Kickstarter: Lab-Box für analoge Filmentwicklung bei Tageslicht

Deals ab 69 Euro verfügbar
21.02.2017

Neu bei Kickstarter: die Lab-Box für analoge Filmentwicklung. Ganz ohne Dunkelsack und für Kleinbild- sowie Mittelformatfilme. Wir haben alle Informationen zum Multiformat-Entwicklungstank von Ars-Imago

 

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Lab Box: Bezeichnung und Funktionen der Teile

Drehknopf, Schneidevorrichtung & Co.: Auf diesem Bild kann man sehr schön sehen, wo sich was bei den einzelnen Modulen befindet und wozu es dient

© Ars-Imago

Analog-Fans aufgepasst: Für alle, denen die Filmentwicklung in der heimischen Küche bisher zu umständlich war, launcht Ars-Imago nun die Kickstarter-Kampagne zu einer unkomplizierteren Lösung. Denn mit der "Lab-Box" können Sie Ihre Kleinbild- und Mittelformatfilme künftig bei Tageslicht erledigen – und benötigen hierfür nurnoch einen Tank.

So funktioniert die Filmentwicklung mit der Lab-Box

Die Lab-Box setzt sich aus dem Entwicklungstank und dem jeweiligen, ansteckbaren Filmmodul zusammen – eines für 35er-Kleinbildfilme und eines für 120er-Rollfilme. Je nachdem welche Filmart gerade entwickelt werden soll, wird die Tankeinheit mit dem jeweils passenden Filmmodul verbunden.

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Lab Box: 35-mm-Kleinbildfilm einspulen

Der Innenteil des 35-mm-Moduls

© Ars-Imago

Im nächsten Schritt wird der Filmanfang – und bitte auch wirklich nur der Anfang des Films! – in die Spule eingefädelt. Nun müssen Tank und Filmmodul mit dem Deckel verschlossen werden, sodass Sie damit beginnen können, den Film mit Hilfe des Drehknopfs einzuspulen. Der Drehknopf befindet sich an der Außenseite der Tankeinheit, siehe Bilder. Ist der Film komplett eingefädelt, können Sie mit der eigentlichen Filmentwicklung beginnen: Füllen Sie Ihre Entwicklerflüssigkeiten wie gewohnt durch die entsprechende Öffnung in den Tank ein.

Für Alessandro Franchini, Inhaber und Geschäftsführer von Ars-Imago, war die Entwicklung der Lab-Box ein logischer Schritt, denn die Hürden herkömmlicher Systeme sind ihm nur allzu bekannt:

«Die Entwicklungsdose ist universell einsetzbar, für Kleinbildfilme ebenso wie für 120er-Rollfilme. Das Einspulen erfolgt unter normalen Lichtverhältnissen, und der Entwicklungsvorgang selbst ist mit dieser Dose einfach und präzise zu bewältigen.»

Wieviel Entwicklerflüssigkeit wird für die Lab-Box benötigt?

Für die Lab-Box gilt folgendes: Die Lab-Box darf nicht gekippt werden, auch wenn Sie das von bisherigen Systemen so gewohnt sind. Wer Chemie sparen will, befüllt seine Tankeinheit mit 270 ml, muss dafür aber auch daran denken, den Drehknopf ständig zu drehen, damit der Film vollständig in Chemie badet. Wird der Tank mit 500 ml befüllt, so brauchen Sie den Film nur gelegentlich bewegen.

Sparfüchse können die Menge an Chemie mit dem Monobath von Ars-Imago übrigens noch weiter reduzieren, sodass lediglich Fixierentwickler und Netzmittel zum Einsatz kommen müssen.

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Lab Box: 120-mm-Rollfilm einspulen

Der Innenteil des 120-mm-Moduls

© Ars-Imago

In das Modul für 35-mm-Kleinbildfilme haben die Entwickler eine Schneidevorrichtung integriert. So kann der Film nach dem Einspulen ganz bequem von der Filmpatrone getrennt werden. Für den 120-mm-Mittelformatfilm wird der belichtete Farbstreifen zunächst mithilfe des Moduls vom Schutzpapier getrennt, während der belichtete Filmstreifen in einer lichtdichten Vorrichtung landet. Mit wenigen Handgriffen gelangen Sie im Anschluss zum Filmanfang ihrer 120-mm-Rolle, wie es dann weiter geht, haben wir oben bereits beschrieben. Das folgende Video verdeutlicht den Vorgang für beide Filmarten.

 

Die technischen Details im Überblick

  • Abmessungen: 182 x 124 x 98 mm
  • Gewicht: ca. 700 Gramm
  • Material: ABS-Kunststoff, rostfreier Stahl
  • Füllmenge: bis zu 500 ml
  • Hergestellt in Italien

Die Kickstarter-Kampagne im Überblick

Die Lab-Box ist das Ergebnis einer zweijährigen Entwicklungsphase und es werden verschiedene Pakete angeboten. Wer die Kampagne einfach so unterstützen mag, kann einen beliebigen Betrag spenden. Ab 69 Euro bekommen die erstern 200 Unterstützer bereits etwas für ihr Geld: den Entwicklertank plus ein Filmmodul ihrer Wahl. Für 89 Euro erhalten die schnellsten 200 bereits den Tank samt Kleinbild- und Mittelformatmodul. Je mehr Sie investieren wollen, desto mehr bekommen Sie auch für Ihr Geld. Beispielsweise eine größere Anzahl der Lab-Box samt Entwicklerchemie oder aber frisches Filmmaterial.

Das Finanzierungsziel liegt bei 70.000 Euro und die Kampagne kann 34 Tage lang unterstützt werden. Zur Verfügung stehen noch zwei weitere Farbvarianten, die Black und die Green Edition. Ars-Imago arbeitet außerdem daran, ihrem Entwicklungstank einen Rotationsmechanismus sowie die Möglichkeit zur Erwärmung der Chemie samt Temperaturkontrolle zu verpassen – besonders wichtig für den C41-Entwicklungsprozess.

Die Auslieferung der Lab-Box soll im September 2017 erfolgen. Zur Kickstarter-Kampagne gelangen Sie hier.

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Anne Schellhase

fM-Redakteurin Anne Schellhase kümmert sich um den Online-Bereich des Magazins und fotografiert leidenschaftlich analog. Sie ist meist die Erste, die antwortet, wenn Sie uns über unsere Social Media-Kanäle kontaktieren.

© Tamara Skudies

Fazit der Redaktion: Die Lab-Box spart Zeit, schafft Platz und erleichtert den analoge Fotografen-Alltag

Die heimische Filmentwicklung war bisweilen für mich persönlich ein eher kompliziertes Unterfangen: Denn das Einspulen des Films will, besonders bei längst abgelaufenen Rollen, oftmals nicht funktionieren. Selbst mir fehlt dann oft die Geduld. Außerdem bringt das Einfädeln im Dunkelsack nahezu jedes Mal mit sich, dass Fusseln und Staub ihren Weg auf das Filmmaterial finden. Hinzu kommt die Frage nach dem Lagern von Filmspulen, Chemie und diversen anderen Dingen, die man zur Entwicklung analoger Filme benötigt. Die Menge des Zubehörs minimiert sich mit Einsatz der Lab-Box zumindest ein wenig.

Die Lab-Box scheint – verglichen mit anderen Systemen – wesentlich einfacher in der Handhabung und verspricht insgesamt einen bequemeren Ablauf. Zugegeben, ganz flammneu ist die Idee nicht. Denn es gab in der Vergangenheit bereits ähnliche Tageslichttanks, beispielsweise den Rondinax von Agfa. Dieser ist heute jedoch nur noch auf dem Gebrauchtmarkt erhältlich und wird mitunter ziemlich hoch gehandelt. Und wenn man einen Rondinax für das 35-mm-Format hat, fehlt einem immer noch die Variante für das Mittelformat. Außerdem ist fraglich, wie lange das alte Bakelit noch gute Dienste verrichten mag. Ein ähnliches System gab es auch von Jobo, den Tageslichtentwicklungstank 2400. Auch dieser ist leider seit geraumer Zeit nicht mehr im Sortiment gelistet. 

Doch zurück zur Lab-Box: Praktisch erscheint mir vor allem die Möglichkeit, den Tank binnen Sekunden für das gewünschte Filmmaterial umzubauen. Sehr gespannt bin ich, ob die Lab-Box künftig dahingehend optimiert wird, mehrere Filme gleichzeitig entwickeln zu können. Ich werde diesen neuartigen Entwicklertank definitiv in der heimische Küche testen und meine Erfahrungen mit Ihnen teilen.

Übrigens scheint die Kampagne offenbar einen Nerv getroffen zu haben. Nach gerade einmal knapp zwei Stunden wurde die gesamte Finanzierungssumme eingespielt. Glückwunsch zum Erfolg an das Team um Alessandro Franchini.

Sie können bis zu drei Kameras vergleichen, um eine andere auszuwählen, entfernen Sie eine aus dem Vergleich.
Über den Autor
Anne Schellhase

Das jüngste Mitglied der fotoMAGAZIN Redaktion ist Anne Schellhase. Die studierte Sozialpädagogin fotografiert leidenschaftlich, vor allem analog, gerne als Lomographin - was in der Redaktion immer wieder zu interessanten Debatten führt. Anne kümmert sich um unseren Online-Auftritt und ist meist die Erste, die antwortet, wenn Sie auf dieser Seite kommentieren oder uns über Social-Media-Kanäle kontaktieren.