25 Fragen und Antworten zu Testverfahren und Kamerakauf

16.02.2011

Immer wieder erreichen uns ähnliche Fragen zu den Kameratests im fotoMAGAZIN und den wichtigsten Kriterien für den Kamerakauf. Passend zum großen Test des Jahres in fotoMAGAZIN 7/2010 haben wir beispielhaft 25 Fragen beantwortet

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mit dem beispielsweise das Rauschen gemessen wird

1. Wie testen Sie die Bildqualität von Digitalkameras?

Die Bildqualität ermittelt unser Testlabor mit dem Verfahren DCTau 5.0 im JPEG-Modus. Dabei werden folgende Qualitätsmerkmale erfasst:
Die Auflösung (Nettodateigröße) messen wir mit Hilfe einer Testtafel mit neun Siemenssternen (siehe Abbildung). Je nach Kamera wird die Auflösung in mehreren Blenden- und ISO-Stufen gemessen, bei Kompaktkameras mit Zooms in drei Brennweiten.
Das Rauschen erfassen wir in allen verfügbaren ISO-Stufen.
Die Eingangsdynamik (die Fähigkeit, helle und dunkle Bildbereiche zu differenzieren) messen wir ebenfalls in allen ISO-Stufen.
Die Ausgangsdynamik (Umsetzung der Tonwerte im Bild) wird ebenfalls in allen ISO-Stufen gemessen.
Vor allem bei feinen Strukturen können bei Digitalkameras Artefakte auftreten, die in Anlehnung an Schulnoten in die Bildqualitätswertung einfließen.
Ebenfalls mit einer Schulnote bewerten wir die Scharfzeichnung; sie sollte keine künstlichen Strukturen hervorrufen.
Die JPEG-Komprimierung sollte visuell verlustfrei sein.
Die Vignettierung (Randabdunklung) messen wir sowohl bei Kompakt- als auch bei Systemkameras.
Um die Nachteile der elektronischen Vignettierungskorrektur zu erfassen, messen wir den Anstieg des Rauschens zu den Bildecken.
Die Verzeichnung wird nur bei Kompaktkameras gewertet.
Bei der visuellen Bildqualitätsbewertung werden vor allem Rauschunterdrückung, Belichtung, Farben und Weißabgleich bewertet. Im Labortest nicht erfasste Bildstörungen führen hier zu Abwertungen. 

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Bei kleineren Sensoren fällt das Licht tendenziell gerader auf den Sensor als beim Vollformat

2. Warum bewerten Sie bei Kameras mit Wechselobjektiven auch die Vignettierung, die doch durch das Objektiv verursacht wird?


Neben dem Objektiv hat auch die Kamera einen Einfluss auf die Vignettierung (Randabdunklung). So vignettieren Vollformat-Kameras häufig stärker als APS-C- oder FourThirds-Kameras, da das Licht am Bildrand schräger auf den Sensor trifft. Umgekehrt gleichen immer mehr Kameras die Vignettierung mehr oder weniger stark elektronisch aus.

3. Warum testen Sie die Bildqualität von Systemkameras mit Festbrennweiten und nicht mit den Kitobjektiven?

Ziel des Tests ist es, die Leistungsfähigkeit der Kamera zu bestimmen. Die Verwendung eines Kitobjektivs würde das Potenzial der Kamera einschränken und es wäre nicht ersichtlich, welche Bildqualität sie mit einem besseren Objektiv erreicht. Deshalb verwenden wir für den Labortest die besten Festbrennweiten der jeweiligen Hersteller.

4. Was genau ist die Nettodateigröße?

Die Nettodateigröße beschreibt, wie viele auflösungsrelevante Informationen eine Bilddatei enthält. Der Bezugspunkt ist die Bruttodatei-größe, die sich aus der Pixelzahl des Sensors und der Farbtiefe von JPEG-Dateien (24 Bit) berechnet. So hat beispielsweise eine 12-Megapixel-Datei eine Bruttodateigröße von ca. 36 Megabyte (MB), definiert durch die Anzahl der Pixel mal 3 Byte je Bildpunkt (3 Byte sind 24 Bit). Je besser die Kamera-Objektiv-Kombination auflöst, desto näher liegt die Netto- an der Bruttodateigröße. Das Verhältnis von Brutto- zu Nettodateigröße wird auch als Wirkungsgrad bezeichnet.

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Sie können bis zu drei Kameras vergleichen, um eine andere auszuwählen, entfernen Sie eine aus dem Vergleich.
Andreas Jordan
Über den Autor
Andreas Jordan

Andreas Jordan ist Mediendesigner und arbeitet seit 1994 als Redakteur und Autor mit den Schwerpunkten Multimedia, Imaging und Fotografie für verschiedene Fach- und Special-Interest-Magazine (u. a. Screen Multimedia, Computerfoto, MACup). Seit 2003 ist er Redakteur beim fotoMAGAZIN und leitet dort seit 2007 das Ressort Test & Technik.