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Lightroom Workshop Teil1: Aufmacher
Abbildung: © Adobe

Bilder importieren mit Lightroom

Teil 1: Importieren & ordnen
11.01.2016

Der erste Teil unserer neuen Serie: So verwalten und bearbeiten Sie Ihre Fotos mit Lightroom. Wir beginnen mit den Grundlagen, dem Import und dem Ordnen der Fotos 

Mit Lightroom decken Sie einen großen Teil der digitalen Arbeitsschritte ab: Verwalten, Bearbeiten, Verschlagworten und auf Wunsch auch Drucken und Erstellen von Diashows und Büchern. Für diese Arbeitsschritte gibt es in Lightroom Module, die sich durch Anklicken der oben rechts stehenden, selbsterklärenden Modulnamen, aufrufen lassen. Wir beschäftigen uns in den ersten beiden Teilen der Serie nur mit dem Bibliotheks-Modul, das für alle Schritte zum Verwalten, Ordnen, Verschlagworten und Suchen zuständig ist. Wir wollen damit beginnen Ihnen zu zeigen, wie Sie ihre Bilder mit Lightroom importieren und ordnen.

Warum Lightroom?

Lightroom ist ein Programm zur Verwaltung, Bearbeitung und Ausgabe von Fotos. Es verarbeitet die wichtigsten Bildformate und kann die Raw-Daten fast aller Kameras schnell lesen und bearbeiten. Mit Lightroom bringt man Ordnung in die Fotosammlung, kann Fotos bewerten, sortieren, verschlagworten und auch bearbeiten. Hierbei lassen sich die wichtigsten globalen Bildkorrekturen, die einfache Retusche und einige Spezialanwendungen wie die HDR- und Panoramaerstellung durchführen. Die Bearbeitung ist non-destruktiv – man kann alle Arbeitsschritte auch später noch rückgängig machen. Bei komplexen Composings muss Lightroom jedoch passen – hier muss man auf ein ebenenfähiges Programm (Pixelmator, Photoshop etc.) zurückgreifen.
Lightroom wird von Adobe zum Kauf und zur Miete angeboten. Die Kaufversion kostet derzeit ca. 120 Euro. Beim Mieten mit Adobes „Photography Plan“ erhält man Lightroom und den großen Photoshop im Abo für ca. 12 Euro monatlich. Wer das Abo später kündigt, kann die Bilder nicht mehr bearbeiten. Exportieren kann man seine Fotos inklusive aller vorher vorgenommenen Bearbeitungen aber weiterhin. Lightroom arbeitet auf allen halbwegs aktuellen Windows- und Apple-Geräten. Sie können es hier herunterladen: www.adobe.de/lightroom.

Import

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Lightroom Teil1 01

1 | Importfenster
Der Importdialog (Shift + CTRL + I, bzw. Shift + Befehl + I) zeigt
A die Quelle (Kamera, Speicherkarte, Festplatte)
B die gefundenen Fotos
C die Optionen Verschieben, Kopieren, am Ort belassen
D das Ziel. Hier wählt man ein bestehendes Verzeichnis oder erstellt ein neues.

© Markus Linden

Der erste Schritt mit Lightroom ist der Import von Fotos. Ein Import ist deshalb nötig, weil Lightroom eine Bilddatenbank beinhaltet und die Informationen über die Fotos in einem sogenannten Katalog verwaltet.

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Lightroom Teil1 02

2 | Ordner
Die Ordner im Bedienfeld „Ordner“ entsprechen den Verzeichnissen bzw. Ordnern auf der Festplatte. Ein Klick auf den Ordnernamen genügt, und Lightroom zeigt die Fotos aus diesem Verzeichnis an. Verzeichnisse sollten nur innerhalb Lightrooms verschoben werden. So bleiben die Verknüpfungen zwischen Katalog und Foto erhalten.

© Markus Linden

Das bedeutet konkret: Die Fotos liegen in Ordnern bzw. Verzeichnissen auf der Festplatte (und kommen nicht in die Datenbank). ​Aber die Informationen über ihren Ort auf der Festplatte, die Schlagwörter und die Informationen über Ihre Bearbeitungsschritte werden im Katalog gespeichert. Der große Vorteil der Katalogverwaltung: Auch bei 10.000 oder mehr Fotos auf der Festplatte bleibt die Verwaltung der Bilder extrem schnell.

Importszenarien

Beim Import gibt es zwei Szenarien: Beim ersten haben Sie Ihre Fotos schon auf der Festplatte liegen und steigen vielleicht gerade neu in die Arbeit mit Lightroom ein. Wenn Sie jetzt das Import-Modul aufrufen, dann navigieren Sie links zu Ihrem Fotoordner. Als Standard schließt Lightroom alle Unterordner in die Auswahl ein. Wichtig: Oben in der Mitte wählen Sie die Option „Hinzufügen“. In diesem Fall belässt Lightroom alle Fotos in Ihren Ordnern und holt sich lediglich die Metadaten in seinen Katalog und berechnet kleine Vorschauen.
 

Im zweiten Szenario kommen Sie vom Shooting nach Hause und wollen die Fotos in Lightroom einlesen. Hier wählen Sie im Importdialog die eingesteckte Speicherkarte aus und die Option „Kopie“. In den rechts erscheinenden Optionsfeldern wählen Sie den Zielordner aus bzw. erstellen einen neuen. Anschließend kopiert Lightroom die Bilder von der Speicherkarte auf die Festplatte und fügt sie dem Katalog hinzu. Wenn Sie etwas geübter mit Lightroom sind, dann können Sie gleich Schlagwörter beim Import hinzufügen oder auch andere Daten wie zum Beispiel Ihre Adresse.

Ordnen in Ordnern

Eine der Stärken von Lightroom ist die Möglichkeit, weiterhin auf die Ordnerstruktur auf der Festplatte zugreifen zu können. Wenn Sie Ihre Bilderverzeichnisse also sinnvoll strukturieren, so können Sie dieses Ordnungskriterium auch in Lightroom nutzen. Um alle Bilder in einem Ordner aufzurufen, reicht ein Klick auf den Namen aus. Sollten Sie die Ordner nicht sehen können, so können Sie mit einem Klick auf das Laufwerkssymbol die importierten Ordner aufklappen.
Wenn Sie mit Lightroom arbeiten und Ihre Fotoordner ganz oder nur einzelne Ordner verschieben oder umbenennen möchten, so sollten Sie dies innerhalb von Lightroom erledigen. Andernfalls (wenn Sie die Verzeichnisse in Windows/Mac OS verschieben) verliert Lightroom den Bezug zu den Fotos und sie müssen umständlich neu zugeordnet werden. Die Ordner können einfach mit der Maus verschoben werden, umbenennen kann man sie per Klick mit der rechten Maustaste.

Ordnen in Sammlungen

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Lightroom Teil1 04

4 | Sammlungen erstellen
Sammlungen dienen dazu, eine Gruppe von Fotos zusammenzufassen. Die Fotos können sich in verschiedenen Ordnern befinden. Eine Sammlung erzeugt man über das „+“-Zeichen im Bedienfeld „Sammlungen“.

© Markus Linden

Ein anderes Ordnungskonzept sind Sammlungen. Hier fassen Sie Bilder zu einer Gruppe zusammen. Mit einem Klick auf das +-Symbol erstellt man eine neue Sammlung. Hat man vorher Bilder ausgewählt, so landen sie direkt in neuen Sammlung. Ansonsten zieht man ein Bild (oder mehrere markierte gleichzeitig) aus dem Filmstreifen oder der Rasteransicht auf den Sammlungsnamen. Beim Zuordnen zu Sammlungen werden die Bilder nicht verschoben. Sie bleiben in ihrem Ordner und sind nur mit der Sammlung verknüpft. Fotos können daher in mehreren Sammlungen gleichzeitig enthalten sein. Löschen Sie eine Sammlung, so bleiben die Fotos weiterhin in ihrem Ordner in Lightroom erhalten.
 

​Sammlungen sind ideal, um Bilder zu bestimmten Ereignissen oder für bestimmte Zwecke zusammenzustellen. Wenn Sie zum Beispiel einen Kalender erstellen, dann können Sie die in Frage kommenden Fotos zunächst in einer Sammlung zusammenstellen. Sammlungen lassen sich auch gruppieren. Dazu erstellt man zuerst über das +-Symbol einen Sammlungssatz und zieht die Sammlungen dann hinein.

Die Bibliotheksansichten

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Lightroom Teil1 03

3 | Die Ansichten der Bildanzeige
lassen sich mit diesen Buttons umschalten:
A: Rasteranzeige
B: Lupenansicht
C: Vergleichsansicht
D: Übersicht
E: Personen (Gesichtserkennung)

© Markus Linden

Die links unter „Ordner“, „Katalog“ oder „Sammlung“ aktivierten Gruppen von Bildern erscheinen immer im unteren Bereich als sogenannter Filmstreifen. Hier laufen sie von links nach rechts, standardmäßig nach Zeit sortiert, durch. Ein Bild wird aktiviert, indem man auf seine kleine Vorschau im Filmstreifen klickt. Dieser Filmstreifen bleibt übrigens auch in den anderen Modulen sichtbar.
 

Im Bibliotheksmodul kann man zum Scrollen kleiner Voransichten aber auch die Rasteransicht nutzen. In diesem Modus stehen insgesamt vier Ansichten für eine Sichtung der Bilder zur Verfügung: Die erwähnte Rasteransicht zeigt – ähnlich wie der Filmstreifen – kleine Voransichten. Allerdings lassen sie sich hier besser markieren (und besser verschlagworten, mehr dazu in der nächsten Folge unseres Lightroom-Workshops). In eine große Bildansicht (in Lightroom Lupenansicht genannt) wechselt man durch Doppelklick oder Druck auf die Taste „E“. Ein Druck auf „G“ wechselt wieder zurück zur Rasteransicht. Mit „C“ aktivieren Sie eine Vergleichs ansicht, mit der Sie ein gewähltes Foto mit anderen vergleichend nebeneinander darstellen. Der nächste Eintrag mit dem Tastenkürzel „N“ ist eine Übersicht über alle im Filmstreifen oder in der Rasteransicht ausgewählten Fotos.

Importierte Fotos sortieren und bewerten

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Lightroom Teil1 05

5 | Schnelle Wahl: weg damit
Bei einer ersten Sichtung der neu importierten Fotos sollte man die offensichtlich misslungenen Aufnahmen löschen. Am schnellsten geht dies durch Druck der Taste „X“, welche die Markierung „abgelehnt“ vergibt (B). Alternativ kann man diese Markierung mit der Maus durch Klick auf (A) setzen und wieder aufheben (dies geht auch mit der Taste „U“).

© Markus Linden

​Nach einem Shooting landen erst einmal alle Fotos im Katalog von Lightroom. Aber letztlich werden wahrscheinlich nur wenige der Fotos gut sein und nur einige werden Sie später bearbeiten und perfektionieren wollen. Strenges Aussortieren ist also angesagt. Lightroom zeigt die zuletzt importierten Fotos in einer Sammlung unter dem Reiter „Katalog“ an. Aktivieren Sie diese Sammlung und wechseln Sie in die Lupenansicht. Hat Lightroom das Berechnen der Vorschauen beendet, so können Sie mit den Pfeiltasten sehr schnell durch die Voransichten blättern. Fotos, die offensichtlich misslungen sind, können mit der Taste „X“ zum Entfernen vorgemerkt werden. Erst die Tastenkombination Befehl/Strg+Löschtaste löscht die Bilder endgültig aus dem Katalog. Auch werden Sie vorher gefragt, ob Sie die Bilder nur aus dem Katalog entfernen wollen oder gleich auch die Bilddatei löschen wollen. In den meisten Fällen dürfte letzteres die passende Option sein.

Sternchen

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Lightroom Teil1 07

7 | Sterne
Unterhalb der Bildanzeige wird die Anzahl der Sterne (A) des aktiven Fotos (B) angezeigt. Die Zahl der Sterne lässt sich durch Mausklick auf (A) neu bestimmen, alternativ durch Drücken der Ziffern 0 bis 5. Im Filter des Filmstreifens (C) bewirkt der Klick auf einen der Sterne, dass nur Fotos mit der entsprechenden Anzahl und mehr Sternen angezeigt werden.

© Markus Linden

Das beste Bewertungssystem sind immer noch die Sterne, die es in jedem Bildverwaltungsprogramm gibt. Einem Foto kann man zwischen null und fünf Sterne geben. Am einfachsten tippt man bei einem aktivierten Foto einfach die passende Ziffer ein. Ein Druck auf die „2“ vergibt dem Foto also eine Zwei-Sterne-Bewertung. Weitere Bewertungskriterien sind Farben, die man über die anderen Ziffern und über die rechte Maustaste zuweisen kann.

Filtern

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Lightroom Teil1 06

6 | Schnellfilter
Mit dem Schnellfilter können Sie nach Markierungen (A), nach Sternen (B) oder nach Farben (C) filtern. Die Kriterien lassen sich kombinieren (z. B. nur ab 3 Sternen und Markierung „Rot“).

© Markus Linden

​Später kann man im Bibliotheksmodul nach diesen Kriterien filtern – zum Beispiel lässt man sich alle Fotos anzeigen, die zwei oder mehr Sterne bekommen haben. Alle vergebenen Kriterien lassen sich kombinieren – sodass Sie die Suche leicht eingrenzen können. Wenn Sie nicht den gesamten Katalog filtern wollen, sondern nur eine Auswahl, dann wählen Sie im ersten Schritt den entsprechenden Ordner oder die Sammlung aus. Ein weiterer Klick auf einen Stern in der Filterleiste bewirkt, dass nur noch die dort mit mindestens einem Stern bewerteten Fotos angezeigt werden. Haben Sie auch Farbmarkierungen vergeben, so bewirkt der anschließende Klick auf Rot, dass nur die Fotos mit Stern und mit der Markierung Rot erscheinen.
Natürlich lassen sich die Fotos auch nach Schlagworten, EXIF-Daten und weiteren Kriterien filtern – das aber ist Bestandteil des nächsten Teils unserer Serie.

 

Dieser Praxis-Tipp ist in unserer Ausgabe fotoMAGAZIN 1/2016 erschienen.

Neugierig, wie es weiter geht? Dann lesen Sie auch Teil 2 unserer Lightroom-Serie.

Hier haben wir außerdem ein paar Tipps für alle, die den Tücken der Winter-Fotografie den Garaus machen wollen. Tipps für On-Location-Shootings bekommen Sie außerdem nach einem >> Click.

 

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Sie können bis zu drei Kameras vergleichen, um eine andere auszuwählen, entfernen Sie eine aus dem Vergleich.
Markus Linden
Über den Autor
Markus Linden

Markus Linden hat sein Hobby zum Beruf gemacht: Er schreibt on- und offline über Fotografie und Fotografen, organisiert Fotowettbewerbe und fotografiert selbst leidenschaftlich gerne. Dem fotoMAGAZIN ist er seit 2003 zunächst als Redakteur und jetzt als freier Mitarbeiter verbunden.