Blaue Stunde als Nachtfoto

Blaue Stunde als Nachtfoto
© Rolf Heymanns

Moderne Fotoschule: Farbe

Teil IV unserer Serie
30.12.2014

Farbe ist eines der wichtigsten Gestaltungsmittel in der Fotografie. Wie Farben wirken und wie Sie mit Farben Fotos gestalten, fassen wir hier für Sie zusammen

Farben sind Emotionen. Mit Farben können wir die Stimmung eines Fotos in eine bestimmte Richtung lenken: Blau und Violett wirken kühl und beruhigend, Rot und Gelb gelten als warm und anregend.
Oft reicht eine leichte Manipulation am Weißabgleich, um die Grundstimmung eines Fotos zu verändern. Allerdings: Die Änderung des Weißabgleichs betrifft immer das gesamte Bild inklusive der fotografierten Lichter und der reflektierenden Flächen.

Schlechtwetter mit Farben aufpeppen

Schlechtwetter mit Farben aufpeppen

Mit ein wenig Kreativität können mitgebrachte Farben nicht nur ein Foto retten, sondern zu seinem eigentlichen Thema werden. Erst der Schirm (und das mitgebrachte Taschenlampenlicht) machen aus der Schlechtwetteraufnahme der abendlichen
Promenade ein schönes Foto. Solche Accessoires wie den Regenschirm kann man in Urlaubsorten (hier Gardasee) auch spontan und für wenig Geld kaufen. Wichtig ist, dass Sie nicht nur die Augen offen halten, sondern auch die Fantasie einsetzen, um ein eher langweiliges Motiv mit Farbklecksen gezielt aufzuwerten.

Nikon D200 und bei 28 Millimetern Brennweite

© Angelika Henke-Rumpf

Die Magie der „Blauen Stunde“ oder des Sonnenuntergangs mit seiner einzigartigen Lichtstimmung lässt sich nicht in der Software erzeugen. Man muss schon tatsächlich da sein und die Gunst der besonderen Lichtfarbe nutzen.

Körperfarben dagegen sind die Farben des Motivs, die ebenfalls die Stimmung eines Fotos beeinflussen. Kräftige und vor allem bunt gemischte Farben wirken fröhlich. Einheitliche und zurückhaltende Farben können eine nüchterne bis ernüchternde Wirkung haben.

In den allermeisten Fällen erkennen wir ein Motiv mit seinen besonderen Farben intuitiv und versuchen, die Farbstimmung im Foto festzuhalten. Es spricht jedoch einiges dafür, die emotionale Kraft der Farben bewusst einzusetzen: Sei es bei Kleinigkeiten, indem das Model die Farbe des Lippenstifts an ihr T-Shirt angleicht oder in Situationen, in denen die Farbe zum bestimmenden Gestaltungselement wird – wie zum Beispiel der bunte Regenschirm im Nachtfoto.

Teil I unserer Fotoschule: Ausschnitt und Formate
Teil II unserer Fotoschule: Perspektive + Blickwinkel
Teil III unserer Fotoschule: 
Zeit und Bewegung

Dieser Artikel ist erschienen in unserer Ausgabe fotoMAGAZIN 10/2014

 

 

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Markus Linden
Über den Autor
Markus Linden

Markus Linden hat sein Hobby zum Beruf gemacht: Er schreibt on- und offline über Fotografie und Fotografen, organisiert Fotowettbewerbe und fotografiert selbst leidenschaftlich gerne. Dem fotoMAGAZIN ist er seit 2003 zunächst als Redakteur und jetzt als freier Mitarbeiter verbunden.