EOS M: Canon stellt die Spiegellose vor

23.07.2012

Als letzter großer Kamerahersteller stellt Canon seine erste spiegellose Systemkamera vor: Die EOS M ist trotz des großen APS-C-Sensors sehr kompakt. Wir hatten die Kamera bereits in der Hand und konnten uns einen ersten Eindruck verschaffen.

Vier Jahre nach Panasonic und ein Jahr nach Nikon steigt im Jahr des 25jährigen EOS-Jubiläums Canon in den wachsenden Markt für kompakte Systemkameras ohne Spiegel ein. Das neue EOS-M-System soll dabei keine Konkurrenz für die eigenen Spiegelreflex-Kameras sein. So ist das Bedienkonzept eher auf Kompaktkamerafotografen ausgelegt, die sich auf die Automatik verlassen wollen: An Bord sind beispielsweise intelligente Automatiken mit selbstständiger Motivprogrammwahl, ein Tracking-Autofokus und eine Gesichtserkennung. Um technisch weniger versierte Fotografen nicht zu verunsichern, hat Canon die Anzahl der Knöpfe am Gehäuse gering gehalten. Per Programmschalter lässt sich lediglich zwischen intelligenter Automatik, normalem Programm- und Videomodus umschalten. Die Wahl zwischen den einzelnen Belichtungsprogrammen (klassisch: Programm, Halbautomatiken, manuell und Motivprogramme) findet über das Menü statt, wobei die Bedienung dank Kurzauswahl und Touchscreen recht gut gelingt. Der Touchscreen erlaubt auch das intuitive Verschieben des Autofokus-Messfeldes und das Auslösen.

 

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Canon hat die Anzahl der Knöpfe am Gehäuse der EOS M gering gehalten.

Mit Hybrid-Autofokus

Die inneren Werte der EOS M entsprechen weitgehend denen der EOS 650D: Herzstücke sind der neue DIGIC-5-Bildprozessor und der 18-Megapixel-CMOS-Sensor mit Hybrid-Autofokus. Wie bei der EOS 650D im Live-View wird dabei ein auf dem Bildsensor integrierten Phasen-Vergleich mit einem Kontrast-AF kombiniert, um beispielsweise im Videomodus die Schärfe kontinuierlich nachzuführen. So schnell wie der herkömmliche Spiegelreflex-Phasen-Autofokus ist der Hybrid-AF allerdings nicht. Im Serienmodus schießt die EOS M immerhin drei Bilder/s mit kontinuierlicher Fokussierung, ohne AF-Nachführung sind 4,3 Bilder/s möglich. Wer lieber manuell fokussiert, wird von einer elektronischen 10fach-Lupe unterstützt. Videos werden, wie von den aktuellen Canon-SLRs gewohnt, mit voller HD-Auflösung und H.264-Komprimierung aufgenommen. Ein internes Mikrofon zeichnet Stereoton auf, es lässt sich aber für eine störungsfreie Tonaufnahme auch ein externes Mikro anschließen.

 

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Der EF-EOS M mit Stativanschluss erlaubt das Anschließen aller EF-Objektive an die EOS M.

Sucherlos

Auf einen Sucher hat Canon komplett verzichtet es ist also auch kein Aufstecksucher als Zubehör erhältlich. Dafür macht der 3-Zoll-Monitor mit Clear-View-II-Technologie und 1,04 Millionen Punkten einen sehr guten Eindruck. Aus Gründen der Platzersparnis ist er allerdings nicht wie in der 650D dreh- und schwenkbar. Statt eines internen Blitzes liefert Canon einen Aufsteckblitz für den Standard-System-Blitzschuh der EOS M mit: Das Speedlite 90EX hat eine Leitzahl von neun und eignet sich zur drahtlosen Blitzsteuerung externer Speedlites.

Die EOS M hat weitere Ausstattungsmerkmale von der 650D geerbt. Dazu gehören Kreativfilter wie Körnigkeit-S/W, Spielzeugkamera oder Fischauge sowie Multishot-Funktionen, bei denen mehrere Bilder zu HDR-Fotos oder scharfen und rauscharmen Nachtaufnahmen ohne Stativ verrechnet werden. Weiterhin beherrscht die Neue ISO-Werte bis 12.800 beziehungsweise 25.600 per Sonderfunktion.

Die EOS M soll ab September für rund 800 Euro erhältlich sein. Das Kit mit dem EF-M 3,5-5,6/18-55 mm IS STM schlägt mit 850 Euro zu Buche. /aj

Weitere Informationen zur EOS M finden Sie hier: LINK

 

Zwei EF-M-Objektive und ein Adapter

Zum Start bietet Canon zwei Objektive für das neue EF-M-Bajonett an: das Standardzoom EF-M 3,5-5,6/18-55 mm IS STM und das kleine Pancake EF-M 2,0/22 mm STM. Beide sind für das kurze Auflagemaß (18 mm) der neuen Kamera ausgelegt. Canon bietet außerdem den Adapter EF-EOS-M mit Stativanschluss an, der das Auflagemaß der Spiegelreflexkameras (44 mm) wiederherstellt und mit dem sich EF/EF-S-Objektive nutzen lassen. Objektive mit Schrittmotoren, wie das mit der EOS 650D vorgestellte EF-S 3,5-5,6/18-135 mm IS STM und das EF 2,8/40 mm STM, sollten dabei besonders vom Hybrid-Autofokus profitieren.

 

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tamar.stern