Konzertfotografie: 12 nützliche Tipps für unvergessliche Schnappschüsse

20.07.2018

Na endlich! Die Festival-Saison ist im vollen Gange und da die Konzertfotografie sich als ziemliche Herausforderung darstellen kann, haben wir 12 praktische Tipps für Sie zusammengetragen.

 

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Campino von den Toten Hosen auf der "Krach der Republik"-Tour 2012

Campino von den Toten Hosen auf der "Krach der Republik"-Tour 2012

BRENNWEITE: 70 mm
BELICHTUNGSZEIT: 1/160 s
BLENDE : 2,8

© fotoMAGAZIN

7. Das Soloportrait: die Kür der Konzertfotografie

Neben der Gesamtansicht der Band ist das Soloportrait, vor allem des Bandleaders, ein lohnendes Motiv. Hier den richtigen Moment abzupassen ist nicht einfach. Wichtig: Das Mikrofon verdeckt oft einen Teil des Gesichts. Man braucht also einen Moment, in dem der Sänger das Mikro etwas entfernt hält. Hier vor dunklem Hintergrund natürlich perfekt.

8. Wie verhält sich der Konzertfotograf "im Graben"?

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Der "Graben" auf dem Konzert der Rolling Stones. Esprit-Arena 2014 in Düsseldorf

Der "Graben" auf dem Konzert der Rolling Stones. Esprit-Arena 2014 in Düsseldorf

BRENNWEITE: 15 mm
BELICHTUNGSZEIT: 1/1000 s
BLENDE: 2,8

© fotoMAGAZIN

Der Arbeitsplatz des Konzertfotografen: Auf Höhe des Publikums, deutlich niedriger als die Künstler. Dadurch und durch die Nähe kommt oft die Weitwinkel-Brennweite, leicht geneigt nach oben zum Einsatz. Im Graben geht es eng zu. Man sollte sich respektvoll den anderen gegenüber verhalten und kein Equipment herumliegen lassen.

9. Für mehr Tiefe: Spielen Sie mit den Bildebenen

In der Tiefe versetzt stehende Bandmitglieder können kaum gleichzeitig scharf abgebildet werden. Die mauen Lichtverhältnisse erfordern eine offene Blende, so dass selbst bei 24 Millimetern Brennweite die Schärfentiefe bei knapper Entfernung nicht ausreicht. Man sollte sich auf die vorn stehende Person konzentrieren.

Hat man jedoch das Glück, die gesamte Band auf einer Bildebene zu erwischen, sollte man sofort zuschlagen. Denn so schafft man es, alle Mitglieder trotz Offenblende  in einem Foto scharf zu bekommen.

Ab und zu sollte man sich mal umdrehen
und die anderen Protagonisten
des Ereignisses fotografieren – die Fans.

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Konzertfotografie: Coldplay bei einem Auftritt in der Lanxess-Arena in Köln 2011

Coldplay bei einem Auftritt in der Lanxess-Arena in Köln 2011

BRENNWEITE: 180 mm
BELICHTUNGSZEIT: 1/200 s
BLENDE: 2,8

© fotoMAGAZIN

10. Special Effects: machen Konzertbilder besonders

So störend Lichteffekte, Dekomaterialien und Konfettiregen auch sein mögen – es gibt fast immer einen Weg, sie in die Bildgestaltung einzubeziehen. Hier wurde manuell auf die Band fokussiert und dann durch die Deko hindurch fotografiert.

11. Vom Weitwinkel bis zum Fisheye: cooler Look für Ihre Bilder

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Jan Delay bei einem Auftritt im Palladium in Köln, 2015

Jan Delay bei einem Auftritt im Palladium in Köln, 2015

BRENNWEITE: 15 mm
BELICHTUNGSZEIT: 1/200 mm
BLENDE: 2,8

© fotoMAGAZIN

Aus dem Graben heraus fotografiert man wegen der Nähe oft mit dem leichten Weitwinkel. Bei fast allen Fotos ergibt sich ein typisches Erscheinungsbild: Der Künstler steht höher und ist perspektivisch leicht verzerrt abgebildet – und die Füße sind abgeschnitten. Letzteres hat damit zu tun, dass oft Boxen oder anderes Equipment auf dem Boden der Bühne – und damit vor der Nase des Fotografen herumstehen.

Das Fisheye macht es möglich: Direkt aus dem Graben heraus die gesamte Bühne fotografieren. Etwa 12 mm Brennweite reichen aus. Die Hauptperson sollte in der Mitte der Komposition stehen, da sie sonst wegen der Verzeichnung stark gekrümmt bzw. schräg abgebildet würde. Der Fisheye-Effekt nutzt sich schnell ab, einige Fotos damit reichen aus.

12. Fazit: das Publikum nicht vergessen!

Was wären die Stars und Sternchen der Unterhaltungsindustrie ohne ihre Fans? Ab und zu sollte man sich mal umdrehen und die anderen Protagonisten des Ereignisses fotografieren – die Fans. So kann man die Stimmung beim Konzert dokumentieren.

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fotoMAGAZIN 01/2016

Diese und weitere Praxis-Tipps finden Sie übrigens in fotoMAGAZIN Nr. 01/2016.
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Markus Linden
Über den Autor
Markus Linden

Markus Linden hat sein Hobby zum Beruf gemacht: Er schreibt on- und offline über Fotografie und Fotografen, organisiert Fotowettbewerbe und fotografiert selbst leidenschaftlich gerne. Dem fotoMAGAZIN ist er seit 2003 zunächst als Redakteur und jetzt als freier Mitarbeiter verbunden.