Die Basisentwicklung

Serie: Das 1x1 der Bildbearbeitung - Teil I
06.11.2014

Bildbearbeitung gehört zur Fotografie wie das Salz zur Suppe. Wir zeigen in unserer Serie an vier typischen Motiven Entwicklungsschritte und Retusche

Am Anfang jeder Bildkorrektur steht die Bearbeitung der Tonwerte und ein erster Weißabgleich. Hiermit werden nicht nur Unter- und Überbelichtung ausgeglichen, sondern auch Lichter und Tiefen des Bildes separat gesteuert und die Grundstimmung festgelegt. Der einfachste und flexibelste Weg für diese Korrekturen ist der durch den Raw-Konverter, denn hier können Sie nicht nur ein Motiv, sondern gemeinsam ganze Aufnahmeserien bearbeiten. Dazu müssen Sie nicht zwingend Raw-Daten fotografiert haben. Aus der Photoshop Bridge können Sie auch JPEG-Daten direkt im Raw-Konverter bearbeiten. Drücken Sie dazu einfach nur die Strg+R-Taste. Aber auch wenn Ihre erste Bild-Korrektur in anderen Programmen durchgeführt wird, sind die Prinzipien der Tonwertkorrektur übertragbar. Wenn Sie die Reihenfolge der Korrekturen beibehalten, optimieren Sie sicher jedes Motiv.

Histogramm und Schwarz- und Weißpunkt

Histogramm und Schwarz- und Weißpunkt

Histogramm und Schwarz- und Weißpunkt

1. Histogramm nutzen

Das Histogramm zeigt die Verteilung der Tonwerte von dunkel (links) bis hell (rechts) und warnt sowohl vor Unter- oder Überbelichtung als auch vor kritischen Lichtern und Tiefen.

2. Schwarz- und Weißpunkt festlegen

Starten Sie nicht mit der Belichtungskorrektur, sondern legen Sie erst den Schwarz- und Weißpunkt im Bild fest. Durch Verschieben der Schwarz- und Weißregler verschieben Sie Ihre Tonwerte so, dass der dunkelste und hellste Bildpunkt genau am Rande des Histogramms platziert wird.

3. Belichtung (Mitteltöne) korrigieren

Jetzt folgen die Mitteltöne und damit in den meisten Bildbearbeitungsprogram- men der Belichtungsregler. Benutzen Sie diesen immer mit Blick auf das Bild. Steuern Sie die Belichtung so, dass der Licht-/Schatten-Charakter des Bildes optimal heraus- kommt.

Lichter oder Schatten anpassen

Lichter oder Schatten anpassen

Lichter oder Schatten anpassen

4. Lichter oder Schatten anpassen

Photoshop und Lightroom bieten Ihnen bei der Entwicklung zusätzliche Regler für die Steuerung von Lichtern und Tiefen. So können Sie schwere Schatten oder zu helle Lichter unabhängig von der Belichtungskorrektur steuern. Auch diese Korrektur richtet sich nach der persönlichen Bildempfindung. Übertreiben Sie es dabei nicht – das natürliche Licht-Schatten-Spiel sollte erhalten bleiben.

5. Erster Weißabgleich

Je nach Motiv gibt es unterschiedliche Ansätze den Weißabgleich durchzuführen. Ein deutlicher Farbstich wird am besten mit der Weißabgleich-Pipette auf einem eigentlich neutralen Motivbereich durchgeführt. Bilder, die durch Farbstimmungen leben, wie unser Beispielmotiv, steuern Sie am besten über den Farbtemperatur-Regler zwischen kalter und warmer Farbtemperatur. Ein Farbton- oder Tönung-Regler kann zusätzlich noch die Farbbalance zwischen Grün und Magenta justieren.

Farben heraus arbeiten

Farben heraus arbeiten

Farben herausarbeiten

6. Farben herausarbeiten

Naturaufnahmen leben von intensiven Farben. Portraits wirken weniger far- bintensiv oft natürlicher. Jedes Bildbearbei- tungsprogramm hat einen Sättigungsregler, aber Vorsicht: eine pauschale Erhöhung der Farbsättigung wirkt sehr schnell unnatürlich. Viel bessere Arbeit leistet in Photoshop und Lightroom der Dynamik-Regler, denn dieser behält die natürlichen Sättigungsverhältnisse der Bildfarben bei. So können Sie Motivfarben intensivieren, ohne diese unnatürlich erscheinen zu lassen.

Detailkontrast steuern (Klarheit)

Detailkontrast steuern (Klarheit)

Detailkontrast steuern (Klarheit)

7. Detailkontrast steuern

Er ist das „Glutamat der Bildbearbeitung“: Der Klarheits-Regler verstärkt wie durch Zauberhand die Brillanz des Bildes und lässt es„knackiger“ wirken. Er setzt in den Lichtern und Tiefen an, verstärkt deren Kontrast in den Details und rundet so die ersten Bildanpas- sungen ab. Bei Architektur- und Landschafts- aufnahmen können Sie die Klarheitswerte großzügig dosieren – bei Portraits sollte dieser Detailkontrast nur vorsichtig einge- setzt werden. 

Teil II der Serie: Available Light

Dieser Artikel ist Teil eines Specials unserer Ausgabe 4/2014

Sie können bis zu drei Kameras vergleichen, um eine andere auszuwählen, entfernen Sie eine aus dem Vergleich.
Maike Jarsetz
Über den Autor
Maike Jarsetz

Die Hamburgerin Maike Jarsetz ist ausgebildete Fotografin, Autorin, Trainerin und Beraterin im Bereich Fotografie und Bildbearbeitung. Sie gilt als ausgewiesene Expertin für Adobe Photoshop und Adobe Lightroom. Auf Veranstaltungen der Fotografie- und Bildbearbeiter-Szene ist sie mit Präsentationen und Vorträgen vertreten. 2005 erschien Ihr Photoshop-Buch für digitale Fotografie bei Galileo Press. Seitdem sind von ihr mehrere Bücher und Video-Trainings zu Photoshop-, Lightroom und spezifischen Bildbearbeitungsthemen erschienen. Regelmäßig bereichert sie die Fachpresse mit Artikeln zu aktuellen Bildbearbeitungsthemen, und schreibt in diesem Rahmen auch für das fotoMAGAZIN.