10 Top-Tipps für perfekte Aktfotografie: Fabio Borquez

Ein Schuss lateinamerikanische Frische, ein Muntermacher für das erotische Genre
08.01.2010

Seine Models lassen Intimität spüren, und geben dennoch nichts preis. Der Argentinier Fabio Borquez inszeniert seine Akte mal sehr persönlich, mal mit ironischem Augenzwinkern. 

Tipp 1: Spiele spielen (Foto links)

Was im Bild glaubwürdig als intimer, sich verzehrend-aufgewühlter Moment erscheint, basiert auf harter Arbeit. Position und Gestik entstanden aus einer fiktiven Spielsituation heraus, in der das Model sich so verhalten sollte, als würde es unter der Dusche stehen. Das entspannt die Haltung und führt zu natürlichen Bewegungsabläufen. Das relativ harte Licht kam zwar von einer Softbox, aus der jedoch die frontseitige Diffusorfolie entfernt wurde.

 

Tipp 2: Vorsicht Natur

Wald, Wiese und Feld als Location sind beliebt in der Amateur-Aktfotografie. Meist sollen sie unschuldige Naturverbundenheit suggerieren. Dazu passt keine eventuell aufreizende Pose. Borquez entschied sich hier für eine ironisch durchsetzte Szene. Die Maisstängel schließen das Model bedrohlich ein. Sie guckt jedoch recht kess und selbstbewusst auf die übermannshohen Pflanzen. Was oder wen sollen die Pflanzen wohl symbolisieren? Fabio Borquez wählt immer wieder derlei Naturmotive, scheut auch Wald und Stoppelfeld nicht bei zum Teil märchenbezogenen Inszenierungen. Ausleuchtung mit Beauty Dish und extralangem Stativ aus 4 Meter Höhe (mit Profoto Acute und Blitzkopf mit 600 Ws) von links oben.

 

Tipp 3: Gestische Effekte

Posing und gestischer Ausdruck, der glaubhaft erscheint gehören zum Schwierigsten der Aktfotografie. Grundvoraussetzung für das Gelingen ist eine gute Kommunikation zwischen Fotograf und Model. In dieser raumtiefen Inszenierung bezieht die Stopp-Geste der Hand den Betrachter aktiv ein. Hartes Licht vom Normalreflektor halblinks oben schafft dramatische Effekte. Wichtige Details bei diesem Bild: dunkles Augen-Make up und sehr dunkler Lippenstift mit Glanzeffekt.

 

Fabio Borquez

Anders als bei seiner Auftragsfotografie, wo Assistent und Stylisten unabdingbar sind, bleibt Fabio Borquez bei seiner freien Arbeit am liebsten ohne Helfer. So ist es leichter, eine gute und intensive Arbeitsatmosphäre aufzubauen.
Je nach Model-Typ entwickelt er seine Story oder zumindest eine passende Szene. Die kann völlig unterschiedlich ausfallen, was schon an seinem weitläufigen Location-Repertoire ersichtlich wird. Borquez fotografiert natürlich auch in Hotels, Restaurants oder Bars, aber ebenso in der Natur oder bei sich zu Hause im Wohnstudio. In der Regel leuchtet er mit nur einem Hauptlicht aus, teils auch nur, um das Tageslicht zu stützen. Opulente Licht/Schatten-Dramatik gehört zu seinem ästhetischen Programm. Es hilft bei Amateurmodellen aber auch, Problemzonen per Schatten zu verbergen. Daneben unterrichtet der auf einem Bauernhof bei Neuss lebende Argentinier auch Fotografie an Schulen und in Workshops und hat gerade den Bildband Chicas im daab-Verlag veröffentlicht.   

 



Fabio Borquez Equipment:

Kameras:
Nikon F3; F5; D300; Mamiya RB 67

Objektive:
Nikkor AF-S DX 3,5-5,6/18-200 mm IF-ED VR; AF 2,8/28 mm D; AF 1,4/50 mm D; AF 2 D/105 mm; Mamiya Sekor 3,5/90 mm

Licht:
Profoto 2x Acute B mit 600 Ws; Acute 2 mit 2400 Ws; Softbox 60 x 90 cm; Softbox 90 x 120 cm; Softlight Reflektor White/Beauty Dish; 3 x Profoto Blitzköpfe; Hedler H 25 mit 2500 Watt  + 100 x100 cm Softbox

 

Sie können bis zu drei Kameras vergleichen, um eine andere auszuwählen, entfernen Sie eine aus dem Vergleich.
Über den Autor
Heinz-Jürgen Kruppa