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Aufmacher Makrofotos optimieren
Das Ausgangsbild haben wir mit Adobe Camera Raw bearbeitet. In Lightroom sind die Schritte identisch. Fotos: © Tomasz Buttler

Makrofotos mit Photoshop optimieren

Holen Sie das Maximum aus Ihren Nahaufnahmen
22.03.2020

Die Makrofotografie versetzt uns in eine Welt, die mit bloßem Auge schwer zu sehen ist. In diesem Tutorial zeigen wir Ihnen, wie Sie mit Hilfe von Adobe Camera Raw das Maximum aus Ihren Nahaufnahmen herausholen.

Um Makrobilder zu schießen, ist es nicht unbedingt notwendig, mit professionellem Equipment an exotische Plätze zu reisen. Oft reicht der Besuch eines unerwarteten „Gastes“ auf dem heimischen Balkon, dem man zum „Posen“ eine Bühne aus Blättern vorbereiten kann. Wenn man die Blätter zusätzlich noch befeuchtet, dann wird das Grün besonders intensiv erscheinen. Das Insekt wird seinen Durst an der Nässe stillen können und dabei einige Sekunden in einer interessanten Pose erstarren. Die hier beschriebenen Schritte  können Sie entweder mit Adobe Camera Raw oder Adobe Lightroom vollziehen. Bedenken Sie, dass die nachfolgend eingesetzten Werte sich auf ein konkretes Bild beziehen und sie bei Ihren eigenen Bildern anders ausfallen können. Finden Sie die besten Einstellungen einfach mit den eigenen Bildern!

1. Lichter und Schatten

Falls das Bild sehr dunkle Schatten und besonders helle Lichter aufweisen sollte, müssen Sie diese zunächst angleichen. Im hier verwendeten Foto ist die Differenz zwischen den Schatten und Lichtern groß, deshalb werden die Regler ebenfalls hohe Werte aufweisen. Verschieben Sie zunächst den Lichter-Regler auf -100, dann den Tiefen-Regler auf +100, Schwarz auf +90 und die Belichtung auf +0,65.

2. Bildbeschnitt

Nun sollten Sie das Bild beschneiden und begradigen. Da Sie keine Horizontlinie zur Hilfe nehmen können, orientieren Sie sich dabei stattdessen an den Beinen des Insekts. Aktivieren Sie das Freistellungswerkzeug und wählen Sie damit einen neuen Bildausschnitt aus. Um das Foto auszurichten, bewegen Sie den Cursor auf dem grauen Bereich zwischen dem alten und neuen Bildbeschnitt bis der doppelte Pfeil erscheint. Mit gehaltener linken Maustaste begradigen Sie das Bild.

3. Farbtemperatur und Sättigung

Um die Farben des Bildes etwas wärmer und lebendiger zu gestalten, stellen Sie die Farbtemperatur auf 6000 Kelvin ein und verstärken Sie mit der Dynamik die schwach gesättigten Farben, indem Sie den gleichnamigen Regler auf +30 ziehen. Verschieben Sie anschließend den Sättigung-Regler auf +5, um alle Farben gleichmäßig zu intensivieren.

4. Gradationskurve

Gehen Sie nun zur Palette „Gradationskurve“, um den Kontrast zu verstärken. Dort stehen Ihnen mehr Einstellmöglichkeiten zur Verfügung als beim Kontrast-Regler aus den Grundeinstellungen. Hellen Sie zunächst helle Bildpartien auf, indem Sie die Regler für Lichter und Helle Farbtöne auf +5 verschieben. Dann dunkeln Sie Schatten ab, indem Sie den Tiefen-Regler auf -10 ziehen.

5. Farbkorrektur

In diesem Punkt geht es darum, den Farben mehr Gewicht mittels Luminanz, also durch das Abdunkeln beziehungsweise Aufhellen zu verleihen. Im Beispiel konzentrieren wir uns vor allem auf das Aufhellen der Grünflächen und der hellen Bereiche des Insektenfells sowie das Abdunkeln des Himmels. Gehen Sie dazu in die Palette HSL-Einstellungen/Luminanz und verschieben Sie die Regler für Rot-, Gelb- und Grüntöne auf +20, Orangetöne auf +50 und Blautöne auf -10.

Siehe auch:
> Farbgestaltung in der Fotografie

6. Makel entfernen

Auf dem unscharfen Hintergrund befinden sich ein paar auffällige Flecken, die sich ungünstig auf das Gesamtbild auswirken und entfernt werden sollten. Aktivieren Sie dazu das „Makel entfernen“-Werkzeug in der oberen Werkzeugleiste und wählen Sie aus dem rechten Menü im Bereich „Art“ die Option „Reparieren“. Wählen Sie anschließend eine Pinselspitze, die etwas größer als das zu retuschierende Element ist und übermalen Sie den Makel. Das Programm ersetzt dann selbständig mittels Berechnungen den Makel durch eine passende Bildquelle.

7. Korrekturpinsel

Das Gewicht im Bild liegt momentan auf der linken Seite, deshalb sollte auf der rechten Seite ein farbiger, heller Kontrapunkt erzeugt werden. Das Gegengewicht zur linken Seite stellt in unserem Beispiel ein hellgrüner Fleck auf dem Blatt dar. Wählen Sie dazu den Korrekturpinsel aus und markieren Sie einen dreieckigen Bereich auf dem Blatt auf der rechten Seite. Als Nächstes verschieben Sie den Belichtung-Regler auf +0,25 und fügen Sie einen hellgrünen Farbton hinzu, indem Sie bei Farbton den Wert 75 und bei Sättigung 90 einfügen.

8. Verlaufsfilter

Indem Sie dezent den oberen, linken und unteren Bereich des Bildes abdunkeln, erreichen Sie, dass die Aufmerksamkeit des Betrachters mehr auf das summende Model gelenkt wird. Aktivieren Sie den Verlaufsfilter und ziehen Sie zunächst einen Verlauf über den Himmel auf. Ändern Sie die Belichtung auf -1,70. Ziehen Sie dann einen zweiten Verlauf auf der linken Bildseite auf mit einer Belichtung von -1,50 und einen dritten im unteren Bereich mit einem Belichtungswert von -0,50 auf. Zum Schluss können Sie optional dem oberen Verlauf etwas Blau und dem unteren Gelb hinzufügen.

Hier noch einmal unser Vorher-/Nachherbild.

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Sie können bis zu drei Kameras vergleichen, um eine andere auszuwählen, entfernen Sie eine aus dem Vergleich.
Über den Autor
Tomasz Buttler

Tomasz Buttler widmet sich seit 2002 der digitalen Bildbearbeitung. Neben seiner Tätigkeit als freiberuflicher Fotograf und Bildbearbeiter schreibt er für Fachmagazine über Themen rund um Photoshop und Fotografie.