Käfer fotografieren: 7 Tipps für gelungene Makroaufnahmen

Kleine Käfer ganz groß
11.01.2018

Olivia Michalski hat sich der Naturfotografie verschrieben und hegt eine besondere Leidenschaft für die kleine Welt der Marienkäfer. Sie verrät, was es zu beachten gibt, wenn Sie Käfer fotografieren wollen.

 

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Käfer fotografieren Olivia Michalski 01

Eine kurze Verschlusszeit sorgt in Kombination mit der VC-Bildstabilisierung für eine optimale Tiefenschärfe.

Objektiv: Tamron SP 2,8/90 mm Di VC USD
Verschlusszeit: 1/1500 sek.
Blende: f74.5
ISO: 800

© Olivia Michalski

Sie sind klein, rot und haben schwarze Punkte: Marienkäfer gelten als Glücksboten und sind aus der hellen Jahreszeit gar nicht mehr wegzudenken. Sie zu fotografieren bringt jedoch einige Tücken mit sich. Denn abgesehen vom passenden Equipment braucht der Fotograf auch Zeit, Geduld und vor allem ein ruhiges Händchen. Und ein wenig Know-how in Sachen Makrofotografie kann außerdem nicht schaden. Für Olivia Michalski ist das alles kein Problem, denn die kleinen Krabbler sind ihr liebstes Motiv. Hier verrät Sie ein paar Tricks und gibt Tipps für gelungene Makroaufnahmen der kleinen Käfer.

1. Wann und wo finde ich Marienkäfer?

Dass Marienkäfer auf Anhieb gar nicht so leicht zu finden sind, stellt schnell fest, wer nach Ihnen sucht. Die Hauptsaison geht von März bis Oktober. Olivia empfiehlt, sich in der Nähe von solchen Pflanzen auf die Suche zu begeben, die besonders anfällig für Blattläuse sind. Marienkäfer ernähren sich von Blattläusen und tummeln sich gerne in der Nähe ihrer Beute. Hierzu gehören neben Rosen übrigens auch Brombeeren und Tomaten.

2. Finderlohn: Zu welcher Tageszeit finde ich Marienkäfer?

Der frühe Vogel fängt vielleicht den Wurm – doch leider keine Marienkäfer, denn diese sind eher in den warmen Stunden nach Mittag zu finden. Glück für Sie: So vermeiden Sie zu harte Schatten der Mittagssonne und fangen wenig später dann auch direkt die goldene Stunde mit ein!

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Käfer fotografieren Olivia Michalski 03

Nachträglich bearbeitete Farben verleihen diesem Bild einen interessanten Look.

Objektiv: Tamron SP 2,8/90 mm Di VC USD
Verschlusszeit: 1/1400 sek.
Blende: f/3.5
ISO: 500

© Olivia Michalski

3. Wie verleihe ich meinen Makros besonders viel Tiefe?

Damit Ihre Bilder nicht wie banale Schnappschüsse daher kommen empfiehlt Olivia, sich auf Augenhöhe mit den winzigen Krabblern zu begeben. Diese Perspektive verleiht Ihren Bildern eine extra Portion Tiefe und gibt dem Betrachter außerdem das Gefühl, sich unmittelbar in der Situation zu befinden, statt nur Beobachter zu sein.

4. Bitte nicht anfassen!

Für ein gutes und verwacklungsfreies Foto benötigen Sie ein Model, das sich möglichst wenig bewegt. Deswegen sollten Sie die Tiere auf keinen Fall anfassen. Schlüpfen Sie bei der Aufnahme also in die Rolle des stillen Beobachters und bleiben möglichst ruhig. Das wiegt Ihr kleines Model in Sicherheit, denn jede Bewegung Ihrerseits könnte das Tier aufschrecken.

5. Gegen Verwacklungsunschärfe: Arbeiten Sie mit kurzen Verschlusszeiten

Für knackig scharfe Ergebnisse sind eine kurze Verschlusszeit und ein gescheiter Bildstabilisator das A und O. Bei Aufnahmen aus der Hand sollte die Verschlusszeit mindestens so kurz sein, wie der Kehrwert der Brennweite. Sie verstehen nur Bahnhof? Ein Beispiel: Das Tamron SP 2,8/90 mm Di VC USD hat eine Brennweite von 90 mm. Die Verschlusszeit sollte also bei mindestens 1/90 Sekunde liegen.

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Käfer fotografieren Olivia Michalski 02

Objektiv: Tamron SP 2,8/90 mm Di VC USD
Verschlusszeit: 1/1500 sek.
Blende: f/3.5
ISO: 800

© Olivia Michalski

6. In Position gebracht: Achten Sie auf die Naheinstellgrenze

Das SP 2,8/90 mm Di VC USD hat eine Naheinstellgrenze von 30 cm bei einem Darstellungsmaßstab von 1:1. Achten Sie also darauf, diese 30 cm nicht zu unterschreiten, das führt zu Unschärfen. Als hilfreich könnte sich ein Stativ erweisen. Wichtig ist auch, sich so zum Motiv zu positionieren, dass genug Licht auf selbiges fällt, ohne dass fiese Schatten entstehen.

7. Verträumte Ansichten: der Bokeh-Effekt

Sie lieben verträumte Bokeh-Effekte? Dann arbeiten Sie mit einer möglichst geöffneten Blende! Zum Dank erhalten Sie so zauberhafte Bilder, wie die von Olivia Michalski. Mehr Bilder von ihr finden Sie übrigens hier: www.facebook.com/oliviamichalskiphotography

Sie können bis zu drei Kameras vergleichen, um eine andere auszuwählen, entfernen Sie eine aus dem Vergleich.
Über den Autor
Anne Schellhase

Das jüngste Mitglied der fotoMAGAZIN Redaktion ist Anne Schellhase. Die studierte Sozialpädagogin fotografiert leidenschaftlich, vor allem analog, gerne als Lomographin - was in der Redaktion immer wieder zu interessanten Debatten führt. Anne kümmert sich um unseren Online-Auftritt und ist meist die Erste, die antwortet, wenn Sie auf dieser Seite kommentieren oder uns über Social-Media-Kanäle kontaktieren.