Die Filmstars aus zwei Jahrzehnten

Traummaschinen
14.09.2009

In unserem 60. Jubiläumsjahr erinnerten wir an die Höhe- und Endpunkte der analogen Bildaufzeichnung der vorangegangenen zwei Jahrzehnte. Wir zeigen Ihnen die Kameralegenden, die zum Ausklang der analogen Fotografie die Fotografenträume beherrschten.

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1989: Canon EOS RT - Schnell und schwingungsfrei

33 analoge Meilensteine

 

1989: Canon EOS RT
Schnell und schwingungsfrei
Durch immer schnellere Bildfolgen sollte bei Sport- und Action-Aufnahmen vermieden werden, dass Fotografen den entscheidenden Moment verpassen. Mit der Canon EOS RT, einer Spezialkamera mit teildurchlässigem, feststehendem Spiegel, wurden aber nicht nur extrem schnelle Bildfolgen erreicht, sondern auch die Verwacklungsgefahr durch die vom Spiegelschlag ausgelöste Vibration ausgeschaltet.

1990: Contax RTS III
Alternative für Kenner

Mit der Contax RTS III versuchte die Firma Yashica, der traditionellen Carl-Zeiss-Marke Contax ihren alten Glanz zurückzugeben. Doch trotz ihrer präzisen Verarbeitung, der Vakuumpumpe der Filmandruckplatte, der einzigartigen Belichtungs- und Blitzsteuerung und trotz herausragender, hochlichtstarker Objektive blieb diese Profikamera mehr ein Werkzeug für Kenner, die eine Alternative zu den populären Kameramarken suchten.

1992: Minolta Dynax 9xi
Alle Neune

Die Dynax-xi-Reihe kennzeichnet bereits die dritte Generation der Minolta AF-Spiegelreflexkameras. Eine Neun in der Typenbezeichnung erhielten die jeweiligen Topmodelle der Serie. So war auch die Dynax 9xi auf professionelle Ansprüche ausgelegt und überraschte mit der damals kürzesten Verschlusszeit von 1/12.000 Sekunde und der kürzesten Blitzsynchronzeit (1/300 Sekunde).

1992: Canon EOS 5 
Schau mir in die Augen
Erstmals brachte Canon mit der EOS 5 eine AF-Kamera, deren Fokuspunkte sich mit den Augen steuern ließen. Außerdem zeichnete sie sich durch eine präzise Belichtungsmessung und schnelle Bildfolgen mit bis zu 5 Bildern pro Sekunde aus. Daher war das Modell auch bei Profifotografen sehr beliebt.

1992: Konica Hexar
Leisetreter

Diese extrem leise Autofokus-Sucherkamera mit hochauflösendem und lichtstarken 2,0/35-mm-Objektiv fand vor allem bei Reportern, die unauffällig und ohne Blitz fotografieren wollten, großen Anklang. Sie war für viele die Alternative zu den Leica-M-Modellen, die bis dato manuell fokussiert werden mussten.

1992: Nikonos RS
Autofokus auf Tauchstation

Bisher einzigartig ist die Nikonos RS, die erste Unterwasser-Spiegelreflexkamera mit Autofokus-Wechselobjektiven. Die Kamera erlaubt extreme Tauchtiefen bis zu 100 Metern ohne spezielles UW-Gehäuse. Mehrere Wechselobjektive vom Fisheye bis zum Weitwinkelzoom machten dieses Modell zur Traumkamera für Taucher.

1995: Canon EOS-1N RS
Weltrekord-Sprinter

Zu ihrer Markteinführung im Frühjahr 1995 war die Canon EOS-1N RS mit Bildfolgen von zehn Bildern pro Sekunde die schnellste Kamera der Welt. Die SLR basierte auf der EOS-1N und realisierte die schnellen Bildfolgen durch einen teildurchlässigen und feststehenden Spiegel.

1996: Contax G2
Der letzte Versuch

Die Kameras der Contax G-Linie waren der Versuch der Firma Kyocera, die Klasse der Messsucherkameras, die bis dahin nur noch von Leica mit der M-Serie bedient wurde, mit moderner Technik wiederzubeleben.  Die Contax G2 bot Autofokus-Wechselobjektive, einen Realbildsucher mit automatischem Parallaxenausgleich sowie motorischen Filmtransport.

1996: Contax AX
Schiebefokus

Die erste AF-Kamera für das Contax-RTS-System ging bei der automatischen Scharfstellung einen völlig neuen Weg. Statt der Scharfstellung durch die Bewegung von Linsengruppen im Objektiv wurde bei der AX die Filmebene verschoben. Dadurch konnten alle bisherigen MF-Objektive mit automatischer Scharfstellung genutzt werden. Der Nachteil: Das System war vergleichsweise langsam.

1996: Nikon F5
Neuartige Belichtungsmessung

Ausgestattet mit dem Multicam-1300-AF-Modul galt die Nikon F5 bei ihrer Vorstellung als die schnellste Autofokus-Profikamera der Welt. Sie verfügt über fünf frei wählbare AF-Messfelder und eine völlig neue Art der Belichtungsmessung. Die 3D-Color-Matrixmessung verwendet einen RGB-Sensor mit 1005 Pixeln, der die Verteilung der Farben Rot, Grün und Blau im Motiv misst.

1996: Minolta Vectis S-1
Gefalteter Sucher

Mit der Marke Vectis kennzeichnete Minolta seine Kameras für das Advanced Photo System (APS), das durch eine Magnetbeschichtung der Filme eine Brücke zur aufkommenden Digitalfotografie schlagen sollte. Kennzeichnend für die beste Vectis-SLR-Kamera, die Vectis S1, waren ein neuartiges Suchersystem, eine extrem kompakte Bauweise und kleine, leichte Wechselobjektive.

1997: Contax T ix
Klein, edel und teuer

Die Contax T ix war wohl die hochwertigste unter den APS-Kameras. Das Gehäuse aus Titanium, der Auslöser aus künstlichem Saphir und das Carl Zeiss T*-Objektiv Sonnar 2,8/28 mm machten diese winzige Kamera zu einem begehrten Luxusprodukt. Als einzige Edelkompakte für das Advanced Photo System war ihr Preis anfangs mit knapp 2000 Mark sogar teurer als jede APS-Spiegelreflexkamera.

1998: Fujifilm GA 645 Zi Prof.
Mit Barcode-Leser

Eine Autofokus-Mittelformatkamera, die über ein Barcode-Lesesystem automatisch die Filmempfindlichkeit von Rollfilmen erkennt, brachte Fujifilm 1998 als Nachfolgerin der bereits 1995 erhältlichen Fujifilm GA645 auf den Markt. Weitere Kennzeichen: fest eingebautes Zoomobjektiv mit 1,6fachem Brennweitenbereich, motorischer Filmtransport, beleuchtetes LCD für alle Funktionsdaten und automatischer Parallaxenausgleich.

1998: Pentax Espio 200
Kompakte mit Superzoom

Die immer beliebter werdenden Kompaktkameras erweitern ständig ihren Zoombereich. Einen Längenrekord stellte 1998 Pentax mit der Espio 200 auf, die ein Zoomobjektiv mit einen Brennweitenbereich von 48 bis 200 Millimeter in einem vergleichsweise kompakten Gehäuse vorweisen konnte.

1998: Contax 645
Planer Film durch Ansaugplatte

Die erste (und letzte) Spiegelreflex-Mittelformatkamera der Marke Contax glänzte mit einer Vakuum-Filmansaugplatte, die eine absolute Planlage der Rollfilme sicherstellte. Damit wurden durch Wölbungen oder Vibrationen der Filme verursachte Unschärfen ausgeschaltet. Die Kamera mit Wechselkassetten kann mit Digitalrückteilen bestückt werden.

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1998: Contax 645 – Planer Film durch Ansaugplatte

1998: Minolta Dynax 9Ti
Gehäuse aus Titanium

Die Minolta Dynax 9Ti war das letzte professionelle Kameramodell der Dynax-Reihe. Sie ist das identisch ausgestattete Schwestermodell zur Dynax 9 bis auf das aus Titanium gefertigte Gehäuse, das sie leichter und widerstandsfähiger macht. Besonderheiten waren der Griffsensor zur Aktivierung der Kameraelek­tronik und die Eyestart-Automatik.

1999: Canon Ixus II
Geschrumpfter Klassiker

Als die kleinste vollautomatische APS-Kamera mit Zweifachzoom präsentierte sich im Frühjahr 1999 die Canon Ixus II. Die Nachfolgerin der 1996 eingeführten Ixus, die als einzige APS-Kamera Kultstatus erreichte, besaß ein Metallgehäuse und ein 23-46-mm-Zoom mit zwei asphärischen Linsen.

1999: Konica Hexar RF
Leica-M-kompatibel

Motorischer Filmtransport für zügige Serienaufnahmen und ein schneller Verschluss mit 1/4000 s sowie das Leica-M-Bajonett machten die Konica Hexar RF zu einer modernen Alternative zur Leica-M-Serie. Weitere Features wie automatische Fokussierung können die Leica-M-Kameras bis heute nicht vorweisen.

1999: Contax TVS III
Kleine Klappe, viel dahinter

Als eine extrem kompakte Kleinbildsucherkamera mit versenkbarem hochlichtstarken 35-mm-Carl-Zeiss-Vario-Sonnar mit 30 bis 60 mm Brennweite galt sie lange Zeit als der Rolls Royce in ihrer Kameraklasse. Damals schon teuer, erzielt sie auch heute noch bei Liebhabern und Sammlern Höchstpreise.

1999: Mamiya 7II
Klein und doch groß

Die hohe Bildqualität einer Mittelformatkamera und die kreative Flexibilität und Mobilität einer Sucherkamera haben die Ingenieure in den 6x7-Sucherkameras von Mamiya zusammengeführt. Für das Nachfolgemodell der Mamiya 7 steht eine große Palette an Wechselobjektiven zur Verfügung.

2000: Canon EOS-1V
Die Letzte ihrer Art

Die Canon EOS-1V ist das letzte Modell in der Reihe der professionellen EOS-Kameras für filmbasierte Fotografie. Das V symbolisiert die fünfte Generation dieser erfolgreichen Linie. Neben der robusten Magnesium-Bauweise bietet die SLR eine extrem schnelle AF-Steuerung mit 45 Messfeldern und schnelle Bildfolgen mit 10 Aufnahmen pro Sekunde.

2000: Minolta Dynax 7
Mit Gedächtnis

Die Minolta Dynax 7 war die letzte analoge Spiegelreflexkamera der Dynax 7er-Reihe. Sie verfügt über eine Eyestart-Automatik zur Aktivierung der Kamera, sobald sie ans Auge geführt wird. Als Besonderheit kann sie sich bis zu elf Aufnahmedaten von insgesamt sieben Filmen merken und eine Identifikationsnummer in die Filmlasche belichten. 

2000: Bronica RF645
Kamera vom Objektivhersteller

Eine Messsucherkamera für das Format 4,5x6 cm mit drei Wechselobjektiven brachte Tamron bereits kurz nach der Übernahme des Kameraherstellers Bronica heraus. Die Besonderheiten der Bronica RF645 waren der im Objektiv integrierte Zentralverschluss sowie die automatische Blendensteuerung.

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2000: Bronica RF645 – Kamera vom Objektivhersteller

2001: Hasselblad 905SWC
Absolut bleifrei

Die erste Version des Superweitwinkelobjektivs Zeiss Biogon für das Mittelformat erschien in den 50ern, die Gläser enthielten noch Arsen und Blei. Erst 2001 brachte Zeiss mit dem T* 4,5/38 mm CFi den Nachfolger, für den Hasselblad mit der 905SWC die perfekte Kamera entwickelte.

2001: Ricoh GR21
Super weiter Blick

Als eine unauffällige Reportagekamera für schnelle Schnappschüsse aus nächster Nähe und raumgreifende Übersichten war die kompakte Ricoh GR21 bestens geeignet. Das schmale, elegante Magnesiumgehäuse der Sucherkamera war mit einem 3,5/21-mm-Superweitwinkelobjektiv mit sehr guter Abbildungsleistung ausgestattet.

2001: Pentax 645 NII
Dateneinbelichtung am Filmrand

Die Pentax 645 N war die erste Mittelformatkamera mit Autofokus. Sie verfügte zudem über die Möglichkeit der Dateneinbelichtung auf dem Filmrand. Das Nachfolgemodell, die 645 NII, zeigte weitere Verbesserungen bei der Dateneinbelichtung, Spiegelvorauslösung und Belichtungsreihen in Drittelstufen.

2001: Pentax MZ-S
Auslaufmodell

Die Pentax MZ-S war das Topmodell der MZ-Serie und gleichzeitig die letzte Pentax-Kleinbild-Spiegelreflexkamera für Film, die noch in Japan gefertigt wurde. Sie war Vorbild für die erste von Pentax vorgestellte, aber dann nicht verwirklichte D-SLR-Kamera. Charakteristisch sind die schräg aufgesetzten Bedienelemente der Oberseite.

2002: Rolleiflex 6008AF
Klassenbeste

Die Rolleiflex war zur Zeit ihrer Vorstellung auf der photokina 2002 die erste 6x6-Mittelformatkamera mit Autofokus und gleichzeitig der Höhepunkt der 1984 gestarteten 6000er-Kameraserie von Rollei. Sie galt mit ihren ausgeklügelten Elek­troniksteuerungen lange Zeit als die fortschrittlichste Kamera ihrer Klasse.

2002: Leica M7
Zeitautomatik erhöht Komfort

Erstmals hat Leica mit der M7 in einer M-Kamera eine Zeitautomatik integriert. Die Vorgängerserie der M6 war 18 Jahre auf dem Markt und hatte 1998 als letzte Innovation eine TTL-Belichtungsmessung erhalten. Die Leica M7 war außerdem in der à la Carte-Variante vom Käufer individuell konfigurierbar.

2002: Leica R9
Systemstopp im Frühjahr

Das Aus für die R9, die letzte Kleinbild-SLR von Leica, wurde im Frühjahr bekanntgegeben. Im Vergleich zur R8 sorgten eine neue Highspeed-Blitzsteuerung, eine verbesserte Aufhellblitzfunktion sowie das leichtere Titangehäuse für Freude im R-Lager. Die Brücke zur Digitalfotografie versuchte Leica mit einem passenden Digiback zu schlagen.

2003: Hasselblad XPan II
Dualformat auf Kleinbild

Die einzigen Kameras von Hasselblad für 35-mm-Kleinbildfilme waren die gemeinsam mit Fujifilm entwickelten XPan-Panoramakameras. Das letzte Modell, die XPan II, lieferte sowohl Fotos im Kleinbildformat 24x36 mm als auch im Panoramaformat 24x65 mm. Außerdem standen Wechselobjektive mit 30, 45 und 90 mm Brennweite zur Verfügung.

2004: Nikon F6
Filmstar der Profis

Die Nikon F6 ist das Topmodell der analogen F-Serie und die letzte Kamera für Kleinbildfilm, die Nikon noch heute im Programm hat. Mit dem als Zubehör erhältlichen Multifunktionshandgriff schafft sie bis zu 8 Bilder in der Sekunde.

2005: Hasselblad H2
Das Beste aus zwei Welten

Als integrierte Hybridkamera für Filmkassetten und Digitalrückteile im Mittelformat signalisierte die Hasselblad H2 im Profilager den Übergang der analogen zur digitalen Fotografie. Sie bietet das schnellste AF-System für das 4,5x6-cm-Format und eine große Auswahl an Hochleistungsobjektiven.

Heiner Henninges

Sie können bis zu drei Kameras vergleichen, um eine andere auszuwählen, entfernen Sie eine aus dem Vergleich.
Über den Autor
fotoMAGAZIN

1949 erschien die erste Ausgabe der ersten Fotozeitschrift im deutschsprachigen Raum. Seither begleiten wir die Fotogeschichte. Unsere Kamera- und Objektivtests unter Labor- und Praxisbedingungen helfen Einsteigern und Profis seit jeher bei der Kaufentscheidung. Mancher Fotograf wurde von uns entdeckt. Und seit Steven J. Sasson 1975 für Kodak die erste Digitalkamera entwickelte, haben wir die digitale Fotografie auf dem Schirm. Unsere Fotoexpertise ist Ihr Vorteil.

Artikel unter dieser Autorenzeile sind Gemeinschaftsprojekte der Redaktion.