Perfekte Konzertfotos

Profi-Tipps von Monique Wüstenhagen
26.11.2013

Endlich gute Fotos von Ihrer Lieblingsband! Sieben Ratschläge der Berliner Konzertfotografin Monique Wüstenhagen.

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Tipp 1

© Monique Wüstenhagen

1. Stimmung visualisieren: Ein Konzert ist ein Dialog der Musiker mit ihrem Publikum. Diese Atmosphäre sollte man auch einfangen. Gerade auf Festivals ist es gut, wenn man auch Stimmungsbilder aufnimmt. Hände im Gegenlicht oder spannende Light-Designs geben da oft bessere Fotos, als der verstellte Blick auf einen Top Act.

 

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Tipp 2

© Monique Wüstenhagen

2.  Suche die Nähe! Ein Künstler wie Alice Cooper lebt von seinen Maskeraden. Mit diesen Vorgaben sollten die Fotos auch arbeiten. Besser also, man nutzt bei solchen Egomanen ein Teleobjektiv, als dass der Musiker in den Tiefen der Bühne verschwindet.

 

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Tipp 3

© Monique Wüstenhagen

3.  Spiegele den Sound: Suche ein Motiv, das  Musik & Style einer Band am besten widerspiegelt. The Hives etwa stehen für Energie und Dynamik. Ein solcher Sound verlangt nach einem Foto mit viel Action und reichlich Bewegung.

4. Bühne im Panorama: Sänger verlangen nach Zoom; Bands wie Kraftwerk nach dem Weitwinkel. Gerade wenn eine Bühnenshow sehr statisch angelegt ist, sollten die Fotos diese Atmosphäre auch widerspiegeln. Manchmal ist es daher gut, sich bereits vor einem Konzert genau zu überlegen, welche Bilder man dort erfahrungsgemäß erwarten kann.
 

5. Mache klare Bilder! Ein Madonna-Konzert ist wie ein guter Kinofilm. Dennoch ist es bei großen Shows oft gut, wenn man auch hier nach strukturierten Bildern Ausschau hält. Lieber also ein optisches Spiel mit Nebel oder Gegenlicht, als ein Superstar, der von einer riesigen Bühne verschluckt wird.

6.  Spiel mit dem Image: Es gibt Bands, die stehen seit Jahrzehnten für eine ganz bestimmte Bühnenästhetik. Da ist es nicht schlimm, mal die gängigen Vorstellungen zu reproduzieren. Ein Kiss-Konzert ohne die herausgestreckte Zunge von Gene Simmons wäre nur die halbe Miete.

7.  Drama des Lichts: Manchmal passiert auf einer Bühne erstaunlich wenig. Bei eher ruhigen Shows hilft es zuweilen, die Blende zuzudrehen und mit den Flairs und Scheinwerfern zu arbeiten, die von hinten die Bühne erleuchten.

Factfile: Monique Wüstenhagen

Die 1981 geborene Bildermacherin arbeitet seit 2006 als freie Musik- und Konzertfotografin in Berlin. Zu ihren Auftraggebern gehören u. a. der deutsche Rolling Stone, Musik-express, Melodie & Rhythmus sowie das Magazin Visions. Zur Konzertfotografie brachte sie einst ihre Liebe zur Musik. Zudem, sagt sie, lieferten die Bühnenshows das ideale Setting für außergewöhnliche Fotografien.
Website: www.moniquewuestenhagen.de

 

Der Artikel ist im fotoMAGAZIN 8/2013 erschienen.

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Über den Autor
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