Unspektakuläre Locations für spektakuläre Portraits

Die richtige Location-Wahl fürs Portrait-Shooting
22.04.2020

Warum Sie die Wahl des Aufnahmeortes bei Portraits entspannt angehen können.

 

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Portraitfotografie

Es gibt keine langweiligen Hintergründe. Nutzen Sie auch mal Omas Möbel oder vergilbte Gardinen für coole Portraits!

© Sebastian Sonntag

Bei der Planung eines Fotoshootings gibt es jede Menge zu tun. Ein Model muss organisiert werden, eine Make-Up Artistin, eventuell ein Stylist und natürlich soll auch die Location passen. In vielen Fällen wird genau der letzte Punkt zum Problem. Schöne Innen-Locations in Hotels oder Bars müssen oft bezahlt werden, zieht man in die Natur, fehlen ein Stromanschluss oder Toiletten. Zudem müssen häufig weite Wege in Kauf genommen werden. Dabei wird bei vielen portraitlastigen Fotoproduktionen aus mehreren Gründen die Wahl der Location deutlich überbewertet.
Zum Ersten ist bei Portraits vom Hintergrund ohnehin nicht viel zu sehen. Der Bildausschnitt bleibt eng, der Betrachter erkennt nicht, wo die Aufnahme gemacht wurde. Darüber hinaus ist bei Nahaufnahmen die Schärfentiefe nochmals geringer, insbesondere bei langen Brennweiten.

  • Oft genügt es, das Model in eine freie Fläche zu stellen, um den Hintergrund vollständig in der Unschärfe verschwinden zu lassen.
  • Soll der Hintergrund konkreter sein, empfehlen sich vor allem ruhige, minimalistische Flächen. Das kann bei Aufnahmen von leicht oben die Straße sein, die Glasfassade eines modernen Gebäudes oder einfach eine weiße Mauer.

Für eine wenig exklusive Location spricht zudem, dass im Portrait- und Modebereich seit einiger Zeit sehr natürliche Aufnahmen im Trend liegen, mit kleinen Unreinheiten im Gesicht und unperfekten Haaren. Dazu – und zum aktuellen pseudo-natürlichen Stil – passt eine unspektakuläre Location deutlich besser.

  • Zum Dritten schließlich lenkt eine schöne Location in vielen Fällen vom eigentlichen Hauptmotiv ab.

Achten Sie vor Ihrer nächsten Fotoproduktion also einfach mal in Ihrem direkten Umfeld auf potenzielle Locations. Das schult das Auge, macht Spaß und spart Ihnen am Ende viel Mühe.

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Sie können bis zu drei Kameras vergleichen, um eine andere auszuwählen, entfernen Sie eine aus dem Vergleich.
Über den Autor
Sebastian Sonntag

Der Münchner Sebastian Sonntag ist sowohl freier Journalist, als auch Fotograf. In seinen Arbeiten konzentriert er sich auf die experimentelle Seite der Mode- und Beautyfotografie.