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Lightroom Workshop Teil1: Aufmacher
Abbildung: © Adobe

Bilder verschlagworten mit Lightroom

Teil 2: Verschlagworten & suchen
18.01.2016

Im zweiten Teil unserer Lightroom-Serie zeigen wir, wie Sie Ihre Fotos mit möglichst geringem Aufwand beschreiben und schnell wieder finden

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A | Recherche
1 Ordner
Der Bibliotheksfilter sucht nur in dem Ordner, der markiert wurde.
2 Bibliotheksfilter
Über den Bibliotheksfilter lassen sich Bilder sehr präzise innerhalb weniger Sekunden recherchieren.
3 Stichwortliste
Die einblendbare Stichwortliste lässt sich in Kategorien sortieren.
4 Suchergebnis
Das Recherche-Ergebnis wird in der Rasteransicht und im Filmstreifen angezeigt.

© Markus Linden

Eine Fotosammlung wächst schnell. Und das Importieren und Verteilen Ihrer Bilder auf Ordner, wie wir es im ersten Teil unserer Serie beschrieben haben, reicht als Kriterium zum Sortieren und vor allem Wiederfinden bald nicht mehr aus. Im zweiten Schritt geht es nunmehr darum, wie Sie Ihre Bilder mit Hilfe von Lightroom verschlagworten und suchen.

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B | Stichworte
Eintippen
Stichworte können in das Eingabefeld frei eingetippt werden. Bekannte Stichwörter ergänzt Lightroom automatisch.

© Markus Linden

Stichworte sind daher die beste Möglichkeit, die Inhalte von Fotos so zu beschreiben, damit Sie diese später schnell wiederfinden. Jedem Foto können Sie mehrere Stichwörter zuordnen. Das ist sehr einfach: Im Bibliotheksmodul gibt es rechts den Reiter „Stichwörter festlegen“.

Hier kann man einfach – sofern im Optionsfeld „Stichwörter eingeben“ aktiviert ist – Angaben eintippen. Getrennt werden diese durch ein Komma. Ein Foto von einem Ausflug an die Ostsee könnte also folgende Stichwörter enthalten: „Meer, Segelboot, Strand, Scharbeutz“. Das Foto wird später immer dann gefunden, wenn nach einem oder mehreren dieser Stichwörter gesucht wird. Wie Sie nach Stichwörtern suchen, lesen Sie ab Seite 59.

 

Lightroom und die Metadaten

Metadaten sind Informationen zu den Fotos. Sie können den Bildinhalt beschreiben, über die Kameraeinstellungen Auskunft geben oder über den Fotografen. Hinzugefügt werden sie entweder von der Kamera (EXIF-Daten) oder aber vom Fotografen selber in einer dafür geeigneten Software (IPTC-Daten). Lightroom macht sich – wie andere Programme auch – diese Informationen für die Verwaltung der Fotos zunutze.

Gespeichert werden Metadaten entweder in der Bilddatei selbst (bei Raw-Fotos auch in Filialdateien) oder aber in der Katalogdatei von Lightroom. In der Standard-Einstellung werden alle vom Fotografen vorgenommenen Ergänzungen nur im Katalog gespeichert. So wird die Bearbeitung beschleunigt. Nachteil: Öffnen Sie die Fotos ohne Umweg durch Lightroom mit einem anderen Programm, so fehlen die Informationen. Sie können Lightroom mit dem Befehl CMD + S bzw. Strg + S dazu bringen, die Informationen in die Bilddatei zu schreiben. Per Rechtsklick auf einen Ordner können Sie den Befehl auf alle Bilder in allen Unterordnern ausführen. Sollten Sie Fotos über die Export-Funktion aus Lightroom im Format JPEG oder TIFF ausgeben, so werden die Metadaten wahlweise vollständig, teilweise oder gar nicht in die Bilddateien aufgenommen.
 

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© Markus Linden

Stichworthilfe

Direkt unterhalb des Eingabefelds schlägt Lightroom Ihnen Stichwörter vor. Das Programm orientiert sich an den Stichwörtern, die Sie kürzlich eingegeben haben bzw. die bereits zu Fotos gehören, die zu einem ähnlichen Zeitpunkt aufgenommen wurden. Diese Stichwörter müssen Sie nur noch anklicken, um sie dem Foto zuzuordnen. Haben Sie sich spezialisiert (zum Beispiel auf die Hochzeitsfotografie), dann können Sie Stichwortsätze aufrufen bzw. eigene anlegen, die eine Reihe von Stichwörtern passend zum Thema enthalten. Der Vorteil: Auch hier reicht ein Klick aus, um die Stichwörter anzuwenden.

Sortierhilfe

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C | Stichwortliste
Gliedern und Finden
Die Stichwortliste lässt sich per Drag-and-Drop gliedern. Hinter jedem Stichwort steht die Anzahl der ihm zugeordneten Fotos. Ein Klick auf den Pfeil ruft diese Fotos in der Rasteransicht auf.

© Markus Linden

Wenn Sie einige Stichwörter vergeben haben, werden Sie merken, dass Lightroom diese in einer Liste speichert. Es genügt schon, die ersten Buchstaben eines bereits bekannten Stichworts einzugeben – Lightroom ergänzt es dann automatisch. Unter dem Reiter „Stichwortliste“ finden Sie alle, die Sie bereits genutzt haben, in alphabetischer Reihenfolge. Links von jedem Stichwort finden Sie ein klickbares Kästchen, um es den aktuell markierten Bildern zuzuweisen, rechts vom Stichwort steht eine Zahl. Diese zeigt an, wie viele Bilder bereits mit dem Stichwort versehen wurden. Ein Klick auf den Pfeil neben der Zahl ruft diese Bilder auf.
 

Hierarchien

Solch eine alphabetisch sortierte Liste wird jedoch schnell unübersichtlich. Suchen Sie zum Beispiel für Ihre neue Webseite Ihre besten Fotos von Gartenvögeln, so müssen Sie die Stichworte „Blaumeise“, „Kohlmeise“ und „Gimpel“ zusammensuchen. Oder hatten Sie statt „Gimpel“ das Synonym „Dompfaff“ benutzt? Deutlich leichter wird später die Suche, wenn man die Stichwörter hierarchisch sortiert und zudem Synonyme (Gimpel/Dompfaff oder Apfelsine/Orange) zusammenfasst.

Das Ordnen der Stichwörter zu einer hierarchisch gegliederten Schlagwortliste ist einfach: Zieht man eines der Stichwörter auf ein anderes, so ordnet sich das erstere unter. Um also die Gartenvögel vernünftig zusammenzufassen bietet es sich an, als erstes ein Stichwort „Tiere“ zu erstellen. Hierzu klickt man auf das „+“-Symbol im Reiter Stichwortliste. Lassen Sie die Optionen zunächst in der Voreinstellung und bestätigen Sie. Danach markieren Sie mit der Maus den Eintrag Tiere und erstellen ein weiteres Stichwort. Jetzt wird Ihnen als Option angeboten, dieses Stichwort als Unterkategorie zu „Tiere“ anzulegen. Nennen Sie es „Vögel“. Eine weitere Unterkategorie könnte „Gartenvögel“ heißen. Und hier hinein schieben Sie die Stichwörter „Meise“, „Dom- pfaff“ etc.
 

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D | Synonyme
Eindeutig
Damit auch bei Eingabe von Synonymen ein passendes Suchergebnis ermittelt wird, kann man jedem Stichwort Synonyme zuordnen.

© Markus Linden

Synonyme

Der große Vorteil: Suchen Sie später alle Gartenvögel, so müssen Sie nur noch „Gartenvögel“ eingeben oder an- klicken – alle untergeordneten Stichwörter werden ebenfalls gefunden. Gleiches gilt natürlich für alle Oberkategorien. Synonyme werden einfach in das entsprechende Optionsfeld eines Stichworts eingetragen. Sie erscheinen dann nicht mehr in der Liste – aber Sie können per Suchfeld nach ihnen Suchen. Das Eintippen von „Dompfaff“ und „Gimpel“ führt zum identischen Suchergebnis.
 

Suchen & Finden

Die Schaltzentrale zum gezielten Suchen und Filtern Ihrer Fotos ist der Bibliotheksfilter. Er ist nur in der Rasteransicht (Taste „G“ wie „Grid“) oberhalb der Thumbnails sichtbar. Er besteht aus den drei Komponenten „Text“, „Attribut“ und „Metadaten“. Der mit „Keine“ beschriftete Button daneben setzt die drei Filterbereiche zurück und hebt deren Filterung auf.

Text

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A | Textsuche
1 Was durchsuchen?
Bei der Textsuche im Bibiliotheksfilter kann man entweder alle Felder oder gezielt nur einzelne Einträge durchsuchen. Letzteres empfiehlt sich, wenn die globale Suche zu viele Treffer liefert.
2 Wie durchsuchen?
Hier stellen Sie ein, wie die Treffer vorliegen sollen. Bei zwei oder mehr Suchwörtern bedeutet ,,Enthält“ eine logische ,,ODER-“ Verknüpfung, ein ,,Enthält alles“ ein logisches ,,UND“.

© Markus Linden

Der Filterbereich „Text“ findet in der Standard-Einstellung „Alle durchsuchbaren Felder“ Fotos, die den in das Suchfeld eingetippten Text an beliebiger Stelle enthalten: Im Dateinamen, Pfad, in Metadaten wie IPTC oder EXIF und als Stichwort. Auch der Name des Dateiordners reicht für einen Treffer aus. Wer nur mal eben schnell ein bestimmtes Motiv sucht, wird so ohne weiteres fündig. Sie können die durchsuchten Felder eingrenzen: Auf Dateinamen oder Stichwörter etwa.

Das zweite Optionsfeld enthält die Regeln, die für die eingetippten Suchtexte gelten. Wichtig für die exakte Suche nach mehreren Begriffen ist die Unterscheidung zwischen den Optionen „Enthält“ und „Enthält alles“: Im ersteren Fall finden Sie nach Eintippen zweier Suchbegriffe (getrennt durch Leerzeichen) alle Fotos, die entweder das eine oder das andere oder beide Suchworte enthalten. Bei „Enthält alles“ werden nur Fotos gefunden, die beide Suchbegriffe enthalten.
 

Attribut

Die Vergabe und Recherche von Attributen (Sternen, Farbmarkierungen) haben wir im ersten Teil der Lightroom-Serie behandelt. Der Bibliotheksfilter verhält sich exakt so wie der bereits im letzten Heft beschriebene Filter des Filmstreifens.
 

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B | Metadaten
Spaltenfilter
Bei der Metadatensuche enthält jede Spalte die gleichen Optionswahlfelder. Der Filter arbeitet von links nach rechts: Die links getroffene Auswahl wird durch die nächste weiter eingeschränkt. Ideal, um eine bestimmte Kamera/Objektivkombination zu finden oder Datum und Ort einzugrenzen.

© Markus Linden

Metadaten

Im Metadatenfilter lassen sich Fotos anhand von EXIF- und IPTC-Daten filtern. Dabei gilt: Die Auswahl wird in den angezeigten Spalten von links nach rechts immer enger. Beispiel: Filtern Sie links nach der Kamera, so können Sie in der nächsten Spalte nach dem verwendeten Objektiv filtern. Hier werden nur die Objektive angezeigt, die mit der Kamera verwendet wurden. Die Anzahl der Treffer können Sie sofort ablesen. Mit dem Metadatenfilter finden Sie so alle Fotos, die mit bestimmten technischen Parametern aufgenommen wurden.
 

Sonderfall: Personen

Lightroom hat eine Gesichts- erkennung. Diese unterstützt die Verschlagwortung der abgebildeten Menschen. Eingetragen werden die erkannten Namen als gewöhnliche Stichworte. Nach einem Doppelklick auf ein Stichwort können Sie dessen Eigenschaft so ändern, dass es für die Personenerkennung genutzt wird – einfach die Option „Personen“ aktivieren. Einschalten können Sie die Personenerkennung global in den Einstellungen zum Katalog (Alt + Befehl + , bzw. Alt + Strg + ,). Dann läuft sie immer und sofort bei neu importierten Fotos durch. Oder aber Sie rufen einen oder alle Ordner auf und klicken in der Rasteransicht auf das Personensymbol (oder Taste „O“ drücken).

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A | Gesichtserkennung
1 Startknopf
Ist die Gesichtserkennung in den Katalogeinstellungen nicht aktiviert, so startet sie nach Auswahl eines Ordners oder einer Sammlung bei Klick auf diesen Button.

© Markus Linden

Da die Funktion sehr rechenintensiv ist und wenig Sinn macht, wenn man von einer Wildlife-Tour zurückkehrt, empfiehlt sich die selektive Erkennung. Lightroom scannt die Fotos und präsentiert alle Bildausschnitte, auf denen es ein Gesicht erkannt hat – oder zu erkennen glaubt. Denn bei einem Teil der Ausschnitte schlägt die Erkennung fehl. Dass Lightroom ein Gesicht übergeht ist selten, der umgekehrte Fall (dass eine Struktur für ein Gesicht gehalten wird) kommt öfter vor. Sie können zwar schon während des Scan-Vorgangs mit der Benennung der Gesichter beginnen, das aber führt nur zu mehr Aufwand. Denn Lightroom fasst alle als gleich erkannten Gesichter zu Stapeln zusammen, die man nur einmal benennen muss. Nach der ersten Benennung eines Gesichts schlägt Lightroom gleich den Namen vor, falls es das Gesicht zu erkennen glaubt. Dann müssen Sie nur noch mit einem Klick bestätigen.

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A | Gesichtserkennung
2 Ergebnis
Sicher identifizierte Gesichter werden unter ,,Benannte Personen“ aufgelistet.
3 Vermutungen
Nicht oder nicht sicher erkannte Gesichter erfasst Lightroom unter ,,Unbenannte Personen“ zusammen. Stimmt der vorgeschlagene Name, so muss man nur per Klick bestätigen.
4 + 5 Stichwortliste
Die vergebenen Personennamen tauchen wie gewöhnliche Stichwörter in der Liste auf und können auch in Kategorien sortiert werden. Ein Doppelklick auf ein Stichwort zeigt, ob es sich um ein Personenstichwort handelt.

© Markus Linden

Da die Personennamen wie alle anderen Stichworte behandelt werden, wird die Suche nach Personen ebenfalls über den Bibliotheksfilter durchgeführt und unterscheidet sich nicht von der nach anderen Stichwörtern. Allerdings: Die erkannten Personen werden allesamt automatisch als Unterstichwort zur Kategorie „Personen“ eingeordnet.
 

Das Kartenmodul nutzen

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B | Kartenmodul
GPS-Koordinaten
Das Kartenmodul wertet bereits vorhandene GPS-Daten einer Kamera aus oder fügt die Ortskoordinaten zu den Bildern hinzu. Wer einen GPS-Logger im Einsatz hat, kann die Tracks mit den Fotos sychronisieren. Wer ohne GPS unterwegs war, kann die markierten Fotos aus dem Filmstreifen einfach auf die richtige Stelle in der Karte ziehen. Diese wird durch Eingabe des Ortsnamens im Suchfeld ermittelt.

© Markus Linden

Ein weiterer Sonderfall sind Ortsinformationen. Zu deren Bearbeitung gibt es ein eigenes Modul in Lightroom, das Karten-Modul. Lightroom kann GPS-Informationen aus Fotos nicht nur nutzen, sondern auch selbst hinzufügen. Hat Ihre Kamera ein eigenes GPS-Modul, dann befinden sich die Koordinaten (inklusive der Höhe, teilweise mit Blickrichtung der Kamera) bereits in den EXIF-Daten. Sobald sie das Karten-Modul öffnen, sehen sie die Positionen der Fotos auf einer Karte.

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© Markus Linden

Wenn Sie Fotos zu einem bestimmten Ort suchen, so können Sie sich die Region auf der Karte anzeigen lassen und dann „Auf der Karte sichtbar“ an- klicken. Lightroom präsentiert dann nur Fotos, die an Orten aufgenommen wurden, die auf der Karte sichtbar sind. Durch Zoomen der Karte verkleinern und vergrößern Sie die Auswahl.

Hat Ihre Kamera kein GPS, dann können Sie die Fotos einfach mit Koordinaten versehen. Wählen Sie dazu die neu importierten Fotos aus und ziehen Sie sie auf die richtige Position auf der Karte.

 

Dieser Praxis-Tipp ist in unserer Ausgabe fotoMAGAZIN 2/2016 erschienen.

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Sie können bis zu drei Kameras vergleichen, um eine andere auszuwählen, entfernen Sie eine aus dem Vergleich.
Markus Linden
Über den Autor
Markus Linden

Markus Linden hat sein Hobby zum Beruf gemacht: Er schreibt on- und offline über Fotografie und Fotografen, organisiert Fotowettbewerbe und fotografiert selbst leidenschaftlich gerne. Dem fotoMAGAZIN ist er seit 2003 zunächst als Redakteur und jetzt als freier Mitarbeiter verbunden.