Adobe Stock #VisualTrends 2018: Geschichte und Erinnerung

26.10.2018

Von der Renaissance bis in die Moderne und wieder zurück: Adobe Stocks aktueller Visual Trend widmet sich dem Thema „Geschichte und Erinnerung“. Es geht um die Digitalisierung klassischer Kunst in Verbindung mit modernsten Techniken.

 

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Wie ein Stillleben aus einer anderen Zeit wirkt dieses Bild von AndrewLili.

© ID: 123469086 | Adobe Stock

Für die #VisualTrends beschäftigt sich Adobe Stock mit Themen, die uns besonders bewegen. Was formt unsere Gesellschaft und welche kreativen Verarbeitungsprozesse finden wir, um das aktuelle Weltgeschehen zu verarbeiten? Kreative aus den Bereichen Kunst, Lifestyle, Mode und Technik zeigen dieses Jahr bereits zum fünften Mal, wie das geht. Kommen wir also zu Adobe Stocks Numero fünf von insgesamt sechs #VisualTrends in 2018: Geschichte und Erinnerung.

Geschichte und Erinnerung: wie sich das Festhalten verändert hat

Wir ziehen Unmengen an Inspiration aus der Vergangenheit. Bestes Beispiel hierfür ist die klassische Kunst: In Zeiten, zu denen Künstler noch gar nicht von Digitalkameras zu träumen wagten, hielten sie ihre Erinnerungen und die Schönheit des Moments auf Leinwänden fest. So können wir das letzte Abendmahl heute in Mailand bewundern, Vermeers Milchmagd in Amsterdam besuchen und im Louvre feststellen, wie klein das Gemälde der Mona Lisa eigentlich ist. Ganz nebenbei halten wir selbst Unmengen ungefilterter Momentaufnahmen fest – weil wir es können. Doch müssen wir heute längst nicht mehr die Welt bereisen, um Zugang zu Kunst und Kunstgeschichte zu erhalten, der Digitalisierung sei Dank. Denn glücklicherweise leben wir in einer Zeit, in der uns das Internet einen unmittelbaren Zugang zu den Werken kunstgeschichtlicher Großmeister gewährt.

„Wir wollten, dass die Leute die Arbeit genauer betrachten und sehen, was die alten Meister machten.”
Linda Volkers, Marketingleiterin Rijksmuseum

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Ein Stillleben, wie es im Museum hängt. Oder doch nicht? Dieses Bild von Xavier Harcq wirkt jedenfalls fast wie ein Gemälde.

© ID: 197200610 | Adobe Stock

Über den Zugang zur Kunst und die Verbindung mit der Moderne

Das Rijksmuseum in Amsterdam ist ein Pionier in der Digitalisierung klassischer Kunst: Das digitale Archiv enthält Hunderttausende Gemälde und Objekte aus dem 17. und 18. Jahrhundert, darunter Juwelen des niederländischen Goldenen Zeitalters wie Rembrandts „Nachtwache“. Das Museum stellt seit etwa sechs Jahren hochauflösende Bilder kostenlos zum Download zur Verfügung. Seit der Gründung des Online-Archivs vor sechs Jahren wurde diese Möglichkeit über fünf Millionen Mal genutzt. Auf diese Weise kommen auch Menschen in den Genuss der Werke, die nicht die Möglichkeit haben, die Galerie persönlich zu besuchen.

 

Doch die Galerie hat sich noch mehr dabei gedacht und lädt ganz bewusst dazu ein, diese Downloads zu verwenden und Remixe zu erstellen: So können Nutzer auf klassische Artefakte zugreifen, diese in die Gegenwart holen und mit modernen Techniken kombinieren. Dabei geht es dem Team auch darum, alte Meisterwerke nicht in Vergessenheit geraten zu lassen und den nachfolgenden Generationen näherzubringen. Aus der Idee heraus, Alt mit Neu zu kombinieren, entstand auch der Rijksstudio Award, für den sich jeder bewerben kann, der einen Remix basierend auf der digitalen Museumssammlung erstellt hat. Mittlerweile haben sich weitere Galerien dem Trend angeschlossen, kostenlose Kollektionsbilder für kreative Arbeiten zur Verfügung zu stellen.

„Das Alte mit dem Neuen zu vermischen ist spannend, aber natürlich nicht neu. Auch Rembrandt ließ sich von anderen wie Caravaggio inspirieren”, erklärt Linda. „Aber jetzt (…) ist es einfacher und sichtbarer. Du kannst deine Kreationen sofort mit anderen teilen.”

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Dieses Bild stammt von AndrewLili. Ein an die Renaissance angelehntes Bodypainting unterstützt den malerischen Bildlook.

© ID: 123468643 | Adobe Stock

Ein sehr gelungenes Beispiel für die Verknüpfung von Malerei und modernster Technik ist „Loving Vincent“: Der Film trägt die künstlerische Handschrift van Goghs und greift die Umstände seines Todes auf. Um eine visuelle Filmsprache zu schaffen, die den farbenfrohen Werken des Künstlers entspricht, haben die Filmemacher das abgedrehte Live-Action-Filmmaterial übermalt. Ein weiteres Projekt, das digitale Technologie mit Alten Meistern verbindet, ist „The Next Rembrandt“: Hierfür wurden in eine von Kreativen entwickelte Datenbank die Werke Rembrandts eingespeist, die somit in der Lage ist, die Merkmale und Proportionen seiner Arbeiten auszulesen. Im nächsten Schritt kommt eine künstliche Intelligenz zum Einsatz, die ein neues Werk im Stile des Künstlers erstellt. Der anschließende 3D-Druck vollendet die Gemälde – bis auf den Pinselstrich genau.

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Ästhetisch, klassisch, zeitlos. Die Bildsprache von Milou Dirks ist etwas geheimnisvoll und erinnert an holländische Malereien der klassischen Kunst.

© ID: 209279483 | Adobe Stock

Stockmedien: bitte schön klassisch!

Es gibt einige tolle Künstler mit malerischer Bildsprache. Hier wirken Bildstimmung, Farbwahl und Komposition wie Gemälde klassischer Kunst. Zwei von ihnen sind Milou Dirks und Thibault Delhom: Während Dirks‘ zeitlose Kinderportraits an holländische Portraitmalereien erinnern, überzeugen die Fotografien des Franzosen Delhom mit griechisch-römischen Draperien und erzeugen eine Anmutung von Skulpturen aus eben jener Zeit.

Zu jedem Visual Trend fordert Adobe Stock einen Künstler dazu auf, ein Artwork zum Thema zu erstellen, dieses Mal den Digital Artist Uli Staiger. Dessen ursprünglicher Plan war es, Tierarzt zu werden, doch da die Noten nicht stimmten, wollte er die Zeit der Wartesemester mit etwas Sinnvollem verbringen und entschied sich für die Ausbildung zum Fotografen. Schnell merkte er, dass die Fotografie mehr für ihn bedeutete, als lediglich ein Lückenfüller zu sein. Also zog es ihn nach der Lehre für anderthalb Jahre nach New York, wo er nur übergangsweise als Tankwart seine Brötchen hinzuverdienen musste, denn von seinen Honoraren als freier Fotoassistent konnte er bald leben. Kurze Zeit darauf nahm Staiger einen festen Job als Assistent von Neil Molinaro an, der ihn prägte wie kein anderer und seine Liebe für Composings entfachte. Zurück in Deutschland machte Staiger seinen Meister und arbeitet heute als freier Fotograf und Digital Artist.

 

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Das Ausgangsbild für Uli Staigers #VisualTrendsRemix. Das Styling des Models und die Requisiten erinnern an eine längst vergangene Zeit.

© ID: 146243979 | Adobe Stock

Die Inspiration und Ideen für immer neue Composings kommen Staiger in ganz alltäglichen Situationen, welche er mit seiner Fantasie verknüpft. So entstehen aus leeren, weißen Räumen etwa ganz und gar mit Zuckerwürfeln gefüllte Landschaften. Das Bild für sein #VisualTrendRemix Artwork wählte er ganz bewusst, denn: „Sie sieht aus, als hinge sie Erinnerungen nach. Sie beschäftigt sich mit vergangenen Zeiten. Und darum geht es bei ‚Geschichte und Erinnerung‘ doch. Außerdem sieht das Bild selbst schon so aus, als sei es eine nachträglich handkolorierte Schwarz-Weiß-Aufnahme. Das gefällt mir.“

Wie man einen eigenen Stil entwickelt? „Über Jahre oder sogar Jahrzehnte“, erzählt Staiger. Wichtig sei, es wirklich zu wollen, sich täglich damit zu befassen und nur für sich zu arbeiten, statt für die Aufmerksamkeit in sozialen Medien.

What´s next? So geht es mit den #VisualTrends weiter

Wir sind auf den nächsten Teil der Adobe Stock #VisualTrends gespannt. Denn im letzten Teil für 2018 dreht sich alles um „Berührung und Haptik“. Warum dieses Thema so wichtig ist? Weil wir in Zeiten von Facebook, Instagram & Co. viel zu viel vor dem Bildschirm sitzen, statt uns mit realen, haptischen Erlebnissen zu befassen. Im nächsten Teil lädt Adobe Stock dazu ein, uns miteinander zu verbinden – und Künstler werden verraten, wie sie intime Momente, Texturen und weitere Reize visuell festhalten.

Sie können bis zu drei Kameras vergleichen, um eine andere auszuwählen, entfernen Sie eine aus dem Vergleich.
Über den Autor
Anne Schellhase

Das jüngste Mitglied der fotoMAGAZIN Redaktion ist Anne Schellhase. Die studierte Sozialpädagogin fotografiert leidenschaftlich, vor allem analog, gerne als Lomographin - was in der Redaktion immer wieder zu interessanten Debatten führt. Anne kümmert sich um unseren Online-Auftritt und ist meist die Erste, die antwortet, wenn Sie auf dieser Seite kommentieren oder uns über Social-Media-Kanäle kontaktieren.