Fotoreise Marokko: Bilder wie aus 1001 Nacht

Mit dem Smartphone durch Marrakesch
01.11.2018

Ein Ort, so bunt wie seine Mosaike und so köstlich, wie frisch gebrühter Minztee. Die Königsstadt Marrakesch hat einiges zu bieten: Von abenteuerlichen Besuchen in den Souks über Kamelritte durch die Wüste bis hin zu kulinarischen Genüssen. Warum sich eine Fotoreise nach Marokko lohnt, erzählt Anne Schellhase.

 

Marrakesch ist ein verrückter Ort. Das meine ich durchaus positiv, denn nicht umsonst wird dieses Fleckchen Erde auch als “Perle des Südens” bezeichnet. Mit seinen zahlreichen Gärten, der schier endlosen Wüste und den verwinkelten Souks, in denen die buntesten Farben zu Hause sind, ist Marrakesch aber vor allem eins: unheimlich fotogen. Und eignet sich deshalb auch hervorragend für eine Fotoreise.

Das liegt zum einen daran, dass Marokko so anders ist, als Deutschland. Es ist einfach ein Erlebnis, morgens um 6 Uhr vom Gebetsruf des Muezzin geweckt zu werden, beim Schlendern durch die Souks Roller-Rasern aus dem Weg springen zu müssen, um nicht überfahren zu werden (immerhin hupen sie beim Vorbeifahren!) oder in einer der vielen Garküchen Platz zu nehmen, um großartig orientalisch zu speisen. Marrakesch ist berühmt für seine Garküchen, die Tag für Tag wie aus dem Nichts ganz pünktlich zum Sonnenuntergang aus dem Boden gestampft werden und den Gauklerplatz in einen magischen Ort verwandeln: Hier begegnen einem Schlangenbeschwörer, Wahrsager und Geschichtenerzähler, während sich die Luft in ein Gemisch aus ätherischen Ölen, Kreuzkümmel, Röstaromen und süßlichem Weihrauch verwandelt. Eine vorzügliche Mischung, die für jeden etwas bereit hält.

Zum anderen bekommt man einfach das Gefühl, ein Stück 1001 Nacht erleben zu dürfen. Denn nicht nur die Gerüche sind so betörend, so neu und so anders, als bei uns. Auch die Geräuschkulisse ist eine ganz andere. Völlig abgesehen von dem Muezzin, der fünfmal täglich vom Minarett der Koutoubia-Moschee zum Gebet ruft, locken exotische Rhythmen aus den quirligen Gässchen der Souks, während bepackte Esel die eigenen Wege kreuzen. ​Folgt man diesen Klängen, offenbaren sich oft die schönsten Dinge. Hier finden sich handgeknüpfte Teppiche in feinster Qualität, wunderschöne Seidentücher, soweit das Auge reicht und Gewürze in allen Farben des Regenbogens. Edelsteine funkeln einem entgegen und Wunderlampen strahlen um die Wette: Man ist fast geneigt, zumindest eine davon in die Hand zu nehmen und an ihr zu reiben, in der Hoffnung ein verwunschener Djin nimmt Gestalt an und bittet zum Wunsch. Alleine dieses vielseitige Labyrinth aus Basargassen bietet schon eine Fülle an großartigen und außergewöhnlichen Fotomotiven.

Fotoreise Marokko: 5 Tipps zum Fotografieren mit dem Smartphone

Festhalten durfte ich all das mit dem HTC U12+, also einem Smartphone. Speziell für Marokko bietet sich das als immer-dabei-Kamera an. Es empfiehlt sich nämlich keineswegs, eine dicke Spiegelreflexkamera aus dem vollgestopften Fotorucksack zu holen, um mit einem Ofenrohr von Telezoom auf Fotojagd zu gehen. Folgendes sollten Sie unbedingt beachten:

  1. Die Einwohner mögen es ganz und gar nicht, ungefragt fotografiert zu werden. Ein respektvoller Umgang mit den Portraitierten ist das A und O.
  2. Diese Lektion lernte ich sehr schnell und stellte fest: Hilfreich ist oft schon eine direkte Kontaktaufnahme in Form eines Gesprächs. Die Einheimischen sind neugierig, sehr offenherzig und unheimlich nett. Und eben doch für ein Foto zu haben.
  3. Wer sich an diese Spielregeln nicht hält, muss – wortwörtlich – zahlen. Es bildet sich schnell eine kleine Menschentraube um denjenigen, der das nicht will. Das rührt daher, dass viele Einheimische sehr arm sind. Auf diese Weise verdienen sie nunmal ihr Geld. Das kann man verstehen und Respekt und Rücksicht nehmen – oder es eben lassen und notgedrungen immer etwas Geld in der Hosentasche parat haben.
  4. Wer mit dem Smartphone fotografieren und filmen will, sollte nicht unbedingt das älteste Semester dabei haben. Das HTC U12+ zeigte sich im Härtetest der Dauernutzung als äußerst langlebig in Bezug auf die Akkuleistung, besonders schnell dank des verbauten Snapdragon 845-Prozessors und komfortabel aufgrund cleverer Bedienfunktionen wie beispielsweise Edge Sense 2. Das wichtigste Kriterium ist für mich persönlich jedoch die Bildqualität und an dieser Stelle schmerzt es fast eingestehen zu müssen, dass mein iPhone 7 Plus dem U12+ weder in Puncto Farbwiedergabe noch in Sachen Schärfe, Weißabgleich und Bildstabilisierung das Wasser reichen kann. Wer sich also ebenfalls entscheidet, Marrakesch mit dem Smartphone zu entdecken und Bilder mitbringen will, die man sich auch danach noch gerne anschaut, sollte sich für ein aktuelles Modell mit Dual-Kamera entscheiden.
  5. Videografen nehmen im besten Fall ein Gimbal mit: So lässt sich das Gewusel prima festhalten.

 

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Sie können bis zu drei Kameras vergleichen, um eine andere auszuwählen, entfernen Sie eine aus dem Vergleich.
Über den Autor
Anne Schellhase

Das jüngste Mitglied der fotoMAGAZIN Redaktion ist Anne Schellhase. Die studierte Sozialpädagogin fotografiert leidenschaftlich, vor allem analog, gerne als Lomographin - was in der Redaktion immer wieder zu interessanten Debatten führt. Anne kümmert sich um unseren Online-Auftritt und ist meist die Erste, die antwortet, wenn Sie auf dieser Seite kommentieren oder uns über Social-Media-Kanäle kontaktieren.