessor mit vier Kernen und 1,7 GHz-Taktung. Im ersten Eindruck sorgte diese Ausstattung für sehr flüssiges Reagieren des Smartphones. Das neue User Interface nennt HTC BlinkFeed, es wird zum Beispiel ausgewählte Neuigkeiten aus Medien und sozialen Netzwerken gleich auf dem Homescreen darstellen.
Als Speicher stehen (nicht erweiterbare) 32 GB zur Verfügung, im Arbeitsspeicher 2 GB. Das HTC One ist mit dem schnellen Funkstandard LTE ausgerüstet sowie NFC-fähig. Durch eine Infrarot-Schnittstelle kann das One auch die Fernbedienungen von TV, HiFi- und Videoanlage ersetzen.
Für eine erstaunliche Akustik sorgt BoomSound, worunter unter anderem die beiden frontalen Stereolautsprecher und eine Textanzeige beim Musikabspielen fallen. Diese stecken in einem sich sehr wertig anfühlenden Metallgehäuse, dessen Seiten sich von der dickeren Mitte (9,3 mm) her auf knapp 5 mm verjüngen.
Das in Schwarz und Silber verfügbare HTC One wird im März in den Handel kommen und ohne Vertrag 679 Euro (UVP) kosten.

Sie können bis zu drei Kameras vergleichen, um eine andere auszuwählen, entfernen Sie eine aus dem Vergleich.
Lars Theiß
Über den Autor
Lars Theiß

Unser Technikredakteur Lars Theiß kümmert sich vorwiegend um Tests und Praxisthemen rund um Kameras, Objektive und Zubehör. Seit 1995 arbeitet der besonders an naturfotografischen Themen interessierte Wahlhamburger beim fotoMAGAZIN. Zu seinen Aufgabenbereichen gehören die Objektivtests, Secondhand-Themen und die fotoMAGAZIN-Spezialausgabe Einkaufsberater.