Smartphone-Fotografie: 7 Tipps für bessere Fotos

23.05.2017

Die Smartphone-Fotografie ist in aller Munde. Wir haben 7 nützliche Tipps & Tricks für Sie zusammengetragen, damit Ihre Bilder noch besser werden

 

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Smartphone-Fotografie_Statista Grafik

Diese Grafik bildet den Absatz elektronischer Geräte in Deutschland ab. In den Jahren 2007-2015 sind die Verkaufszahlen von Digitalkameras, Navigationsgeräten und MP3-Playern deutlich in den Keller gefallen, während das Smartphone erheblich dazu gewinnen konnte

© Statista

Eine Welt ohne digitale Technik ist heute kaum noch denkbar. Was täten wir im Alltag nur ohne Tablet, Smartphone & Co.? Insbesondere das Smartphone entwickelt sich mehr und mehr zur eierlegenden Wollmilchsau: Statistiken zufolge verdrängt das Smartphone nicht nur elektronische Geräte wie den mp3-Player und das Navigationsgerät, auch der Absatz digitaler Kameras ging zwischen den Jahren 2007 und 2014 um etwa 50 Prozent zurück, Tendenz weiter fallend. Und selbst Profis haben das Smartphone fest in ihrem Alltag integriert und lassen uns so beispielsweise via Instagram hinter die Kulissen ihres Fotografenalltages blicken.

Welche Vor- und Nachteile hat also das Fotografieren mit dem smarten Telefon und was können wir tun, um noch mehr aus unseren Bildern herauszuholen?

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Der Steg zu einem Strand ist in diesem Bild die "Leading Line"

Der Steg zum Strand ist in diesem Bild die "Leading Line". Betrachtet man Bilder abstrakt, so findet man in vielen Bildern führende Linien

© Anne Schellhase

Smartphone-Fotografie: Vor- und Nachteile

  • Praktischer Nutzen: Die kompakte Bauweise von Smartphones erlaubt es uns, diese immer und überall hin mitzunehmen: Sie sind leicht, flach und passen in jede Hosentasche. Dem Fotografieren sind somit kaum mehr Grenzen gesetzt.
  • Bequemes Teilen: WhatsApp, Facebook, Instagram & Co. – Den sozialen Netzwerken sei Dank war das Teilen und Verbreiten der eigenen Fotos nie so einfach, wie heute. So bleiben Freunde, Verwandte und Bekannte stets im Bilde.
  • Kreativität: Das Angebot vielseitiger Apps zur Bearbeitung der eigenen Bilder scheint schier unendlich zu sein. Diese sind meist kostenlos oder für sehr kleines Geld verfügbar. So wird dem Nutzer nicht nur die klassische Bildbearbeitung vom Smartphone aus ermöglicht, auch Filter- und Typografie-Fans kommen in Sachen Apps nicht zu kurz.
  • Kostenfaktor: Wenn es nicht gerade das iPhone der neuesten Generation sein soll, so sind gute Smartphones bereits  ab etwa 200 Euro zu haben. Ähnlich viel Geld muss man auch für eine passable Kompaktkamera auf den Tisch legen – nur kann man mit dieser nicht telefonieren.
  • Bildqualität: Die Qualität von Smartphone-Fotos bedeutet Fluch und Segen zugleich. Wo die Auflösung für die meisten Zwecke absolut ausreichend ist, scheitert sie beispielsweise am Druck im Großformat. Der Fotograf sollte sich also genau überlegen, welchen Zweck seine Bilder erfüllen sollen und ob er in bestimmten Fällen nicht doch lieber zu seiner herkömmlichen Kamera greifen sollte. Außerdem bietet die Digitale umfassendere Einstellungsmöglichkeiten.
  • Digitaler Zoom und Megapixel: Da die meisten Geräte lediglich mit einem digitalen Zoom ausgestattet sind, geht das Zoomen des Bildmotives mit einem erheblichen Verlust der Bildqualität einher. Mit anderen Worten: die Ergebnisse verpixeln stark. Hinzu kommt, dass die meisten Smartphones noch nicht mit genügend Megapixeln ausgestattet sind – dort haben Digitalkameras immer noch die Nase vorn. Hier bleibt leider nur, sich seinem Motiv so weit wie möglich anzunähern.
  • Makrofotografie: Ähnlich verhält es sich mit Nahaufnahmen. Diese sind im Sinne der Makrofotografie bislang noch nicht möglich. Es wäre also praktisch zunächst einmal herauszufinden, wo der  Schärfebereich Ihres Gerätes beginnt.  

Tipps & Tricks: die Grundlagen

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Das Gitter bzw. die Hilfslinien bieten bei vielen Motiven Hilfestellung

Das Gitter bzw. die Hilfslinien bieten bei vielen Motiven Hilfestellung

© Anne Schellhase

Sind Ihnen die Funktionen Ihrer Kamera-App umfassend bekannt? Wenn nicht, machen Sie sich mit diesen vertraut, denn die Standard-Ausstattung kann so einiges: Neben Selbstauslöser und Filtermenü verfügen die meisten Applikationen über eine automatische Gesichtserkennung, verschiedene Bildformaten, Video- und Slow Motion-Funktionen, HDR und vieles mehr. Spielen Sie doch einfach ein wenig rum – Sie werden staunen, was ihre Smartphone-Kamera alles kann!

1.  Nehmen Sie die Plus-Taste zur Hilfe

Auch das Auslösen mit dem Smartphone will gelernt sein! Neben dem virtuellen Auslöse-Button können Sie auch die Plus-Taste zur Hilfe nehmen, um ein Foto zu schießen. Halten Sie Ihr Telefon einfach quer, sodass die Lautstärkeregler sich in der Ecke rechts oben befinden: Nun fühlt es sich fast so an, als hätten sie eine Kompakte in der Hand.

2.  Bestimmen Sie den Fokus selbst

Dies gibt Ihnen Kontrolle über die verschiedenen Schärfeebenen und den Bildaufbau. Stellen Sie hierfür einfach die automatische Fokussierung ihres Smartphones aus. Wenn Sie nun einen bestimmten Punkt in ihrem Bild antippen, stellt die Kamera den gewünschten Bildbereich scharf.

3. Gestalten Sie den Bildaufbau aktiv mit

Überlegen Sie sich zunächst, was Sie fotografieren wollen. Und schauen Sie sich um, bevor Sie auf den Auslöser drücken. Stellen Sie sich folgende Fragen:

  • "Was passiert im Umfeld meines gewünschten Motives noch alles?" Scheint die Sonne oder hängen tolle Quellwolken am Himmel? Sind Blumen in der Nähe, buntes Laub oder interessante Architektur? Beziehen Sie diese Dinge in Ihr Bild mit ein, denn das erzeugt Spannung und macht ein wirklich gutes Bild erst interessant!
  • "Gibt es eine Möglichkeit, meinem Motiv einen neuen Blickwinkel zu verleihen?" Spielen Sie rum, wie sieht Ihr Motiv aus, wenn Sie es von oben/unten/links/rechts fotografieren? Gehen Sie in die Hocke, stellen Sie sich auf einen Stuhl und geben Sie ihrem Motiv ein wenig Raum.  Übrigens könnenauch auf dem Boden liegend gemachte Bilder sehr spannend aussehen.
  • "Gibt es wiederkehrende Linien?" Linienführung ist ein zentrales Thema für die Bildkomposition. Gibt es Linien, die in ein Bild hineinführen? Gibt es Symmetrien und sich wiederholende Muster? Gibt es mehrere Bildebenen, die dem Bild Tiefe verleihen? Manchmal hilft es, die Hilfslinien/das Gitter der Foto-App einzuschalten, so kann man sich an vorgegebenen horizontalen und vertikalen Linien orientieren. Aprospos horizontal und vertikal: Wir neigen dazu Bilder im Querformat zu machen. Manche Situationen wirken im Hochformat jedoch viel spannender!
  • "Wo steht die Sonne? Entstehen interessante Schatten?" Schattenspiele sind ein großartiges Mittel, um zu besonders interessanten Bildern zu gelangen.  Und wie schön, dass   uns diese tagsüber überall begegnen. 

4.  Sorgen Sie für die richtige Belichtung

Verlassen Sie sich nicht auf die automatische Belichtungskorrektur Ihres Smartphones, sorgen Sie lieber selbst für den richtigen Weißabgleich. Tippen Sie hierfür einfach einen anderen Punkt auf dem Display Ihres Gerätes an. Funktioniert dies nicht, müssen Sie in den Einstellungen die Automatik deaktivieren. Übrigens: Wenn Sie schon dabei sind, können Sie direkt auch den Blitz ausschalten. Der Blitz sorgt oft für hoffnungslose Überbelichtungen – setzen Sie diesen also nur dann ein, wenn Sie ihn wirklich benötigen.

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Typo Apps: Kite Surfer an einem Strand in Tarife, Sommer 2015

Hier und da ein Klecks Farbe, zwei unterschiedliche Typos und eine kleine Grafik machen aus einem einfachen Bild spanischer Kite Surfer eine besonders schöne Erinnerung

© Anne Schellhase

5.  Nutzen Sie die High Dynamic Range

Die High Dynamic Range, auch bekannt als HDR, ist für die Kontrastgebung Ihrer Bilder zuständig. Eine Funktion, die mittlerweile jedes modernere Smartphone mitbringen dürfte und sich als sehr nützlich erweist. So werden besonders große Helligkeitsunterschiede äußerst detailreich wiedergegeben.

6.  Nutzen Sie Apps für noch mehr Kreativität

Instagram, Phonto, Candy Cam & Co.: Nutzen Sie die Möglichkeiten, die Ihnen Ihr App Store bietet. Toben Sie sich kreativ mit Filtern aus, verschönern Sie Ihre Lieblingsbilder mit netten Zitaten oder basteln Sie kleine Foto-Collagen.

7.  Praktisches Zubehör für  die Smartphone-Fotografie

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Smartphone-Objektive von Kenko: Belegbild für das Fisheye

Das Fisheye-Objektiv von Kenko im Einsatz auf dem Hamburger Dom

© Anne Schellhase

Wie bereits erwähnt, sind echte Makroaufnahmen mit dem Smartphone selbst nicht möglich. Ebenso sieht es mit dem Weitwinkel und dem Fisheye aus. Wenn Sie dennoch nicht auf diese Möglichkeiten verzichten wollen, für den halten verschiedene Hersteller mittlerweile praktische Aufstecklinsen bereit. Versuchen Sie es beispielsweise mit den Real Pro Clips von Kenko oder den Vorsatzlinsen von Exolens. Beide Hersteller haben Smartphone-Objektive verschiedener Art im Angebot.

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Noch mehr tolle Themen rund um die Smartphonography finden Sie übrigens in unserem Heft SMART SHOT oder unter unter www.smart-shot.de.

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Sie können bis zu drei Kameras vergleichen, um eine andere auszuwählen, entfernen Sie eine aus dem Vergleich.
Über den Autor
Anne Schellhase

Das jüngste Mitglied der fotoMAGAZIN Redaktion ist Anne Schellhase. Die studierte Sozialpädagogin fotografiert leidenschaftlich, vor allem analog, gerne als Lomographin - was in der Redaktion immer wieder zu interessanten Debatten führt. Anne kümmert sich um unseren Online-Auftritt und ist meist die Erste, die antwortet, wenn Sie auf dieser Seite kommentieren oder uns über Social-Media-Kanäle kontaktieren.