Mit dem Smartphone Geld verdienen

Wir stellen drei mögliche Wege vor
18.09.2017

Kann man mit seinen Fotos aus dem Smartphone Geld verdienen? Und sollte man das überhaupt? Wir haben ein paar Antworten!

 

Um diese Fragen gleich zu beantworten: Ja, man kann. Und vielleicht sollte man nicht. Aber fangen wir doch erst mal mit den technischen Voraussetzungen an: Eignen sich Smartphone-Fotos überhaupt zum Verkauf?

Es ist 2017, wir befinden uns im Jahr 10 seit der Erfindung des Smartphones. Die Kameras in unseren Smartphones sind nicht viel größer, als die des ersten iPhones im Jahr 2007. Wohl aber sind die Fähigkeiten dieser winzigen Kameras in ganz erstaunlicher Weise gewachsen. Freuten wir uns vor zehn Jahren noch darüber, überhaupt ein flaues und unscharfes Bild auf diesen neuen glänzenden Displays betrachten zu können, haben die Fotos heute trotz Mikro-Sensoren und winziger Linsen eine Qualität erreicht, die nur noch wenige Wünsche offen lassen. 12 Megapixel Auflösung sind inzwischen Standard, viele Smartphone-Kameras haben über 20 Megapixel. Manche Geräte haben zwei Linsen, alle sind mit LED-Blitzen ausgestattet, doch die Sensoren arbeiten auch ohne Blitz im Dämmerlicht immer noch gut.

Kurz, wer ein Smartphone besitzt, ist immer auch glücklicher Besitzer einer leistungsstarken Minikamera, die er ständig mit sich führt. Und Besitzer gibt es viele: 50 Millionen Menschen in Deutschland besitzen ein Smartphone. Und damit sind jeden Tag 50 Millionen potenzielle Fotografen unterwegs. Fotografen, die in jedem Augenblick einen großen Scoop landen könnten. Scoop bezeichnet einen Moment, den man als erster mit der Foto- oder Videokamera festgehalten und veröffentlicht hat.

Hoffen auf den Scoop?

Der erste berühmte Smartphone-Scoop, der um die Welt ging, war das Foto vom Flugzeug im Hudson, das am 15. Januar 2009 notwassern musste. Von einer zu Hilfe eilenden Fähre aus twitterte Fahrgast Janis Krums: „There‘s a plane in the Hudson. I‘m on the ferry going to pick up the people. Crazy.“

Das Foto davon, das der Software-Unternehmer mit seinem iPhone 3g machte, ging in wenigen Stunden um die Welt: Es zeigte den treibenden Airbus A320 vor der sonnenbeschienenen New Yorker Skyline, und die Fluggäste standen auf den Tragflächen und warteten auf Hilfe.

Obwohl die Fotoqualität nicht journalistischen Qualitätsstandards entsprach, kaufte die Nachrichtenagentur AP das Foto kurz nach dem Ereignis und vertreibt es seither. Da es ein Dokument der Zeitgeschichte geworden ist, hat sich dieses Foto bereits tausendfach verkauft. Wie viel der Software-Unternehmer daran verdient hat, ist nicht bekannt.

Sicher ist aber: Die Wahrscheinlichkeit für einen Scoop ist heute noch viel geringer, als früher, als es noch keine Smartphones gab. Denn heute ist man selten der erste und der einzige, der ein Ereignis festhält. Und überhaupt darauf zu hoffen, dass etwas Spektakuläres passiert, um es dann mit dem Smartphone fotografieren zu können, sorgt nicht gerade für Planungssicherheit.

Seite 1 von 3
Seite 1
Seite 2
Seite 3
Sie können bis zu drei Kameras vergleichen, um eine andere auszuwählen, entfernen Sie eine aus dem Vergleich.
Über den Autor
Sandra Schink

Sandra Schink arbeitete seit den frühen 1990ern als Fotoreporterin für BILD, EXPRESS und die Westdeutsche Zeitung. Seit 1996 ist sie online und nie wieder offline gegangen. Sie nutzt das Internet als Netzwerk-, Recherche- und Blogplattform und hat Foren und Communities betreut, darunter bei stern die VIEW Fotocommunity. Seit 2014 arbeitet sie für das fotoMAGAZIN. Für das SMART SHOT Magazin macht sie Konzept und Redaktion. Im Team Socialgrafr gibt sie Workshops zur Smartphone-Fotografie.