Speicherkarten: 7 Tipps zum Umgang

21.07.2017

Sie ist eine kleine Black Box – was jedoch drinnen steckt und wie man sie am besten behandelt, wissen die wenigsten. Wir geben Ihnen einen Überblick in Sachen Speicherkarten und Tipps zum Umgang mit den kleinen Speichern

 

 

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Neue Formate und Kapazitäten für Speicherkarten

Mit zunehmendem Datenaufkommen steigen die Kapazitäten und Geschwindigkeiten der Speicherkarten und neue Formate wie XQD oder CFast tauchen auf

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1. Wie ist eine Speicherkarte aufgebaut und auf welche Elemente sollte ich achten?

Die wichtigsten Komponenten einer Speicherkarte sind ihr Controller und die Flash-Chips. Während der Controller die Steuerzentrale der Karte ist und mit den anderen Geräten und dem internen Flash-Speicher kommuniziert, ist der Flash für das eigentliche Speichern der Informationen zuständig.

Vor allem beim Flash-Speicher gibt es Unterschiede, die sich auf Geschwindigkeit und Haltbarkeit auswirken. Im Consumer-Bereich kommen entweder TLC- (Triple-Level Cell) oder MLC-Flash (Multi-Level Cell) zum Einsatz. MLC ist hochwertiger, denn er bietet mit ca. 3000 Schreib-/Löschzyklen pro Flash-Zelle eine etwa dreimal bessere Haltbarkeit und in der Regel höhere Transfergeschwindigkeiten als sein TLC-Pendant. Erkennbar ist die Art des Flash-Speichers allerdings nur, wenn es auf dem Produkt oder der Website des Herstellers ausgewiesen ist. Wird dort nichts genannt, kann man mit hoher Wahrscheinlichkeit davon ausgehen, dass ein TLC-Flash-Speicher zum Einsatz kommt. Tipp: Greifen Sie zum langlebigen MLC-Speicher.

2. Warum sollten keine Einzelbilder von der Speicherkarte gelöscht werden?

Im Prinzip sollte das Löschen einzelner Bilder für moderne Kameras kein Problem darstellen. In seltenen Fällen kann es jedoch zu Fehlern beim Aktualisieren der Indextabelle, des sogenannten File Allocation Table (FAT), kommen. Daher ist es ratsam, die Daten erst auf einen Rechner zu übertragen, am großen Monitor die Auswahl der Bilder vorzunehmen, die ausgesuchten Bilder an einem zweiten Speicherort abzusichern und anschließend die Karte zu formatieren.

3. Wo formatiere ich meine Speicherkarte? In der Kamera oder am PC?

Grundsätzlich sollte die Speicherkarte vor der ersten Benutzung in dem Gerät formatiert werden, in dem sie anschließend eingesetzt wird. Verwende ich meine Speicherkarte also in einer neuen Kamera, sollte ein Backup der Daten gemacht und die Karte anschließend formatiert werden. Grund hierfür ist, dass das Dateisystem je nach Kameramodell oder Hersteller leicht variieren kann. Etwas vereinfacht ausgedrückt, einigen sich beim Formatieren Speicherkarte und Kamera auf ein gemeinsames Dateisystem und die Karte wird initialisiert.

Darin begründet sich auch, warum davon abgeraten wird, die Speicherkarte via Kartenleser am PC zu formatieren. Wenn ich meine Karte nicht in der Kamera formatiere, kann das zu Problemen beim Erkennen der Indextabelle (FAT) führen.

4. Sollte die Speicherkarte nach jedem Shooting formatiert werden?

Das ist nicht nötig. Das Formatieren in der Kamera stellt nur eine sehr geringe Belastung für die Speicherkarte dar, da in der Regel nur eine Bereinigung der Indextabelle geschieht, die enthaltenen Daten aber nur verworfen, nicht überschrieben werden.

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Sie können bis zu drei Kameras vergleichen, um eine andere auszuwählen, entfernen Sie eine aus dem Vergleich.
Über den Autor
Radomir Jakubowski

Seine Leidenschaft gehört der Naturfotografie: Radomir Jakubowski bekam schon als Elfjähriger Vaters Pentax in die Hand gedrückt. Heute ist er als Naturfotograf renommiert und Mitglied in der Gesellschaft Deutscher Tierfotografen. Sein erstes Buch ist "Die Fotoschule in Bildern. Naturfotografie". Für das fotoMAGAZIN erklärt er einige seiner Tricks.