Available Light

Serie: Das 1x1 der Bildbearbeitung - Teil II
21.11.2014

Verbessertes Rauschverhalten und höhere ISO-Zahlen der Kameras ermöglichen bessere Aufnahmen unter schwierigen Lichtverhältnissen

Available Light entwickelt sich aktuell zu einem neuen fotografischen Modewort. Wurde damit ursprünglich nur die Abwesenheit künstlicher Lichtquellen bezeichnet – und galt es deshalb bisher eher als Stilrichtung in der Portraitfotografie – umfasst mittlerweile dieser Begriff jede Fotografie, die unter kritischen Lichtbedingungen stattfindet. Verbessertes Rauschverhalten und höhere ISO-Zahlen der Kameras ermöglichen bessere Aufnahmen unter solchen Lichtverhältnissen. Die Motive der Available-Light-Aufnahmen sind unterschiedlicher Natur und haben deshalb verschiedenste Korrekturansätze. Wir haben die wichtigsten gesammelt.

1. Belichtung korrigieren

Belichtung

Belichtung

Belichtung korrigieren

Bei kritischen Lichtsituationen kehrt sich das eben für die Basisentwicklung erlernte Prinzip manchmal um. Die Mitteltöne sind hier bildentscheidender. Deshalb steuern Sie zuerst den Belichtungsregler bis die motiventscheidenden Bildbereiche richtig belichtet sind. Eine Belichtungskorrektur um eine Blende oder höher ist bei Available Light-Aufnahmen keine Seltenheit.

Tiefen aufhellen und Lichter retten

Tiefen aufhellen und Lichter retten

Tiefen aufhellen und Lichter retten

2. Tiefen aufhellen und Lichter retten

Durch die schwachen Lichtverhältnisse müssen Sie oft mit sehr schweren Schatten kämpfen. Auch das Restlicht wirkt meist unproportional hell. Mit den Lichter- und Tiefen-Reglern können Sie dagegen steuern. Zulaufende Schatten und ausfressende Lichter retten Sie mit den Schwarz- und Weiß-Reglern. Auch hier hilft der Blick auf das Histogramm, das Sie mit den Dreiecken vor kritischen Lichtern und Tiefen warnt.

3. Farbstich entfernen

Restlicht-Bilder haben, bei automatischem Weißabgleich, einen meist blauen Farbstich.

Weißabgleich - Farbstich entfernen

Weißabgleich - Farbstich entfernen

Weißabgleich - Farbstich entfernen

Diesem können Sie leicht entgegensteuern, indem Sie nachträglich die Weißabgleichseinstellung auf „Schatten“ oder „Trüb“ einstellen. Wenn Ihnen das Ergebnis insgesamt zu warm wirkt, steuern Sie mit dem Farbtemperatur-Regler dagegen.

4. Rauschen entfernen

Rauschen entfernen

Rauschen entfernen

Rauschen entfernen

Bei der Korrektur des Rauschens sollten Sie zwischen Luminanz- und Farbrauschen unterscheiden. Letzteres ist deutlich augenfälliger und ohne Verlust der Bilddetails zu entfernen. Die Entfernung des Luminanzrauschen geht immer zu Lasten der Bildschärfe und sollte nur vorsichtig eingesetzt werden.

5. Grundkontrast verstärken

Restlicht ist nicht besonders kontrastreich. Erhöhen Sie deshalb den Grundkontrast in den Details über denKlarheitsregler.

Grundkontrast verstärken

Grundkontrast verstärken

Grundkontrast verstärken

Übertreiben Sie dabei nicht, sonst sind Lichtstimmung und Kontrast nicht mehr stimmig.

6. Individuellen Bildkontrast steuern

Um die geretteten Schatten und Lichter nicht über eine pauschale Kontrastanhebung wieder kaputt zu machen, greifen Sie zur Gradationskurve.

Individuellen Bildkontrast steuern

Individuellen Bildkontrast steuern

Individuellen Bildkontrast steuern

In Photoshop können Sie per Klick mit der Strg/Cmd-Taste oder dem dafür vorhandenen Handwerkzeug im Bild die Tonwerte bestimmen, die in der Gradationskurve bearbeitet werden. Ziehen Sie die Kurve nach oben, um die Tonwerte aufzuhellen und nach unten, um sie abzudunkeln.

Teil I der Serie: Basisentwicklung

Dieser Artikel ist Teil eines Specials unserer Ausgabe 4/2014

 

Sie können bis zu drei Kameras vergleichen, um eine andere auszuwählen, entfernen Sie eine aus dem Vergleich.
Maike Jarsetz
Über den Autor
Maike Jarsetz

Die Hamburgerin Maike Jarsetz ist ausgebildete Fotografin, Autorin, Trainerin und Beraterin im Bereich Fotografie und Bildbearbeitung. Sie gilt als ausgewiesene Expertin für Adobe Photoshop und Adobe Lightroom. Auf Veranstaltungen der Fotografie- und Bildbearbeiter-Szene ist sie mit Präsentationen und Vorträgen vertreten. 2005 erschien Ihr Photoshop-Buch für digitale Fotografie bei Galileo Press. Seitdem sind von ihr mehrere Bücher und Video-Trainings zu Photoshop-, Lightroom und spezifischen Bildbearbeitungsthemen erschienen. Regelmäßig bereichert sie die Fachpresse mit Artikeln zu aktuellen Bildbearbeitungsthemen, und schreibt in diesem Rahmen auch für das fotoMAGAZIN.