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Lightroom Workshop Teil1: Aufmacher
Abbildung: © Adobe

Bilder entwickeln mit Lightroom

Teil 3: Bearbeitung & Optimierung
11.03.2016

Die Bearbeitung Ihrer Bilder in Lightroom ist unkompliziert, schnell und kann jederzeit wieder rückgängig gemacht werden. Wie es geht, lesen Sie hier

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Arbeiten mit Lightroom Teil 3: Hauptfenster; Vorgaben, Schnappschüsse, Protokoll, Bildansicht, Werkzeugleiste

A | Hauptfenster
1 Vorgaben

Fertige Entwicklungseinstellungen, entweder mitgeliefert oder vom Anwender per Klick auf „+“ angelegt.


2 Schnappschüsse

Zwischenstufen der Entwicklung. Speichern mit Klick auf „+“.


3 Protokoll

Hier können Arbeitsschritte rückgängig gemacht werden.


4 Bildansicht

Live-Ansicht der Einstellungen.


5 Werkzeugleiste

In dieser Leiste befinden sich, in Gruppen geordnet, alle Werkzeuge zur Bearbeitung der Fotos.


© Markus Linden

Nachdem Sie bereits gelernt haben, wie Sie zunächst Ihre Bilder mit Lightroom importieren, damit Sie diese im nächsten Schritt verschlagworten können, möchten wir Ihnen heute die Bearbeitung und Optimierung Ihrer Bilder mit Hilfe von Lightroom näher bringen.

Die Bearbeitung und Optimierung der Bilder wird im „Entwickeln“-Modul vorgenommen. Der Name deutet bereits auf dessen Arbeitsweise hin: Die Fotos sind eine Art digitale Negative, die erst entwickelt werden müssen.

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Und so funktioniert die RAW-Entwicklung

Alle Änderungen, die Sie im Entwickeln-Modul von Lightroom vornehmen, werden nicht in die Bilddatei selbst geschrieben, sondern in der Datenbank von Lightroom festgehalten (bzw. in den schon im ersten Teil unserer Serie erwähnten XMP-Dateien). Das bedeutet: Sie können alle Änderungen am Bild entweder durch den Klick auf „Zurücksetzen“ verlustfrei rückgängig machen oder auch Schrittweise über „Bearbeiten“  und „Widerrufen“. Auch das Protokoll (siehe unten, markiert mit „A3“) erlaubt das schrittweise Rücksetzen der Bearbeitungen. Dies gilt sowohl für das Raw-Format wie auch für JPEGs oder TIFF-Dateien, wobei natürlich Raw-Fotos deutlich stärker korrigiert werden können, bevor es zu Beeinträchtigungen bei der Bildqualität kommt. Ein „fertiges“ Foto gibt es im Prinzip erst, wenn Sie es aus Lightroom exportieren (Shift + Befehl + E bzw. Shift + Strg. +E). Dann legen Sie das Format fest (JPEG, PSD oder TIFF) und die Ausgabegröße. Erst diese exportierte Datei kann von allen anderen Programmen mit Ihren Bearbeitungen geöffnet werden und erlaubt auch die Weitergabe an Dienstleister für Prints oder Fotobücher. Sollten Sie noch einmal Veränderungen in Lightroom vornehmen wollen, so müssen Sie das entsprechende Foto anschließend noch einmal neu exportieren.
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Arbeiten mit Lightroom Teil 3: Histogramm

B | Werkzeuge
Histogramm
Die Arbeit an den Tonwerten kann hier live überprüft werden.

© Markus Linden

Beim Wechsel in das Entwickeln-Modul wird automatisch in die Lupenansicht geschaltet. Durch Klick in das Bild wird zu einer 1:1-Ansicht vergrößert. Bearbeitet wird das Bild mit den Werkzeugen in der rechten Palette, die in mehrere Reiter mit Werkzeuggruppen unterteilt sind. Diese Reiter lassen sich mit Klick auf das kleine Dreieck aus- und einklappen. Im Prinzip können Sie die Werkzeuge von oben nach unten abarbeiten. Auf die erzielbare Qualität hat die Reihenfolge keinen Einfluss. Allerdings auf die Arbeitsgeschwindigkeit: Lokale Korrekturen (z. B. Korrekturpinsel, Bereichsreparatur) sollten Sie erst zum Schluss durchführen. Ein erster Anlaufpunkt für die Bearbeitung ist die Palette „Grundeinstellungen“.

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Arbeiten mit Lightroom Teil 3: Grundeinstellungen; Weissabgleich, Tonwert, Präsenz

1 WA (Weißabgleich)

Weißabgleich über den Regler, die Voreinstellung oder die Pipette.


2 Tonwert

„Belichtung“ und „Kontrast“ ändern alle Tonwerte, „Lichter“, „Tiefen“, „Weiß“ und „Schwarz“ greifen nur in Tonwertbereiche ein.


3 Präsenz

„Klarheit“ ist eine Erhöhung des Kontrasts an Übergängen. Die 
„Dynamik“ sättigt nur bisher 
ungesättigte Bildbereiche.

© Markus Linden

Hier befinden sich die wichtigsten Regler für die Korrektur der Tonwerte, des Weißabgleichs und der Präsenz. Stellen Sie zunächst die Belichtung ein. Sind weitere Korrekturen der Tonwerte nötig, so geht es meist um die Anhebung der Tiefen. Ziehen Sie den entsprechenden Regler dazu nach rechts. Ausgefressene Lichter können Sie mit den Reglern „Lichter“ und „Weiß“ zu retten versuchen. Ist ein Bild gut belichtet, aber ohne echtes Schwarz, so können Sie die Schwarzregler ein wenig nach links ziehen. Zur Korrektur des Weißabgleichs klicken Sie zunächst auf die Pipette und dann auf eine Stelle im Foto, die neutral sein soll. Echtes Weiß und 100-prozentiges Schwarz taugen nicht zur Weißabgleichskorrektur; Sie müssen sich eine hell- bis dunkelgraue Zwischenstufe suchen. Sie werden jedoch feststellen, dass eine wirklich neutrale Darstellung häufig die Stimmung des Bildes ruiniert. Daher wird man oft mit dem manuellen „Temp.“-Regler das Bild etwas „wärmer“ oder „kühler“ einstellen.

„Knackizität“

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Arbeiten mit Lightroom Teil 3: Lokalwerkzeuge und Beschnitt

A | Lokalwerkzeuge
Die Lokalwerkzeuge befinden sich zwar weit oben, sollten aber eher am Ende der Bearbeitungskette stehen. Denn ob lokale Retuschen oder Korrekturen nötig sind und in welcher Stärke, ergibt sich aus den Bearbeitungen des Gesamtbildes.

B | Beschnitt

1 Ausschneiden

Der gewählte Ausschnitt wird im Bild sichtbar. Er kann mit der Maus verschoben und über die Anpasser in der Größe verändert werden.

2 Ausrichten
Über den Winkel kann man eine gerade Linie im Bild nachziehen. Diese wird senkrecht oder waagerecht ausgerichtet.

© Markus Linden

Die weiteren wichtigen Regler finden sich unter „Präsenz“. „Klarheit“ analysiert nebeneinanderliegende Bereiche und verändert deren Kontrast. Folglich wirken Bilder „knackiger“, wenn Sie die Klarheit erhöhen. Übertreiben sollten Sie es aber nicht – vor allem nicht bei Portraits. Wie Sie mit negativer Klarheit eine einfache Hautretusche durchführen, lesen Sie fast am Ende des Artikels auf Seite 52. „Sättigung“ und „Dynamik“ verändern beide die Sättigung. „Dynamik“ allerdings berücksichtigt bereits gesättigte Farben und verändert diese weniger stark. In fast allen Fällen ist eine Erhöhung der Dynamik der Sättigung vorzuziehen.

Histogramm

Die Auswirkungen der Arbeiten an den Tonwerten sind direkt im ganz oben erscheinenden Histogramm sichtbar. Hier wird die Helligkeitsverteilung im Bild sowohl für alle Farben gleichzeitig als auch separat dargestellt. Bei unterbelichteten Fotos drängen sich die Werte am linken, bei überbelichteten am rechten Rand. Auch wenn man als Anfänger kaum direkt mit dem Histogramm arbeiten wird, so sind hier doch zwei Schalter wichtig: In der linken und rechten oberen Ecke gibt es zwei kleine Dreiecke, die klickbar sind. Sie aktivieren die Beschnittwarnung für Tiefen und Lichter im Bild. Fehlt in den Tiefen die Zeichnung, dann erscheint an den betreffenden Stellen eine blaue, fehlt sie in den Lichtern, erscheint dort eine rote Markierung. Sie sollten über die Tonwert-Regler versuchen, diese Flächen möglichst klein zu halten.

Ausschnitt und Ausrichten

Das Beschnittwerkzeug ist fast selbsterklärend. Über die Anfasser wird der Ausschnitt verkleinert, ein Klick mit Festhalten in das Bild ermöglicht das freie Verschieben des Ausschnitts. Wichtig: Das Seitenverhältnis ist zunächst auf  Original eingestellt. Es können jedoch andere Vorgaben gewählt werden bzw. können Sie nach einem Klick auf das Schloss neben dem Auswahlfeld eine völlig freie Auswahl mit der Maus treffen. An dieser Stelle kann das Bild auch ausgerichtet werden. Hierzu ziehen Sie einfach eine Linie im Bild nach, die senkrecht oder waagerecht stehen soll – Lightroom stellt diese dann gerade. Ein Klick auf „Auto“ kann noch schneller helfen, sofern gerade Linien im Bild für den Algorithmus eindeutig zu erkennen sind.

Lokale Korrekturen

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Arbeiten mit Lightroom Teil 3: Korrekturpinsel

A | Lokalwerkzeuge
6 Korrekturpinsel
Korrekturen 
können mit 
dem Pinsel 
aufgemalt werden

© Markus Linden

Die Korrekturwerkzeuge der Grundeinstellungen (und einige wenige Regler aus anderen Werkzeuggruppen) lassen sich auch lokal begrenzt auf einzelne Bildbereiche anwenden. Wichtig ist das Verlaufswerkzeug, das die Änderungen in der Stärke stetig abnehmend in das Bild bringt. Hierzu ziehen Sie nach der Aktivierung einfach mit der Maus vom Rand des Fotos bis dorthin, wo die Korrektur auslaufen soll. Wie immer bleibt Lightroom flexibel: Die Regler können nachträglich verändert werden. Auch der Verlauf selbst lässt sich später beliebig vergrößern oder drehen. Die selben Korrekturen lassen sich auch mit dem Korrekturpinsel auftragen. Dieser beschränkt die Veränderungen auf die Bereiche, die Sie mit dem Pinsel „anmalen“. Da Sie mit der Maus nur schlecht präzise arbeiten können, lässt sich der Pinsel auf „automatisch maskieren“ stellen. Dann erkennt Lightroom Übergänge (Kontrast und/oder Farbe) automatisch und begrenzt die Korrekturen auf die ange- klickten Bereiche.

Störelemente

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Arbeiten mit Lightroom Teil 3: Bereichsreperatur

A | Lokalwerkzeuge
2 Bereichskorrektur
Man malt über Fehler im Bild (Sensorstaub, Pickel), Lightroom repariert automatisch

© Markus Linden

Ein wichtiges Tool ist die Bereichsreparatur, da sie die einfache Retusche erlaubt und so den Umweg über spezielle Bildbearbeitungsprogramme erspart. Sie ist ein ideales Werkzeug, um Sensorflecken oder Pickel zu entfernen oder auch bei Landschaftsfotos störende Elemente zu eliminieren. Für die Hautretusche greifen Sie dann wieder auf den Korrekturpinsel zurück: Stellen Sie dessen Klarheit auf einen deutlichen Minuswert und malen so die Hautstruktur weich. Falten werden je nach eingestellter Stärke unsichtbar, Hautporen abgemildert. Augen und Mund sollten Sie natürlich ausschließen.

Exakte Fotos

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Arbeiten mit Lightroom Teil 3: Details

A | Details
1 Schärfen

Betrag und Radius beeinflussen die Stärke der Schärfung, Details und Maskierung helfen, Schärfungsartefakte zu unterdrücken. 


2 Entrauschen
Wichtigste Regler sind „Luminanz“ und „Farbe“.

© Markus Linden

Bei Architekturfotos sind die auf dieser Seite vorgestellten Werkzeuggruppen „Objektivkorrektur“ und „Effekte“ wichtiger. Vor allem die „Upright“-Funktion ist hilfreich, um die häufig auftretenden „Stürzenden Linien“ zu beseitigen. Wenn die Automatik („Auto“ oder „Vertikal“) nicht hilft, dann können Sie mit Klick auf „Manuell“ die Linien per Schieberegler gerade stellen.

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Arbeiten mit Lightroom Teil 3: Objektivkorrektur

B | Objektivkorrektur
1 Profilkorrekturen

Lightroom enthält automatische Korrekturen vieler Objektive. 


2 Stürzende Linien

Der Klick auf „Vertikal“ stellt stürzende Linien senkrecht.


© Markus Linden

Nach Abschluss der Arbeit am Bild können Sie es sich einfach machen: Sollen mehrere Bilder einer Serie dieselben Korrekturwerte erhalten, so markiert Sie diese im Filmstreifen und klicken auf den Button „Synchronisieren“ unterhalb der Werkzeugleiste.

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C | Effekte
1 Vignette

Randabschattungen lassen sich eliminieren, Vignetten einfügen.


2 Dunstentferner

Neu seit Lightroom 6/CC: Nebel und Dunst kann entfernt werden.

Jedes Raw-Bild kann eine leichte Schärfung vertragen –High-ISO-Aufnahmen auch eine Entrauschung

© Markus Linden

So passen Sie Ihre Korrekturen automatisch in einem Schwung an die des zuerst markierten Bildes an.

Dieser Praxis-Tipp ist in unserer Ausgabe fotoMAGAZIN 3/2016 erschienen.

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Markus Linden
Über den Autor
Markus Linden

Markus Linden hat sein Hobby zum Beruf gemacht: Er schreibt on- und offline über Fotografie und Fotografen, organisiert Fotowettbewerbe und fotografiert selbst leidenschaftlich gerne. Dem fotoMAGAZIN ist er seit 2003 zunächst als Redakteur und jetzt als freier Mitarbeiter verbunden.