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© Alexander Ahrenhold

Tamron Objektivschule: 7 Naturfotografie-Tipps vom Profi

Auf der Pirsch mit Alexander Ahrenhold
01.10.2017

Das Fotografieren von Hase, Fuchs & Reh bringt einige Tücken mit sich. Oft sind die Tiere flinker, wachsamer und besser getarnt als wir. Damit Ihr nächster Ausflug ins Grüne kein Reinfall wird, haben wir 7 Naturfotografie-Tipps für Sie

 

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Waschbären Naturfotografie

Waschbären sind zwar waschechte Amerikaner, dennoch sind sie seit Mitte des 20. Jahrhunderts auch auf dem europäischen Festland vertreten. Wer die überwiegend nachtaktiven Raubtiere tagsüber erwischt, kann sich glücklich schätzen

© Alexander Ahrenhold

Schon immer war Alexander Ahrenhold viel in der Natur. Denn anders als andere Kinder, ging der Fotograf nicht in den Kindergarten. Stattdessen unterstützte der junge Ahrenhold seinen Vater, der Förster war, lieber bei der Arbeit. Auf diese Weise studierte er die Natur und das Verhalten der Tiere.

Schon früh interessierte er sich für die Fotografie und als er dann sein eigenes Geld verdiente, kaufte er sich eine vernünftige Kamera. Der ambitionierte Förstersohn wollte nichts geringeres, als qualitativ hochwertige Bilder machen, die es schaffen den erlebten Moment festzuhalten. Bilder, die durch ihre Nähe zum Motiv Details sichtbarer machen. Eben so, wie er es von den Titelbildern diverser Jagdzeitschriften kannte. Gesagt, getan. Natürlich fiel er nicht als Meister vom Himmel, doch wurden seine Aufnahmen mit der Zeit immer besser. So viel zum Werdegang des Fotografen. Welche Tipps also hat der heutige Profi der Naturfotografie heute in Sachen Naturfotografie parat?

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Naturfotografie Hasen fotografieren

Das Spiel mit der Tiefenschärfe verleiht neben Rehen auch Hasen einen besonders verträumten Look

© Alexander Ahrenhold

1. Nähe und Tiefenschärfe: zwei Zutaten für super Portraits

Die Nähe zu Tieren und die daraus resultierenden Details faszinieren den Fotografen bis heute. Deswegen versucht er stets, ganz nah an sein Motiv heranzukommen. Dabei spielt er besonders gerne mit der Tiefenschärfe. So liebt der Fotograf – speziell bei Bildern von Rehen – einen vernebelten Vordergrund sowie eine schöne Auflösung des Hintergrundes.

2. Für stimmungsvolle Aufnahmen: Nutzen Sie die Nachmittagssonne

“Bei meinen Bildern ist mir die tiefstehende Sonne immer am liebsten. Die warmen Strahlen tauchen das Bild in ein schönes Rot und geben diesem so eine ganz besondere Stimmung.”

3. Wertschätzung: Quelle der Inspiration

Eine weitere Möglichkeit der kreativen Berieselung ist, sich mit der Arbeit anderer Fotografen auseinander zu setzen. Alexander Ahrenhold hat zwar selbst keine direkten Vorbilder, er schaut sich dennoch gerne die Arbeit seiner Kollegen an. Wichtig dabei sei, diese nicht zu kopieren, sondern herauszufinden, welche Details einem genau gefallen und diese dann mit der eigenen Kreativität zu kombinieren. Suchen Sie sich dafür am besten Fotografen aus, deren Werke Sie besonders schätzen.

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kleiner Fuchs Naturfotografie
© Alexander Ahrenhold

4. Das A und O: Beherrschen Sie Ihr Eqipment

Technik ist zwar nicht alles, doch sie zu beherrschen ist unverzichtbar. Das Equipment von Alexander Ahrenhold ist mittlerweile ziemlich umfangreich. Ganz wichtig ist für die Naturfotografie ein Tele-Objektiv: beispielsweise das Tamron SP 5-6,3/150-600 mm Di VC USD G2. Denn als Natur- und Landschaftsfotograf trifft man immer wieder auf Situationen, in denen eine lange Brennweite von absoluter Wichtigkeit ist. Diese sollte bei mindestens 300 mm liegen, damit auch auf weite Entfernungen Portraits gelingen können. Lesen Sie, was Alexander Ahrenhold auf Foto-Pirsch außerdem dabei hat:

  • zwei Kamerabodys (1 x APS-C und 1 x Vollformat)
  • diverse Objektive von Tamron
  • diverse Stative
  • Kabelauslöser
  • Reflektor
  • Bohnensack
  • Kamerafalle
  • Drohne

5. ISO 100 oder ISO 3200: die Qual der Wahl

Wenn es um die Frage nach der richtigen ISO geht, sollten Sie vor allem Ihre Vernunft walten lassen. Denn auch, wenn Ihre Ergebnisse bei ISO 100 am rauschärmsten ausfallen dürften, fehlt Ihnen hierzu – gerade wenn Sie am frühen Morgen oder ab dem Nachmittag unterwegs sind – das nötige Licht. Deswegen rät der Fotografen unbedingt dazu, die ISO hochzustellen. So vermeiden Sie Unschärfe. Bearbeiten Sie Ihre Ergebnisse lieber am Computer nach.

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Naturfotografie Fuchs Portrait

"Fuchs, du hast die Gans gestohlen! (…)", heißt es in einem Kinderlied. Ganz so mutig sind nicht alle Exemplare. Ganz besonders scheue Tiere lockt Alexander Ahrenhold daher mit einem Stück Styropor samt Gummistiefel an. So imitiert er mit diesem Trick das Fiepsen von Mäusen

© Alexander Ahrenhold

6. Haben Sie Geduld!

Gerade im Bereich der Naturfotografie muss der Fotograf viel Geduld, Beobachtungsgabe und Zeit investieren. Dabei lernt er Rehe, Hirsche oder auch Füchse besser kennen. Geübte Naturfotografen haben also nicht nur das Verhalten verschiedener Tierarten genauestens studiert, sie lesen Spuren, kennen die Umgebung und wissen genauestens über die aktuelle Wetterlage Bescheid. Auch wissen sie, von welcher Seite der Wind kommt: Sie platzieren sich der Windrichtung entsprechend, damit ihr Motiv sie nicht wittern kann.

Außerdem behelfen sie sich mit wirklich raffinierten Tricks: Alexander Ahrenhold etwa lockt Füchse mit Hilfe von Styropor samt Gummistiefel an: Er reibt das Stück Styropor an dem Schuh, um das das Fiepsen von Mäusen zu imitieren. 

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Naturfotografie: 7 Tipps vom Profi

Der Flussregenpfeiffer ist ein in Mitteleuropa vebreiteter Vogel. Meist können wir ihn während der Zugzeiten als Durchzügler bzw. Rastvogel beobachten

© Alexander Ahrenhold

7. Besser unerkannt bleiben: mit Tarnkleidung

Zu guter Letzt noch ein paar Worte zum Thema Tarnkleidung. Denn erfahrene Natur- und Landschaftsfotografen passen sich – wenn es die Situation erfordert – ihrer Umgebung durchaus auch mal an. Wer jetzt denkt, Alexander Ahrenhold tarnt sich, um für die Tierwelt inkognito zu sein, hat weit gefehlt. Denn der Fotograf versteckt sich vielmehr vor neugierigen Menschen, die ihn in seiner Arbeit sonst behindern und ansprechen würden. Diese Fragerei führe nämlich oft dazu, dass sich die Protagonisten, also die Tiere, gestört fühlen und somit verscheucht werden.

Es gibt aber auch Ausnahmen: Vögel gehören beispielsweise zu den Tierarten, vor denen sich der geübte Naturfotograf versteckt, um eins mit der Umgebung zu werden.

Sie können bis zu drei Kameras vergleichen, um eine andere auszuwählen, entfernen Sie eine aus dem Vergleich.
Über den Autor
Anne Schellhase

Das jüngste Mitglied der fotoMAGAZIN Redaktion ist Anne Schellhase. Die studierte Sozialpädagogin fotografiert leidenschaftlich, vor allem analog, gerne als Lomographin - was in der Redaktion immer wieder zu interessanten Debatten führt. Anne kümmert sich um unseren Online-Auftritt und ist meist die Erste, die antwortet, wenn Sie auf dieser Seite kommentieren oder uns über Social-Media-Kanäle kontaktieren.