Bildbearbeitung Landschaft

Serie: Das 1x1 der Bildbearbeitung - Teil IV
03.12.2014

Jede gute Landschaftsaufnahme startet mit einer soliden Entwicklung. Danach geht es darum, das Eindrucksvolle der Landschaftsaufnahme zu unterstreichen – ob durch einen neuen Bildausschnitt, einen dramatischeren Kontrast oder eine Betonung der bildwichtigen Farben. Vor der Korrektur sollten Sie sich also genau damit auseinandersetzen und für sich definieren, was den Reiz der Aufnahme ausmacht: Die Bildkomposition, ein dramatischer Himmel oder kontrastreiche Details? Mit der anschließenden Bearbeitung können Sie dann genau diese Aspekte im Bild herausarbeiten.

1. Bildausschnitt bestimmen

Der Bildausschnitt trägt wesentlich zur Bildaussage bei, trotzdem sollten Sie sich vorher überlegen, wie Sie Ihre Bilder später präsentieren wollen. Für Papierabzüge gilt immer noch das klassische Seitenverhältnis von 5 zu 7. Bildschirmpräsentationen nutzen die HD-Proportionen am besten im 16 zu 9-Format aus. Das Freistellungswerkzeug von Photoshop lässt Sie entweder dieses feste Seitenverhältnis oder eine Kombination von B(reite) x H(öhe) x Auflösung vordefinieren. Letzeres wird bei der Freistellung das Bild auch auf die finale Bildgröße runterrechnen, die erste Option erstellt nur einen neuen Bildausschnitt, ohne die Bildqualität zu verändern. Verschiedene Rasterüberlagerungen – wie der goldene Schnitt – helfen Ihnen, den Motivmittelpunkt im neuen Ausschnitt richtig zu platzieren.

​2. Schatten öffnen

Schwere Schatten sind keine Seltenheit in Naturaufnahmen. Neben dem Tiefen-Reg- ler in Camera Raw, den Sie schon kennengelernt haben, ist die Funktion Tiefen/Lichter für die Korrektur ideal. Wenn Sie das Bild im Filter-Menü für Smartfilter konvertieren, können Sie die Korrektur jederzeit überarbeiten. In den erweiterten Optionen können Sie über die Tonbreite den Wirkungskreis bestimmen und die gewünschte Stärke dann noch über den Radius auf die Schattengröße eingrenzen. Auch hier sollten Sie nicht über das Ziel hinausschießen. Sehr leicht werden Schatten überkorrigiert und wirken dann unnatürlich hell. Nutzen Sie die Vorschau-Option, um Vorher und Nachher zu vergleichen.

3. Motivkontrast ausarbeiten

Mit einem kleinen Trick zaubert der Unscharf-Maskieren-Filter einen wunderbaren Kontrast in Ihr Bild: Reduzieren Sie die Stärke auf einen Wert um ca. 30 und heben Sie dann den Radius für diese Kontrastverstärkung auf über 100 an. Der Schwellenwert hat bei dieser Methode keine Funktion. Durch den Smartfilter aus dem letzten Schritt bleibt auch dieser Filter editierbar.

4. Farbige Fotofilter

Verstärken Sie das warme Licht in Landschaftaufnahmen, indem Sie wohldosiert mit den Fotofiltern arbeiten. Diese entsprechen in Ihrer

Bezeichnung klassischen Analogfiltern und können sowohl in der Dichte gesteuert als auch partiell eingesetzt werden. Wenn Sie die Funktion über die korrekturpalette in Photoshop starten, entsteht automatisch eine Einstellungsebene, die Sie mit einfachen Pinseln auf die gewünschten Bildbereiche beschränken können.

5. Eigene Verlaufsfilter

Genauso einfach können Sie sich Verlaufsfilter basteln, die den unteren oder oberen Motivbereich betonen. Starten Sie dafür in der Korrekturpalette und wählen Sie zum Beispiel die Belichtung, um diese für den unteren Motivteil anzuheben. Mit einem Schwarz-Weiß-Verlauf können Sie ganz einfach die Korrektur darauf beschränken.

6. Motivfarben steuern

Die Farbton/Sättigung-Korrektur eignet sich auch hervorragend um die dominanten Bildfarben, wie das Blattgrün, zu steuern. Klicken Sie anfangs mit dem kleinen Hand-Werkzeug dieser Korrektur in das Blattgrün, um dessen Farbbereich auszuwählen – meist sind dies tatsächlich aber die Gelbtöne. Über eine Verschiebung des Farbton-Reglers in die blaue Richtung, werden die Grüntöne intensiver.

Teil I der Serie: Die Basisentwicklung
Teil II der Serie: Available Light
Teil III der Serie: Architektur

Dieser Artikel ist Teil eines Specials unserer Ausgabe 4/2014

 

Sie können bis zu drei Kameras vergleichen, um eine andere auszuwählen, entfernen Sie eine aus dem Vergleich.
Maike Jarsetz
Über den Autor
Maike Jarsetz

Die Hamburgerin Maike Jarsetz ist ausgebildete Fotografin, Autorin, Trainerin und Beraterin im Bereich Fotografie und Bildbearbeitung. Sie gilt als ausgewiesene Expertin für Adobe Photoshop und Adobe Lightroom. Auf Veranstaltungen der Fotografie- und Bildbearbeiter-Szene ist sie mit Präsentationen und Vorträgen vertreten. 2005 erschien Ihr Photoshop-Buch für digitale Fotografie bei Galileo Press. Seitdem sind von ihr mehrere Bücher und Video-Trainings zu Photoshop-, Lightroom und spezifischen Bildbearbeitungsthemen erschienen. Regelmäßig bereichert sie die Fachpresse mit Artikeln zu aktuellen Bildbearbeitungsthemen, und schreibt in diesem Rahmen auch für das fotoMAGAZIN.