Designstück: Pentax spiegellose Systemkamera K-01 mit APS-Sensor

02.02.2012

Pentax’ zweite spiegellose Systemkamera fällt auf. Anders als die Mini-Kamera Pentax Q bietet die K-01 jedoch einen Sensor in Spiegelreflexgröße und hat das gleiche Bajonett wie Pentax’ Spiegelreflexen. Wir hatten die Kamera bereits in der Hand.

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sticht aber sofort ins Auge.

© Pentax

Beim ersten Anblick erinnert die K-01 an einen Legostein. Offensichtlich anders und nicht die klassische Systemkamera. Entsprechend skeptisch fasse ich die Kamera an und bin positiv überrascht. Das Gehäuse ist aus Magnesiumlegierung und Aluminium, lediglich die Abdeckung beim Blitz ist in Kunststoff gefasst. Die Gummierung mit den senkrechten Rillen ist ungewohnt, gibt aber guten Halt. Die klare Formsprache der K-01 gefällt: Auf der Rückseite sind neben der kreisförmig angeordneten Vier-Wege-Navigation mit zentraler Quittierfunktion lediglich vier weitere Knöpfe platziert. Neben dem Zugriff auf das Hauptmenü und der Wiedergabetaste sind das die AF/AE-Lock-Taste zum Speichern der Fokus-/Belichtungswerte und eine Info-Taste. Diese ruft das Schnellzugriffsmenü auf. Hier erkennt der Fotograf auf einen Blick die Einstellungen und kann sie auch direkt ändern.

Die Oberseite ist aufgeräumt. Nebem dem Programmwahlrad, dem Auslöser samt Ring zum Einschalten der Kamera und einem Rändelrad sind hier die Belichtungskorrektur, die Taste zum Ausfahren des Blitzes und nur zwei weitere Knöpfe untergebracht. Der rote dient zum Starten der Videoaufnahme, der grüne ist eine frei belegbare Funktionstaste, wie man sie von Pentax-SLRs kennt. Einen TTL-Blitzschuh hat die K-01 ebenfalls. Einzig einen integrierten Sucher bietet die spiegellose Pentax nicht.

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Die Bedienelemente der neuen Pentax sind auf ein Minimum reduziert

© Pentax

K-Bajonett spiegellos

Wie die Spiegelreflexkameras von Pentax besitzt auch die K-01 das K-Bajonett. Vorteil: Die Spiegelreflex-Objektive passen an die neue Spiegellose. Dafür musste das Auflagemaß erhalten bleiben. Deswegen ist die K-01 trotz der Bauweise ohne Spiegel kaum kompakter als die K-r. Wegen des fehlenden Suchers ist sie flacher und durch den weniger stark ausgeprägten Handgriff insgesamt auch etwas weniger tief, aber nicht nennenswert kompakter.
Die K-01 hat einen Kontrastautofokus mit 81 wählbaren Fokusfeldern, der auch mit den Spiegelreflex-Objektiven funktioniert. Aus der Erfahrung der Live-View-Modi mit Kontrast-AF befürchtete ich einen schnarchlangsamen Autofokus, als ich die K-01 mit dem 3,5-5,6/18-55 mm WR Kit-Objektiv der K-5 kombinierte. Trotz des Vorserienstatus der K-01 trafen meine Befürchtungen nicht zu. Die Kamera scheint langsamer zu fokussieren als die aktuelle spiegellose Konkurrenz, ist aber deutlich schneller als der Kontrast-AF in den Live-View-Modi der Spiegelreflexen. Genaue Werte werden wir mit einem Serienmodell im Labor ermitteln. Wie alle Systemkameras verfügt die K-01 über eine Gesichtserkennung, die bereits bei der nicht finalen Kamera gut funktioniert hat.

 

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6/18-55 mm AL II

© fotoMAGAZIN

Innere Werte

Die K-01 hat einen 16-Megapixel-CMOS, der auf dem Sensor der K-5 basiert, aber für die Spiegellose optimiert sein soll. Er ist flexibel aufgehängt (opto-mechanische Kontrolle), sodass die Bildstabilisierung unabhängig vom angeschlossenen Objektiv arbeitet. Die Vergütung des Schutzglases vor dem Sensor ist staubabweisend, damit sich nichts festsetzt. Loser Staub wird per Sensorbewegung abgeschüttelt.
Der Prozessor ist neu entwickelt, um die Geschwindigkeitsbedürfnisse einer Spiegellosen (auch in puncto Full-HD-Video) zu erfüllen. Serienbilder soll die K-01 mit einer Frequenz von sechs Bildern pro Sekunde aufgezeichnen, was wir erst im Labor überprüfen werden. Der ISO-Bereich reicht von 100 bis 12.800 und kann in den Individual-Funktionen auf 25.600 erweitert werden.
Neben JPEG-Dateien zeichnet die K-01 im DNG-Format auf, welches von Adobe als offenes RAW-Format entwickelt wurde. Der Fotograf betrachtet seine Bilder auf dem drei Zoll großen Display der K-01, das 921.000 Bildpunkte auflöst.

XS-Objektiv

Zusammen mit der Kamera bringt Pentax ein neues Objektiv: Das smc Pentax-DA 2,8/40 mm XS ist 9,2 Millimeter flach und wie die K-01 vom Designer Marc Newson gestaltet. Die kleinbildäquivalente Brennweite des Objektivs beträt rund 60 Millimeter.

Die Pentax K-01 soll ab März in den Farben Schwarz, Schwarz-Gelb und Schwarz-Silber im Handel sein. Gemeinsam mit dem neuen Pancake-Objektiv kostet die Kamera rund 780 Euro. /tzs

Die vollständigen technischen Daten der Pentax K-01 können Sie hier herunterladen: LINK

 

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tamar.stern