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Fotopapiere – von Inkjet- und Fine-Art-Papieren
Die größte Bandbreite an Papier gibt es für den Inkjetdruck.
© Hahnemühle

Fotopapiere – von Inkjet- und Fine-Art-Papieren

Fotogrundlage
24.06.2021

Inkjet-Papier oder Fine-Art-Print? Es gibt viele Möglichkeiten, ein Bild zu drucken. Lesen Sie, welche Fotopapiere sich für Ihre Motive eignen.

Klassische Fotopapiere werden nicht bedruckt, sondern belichtet. Das Papier besteht aus einer (Schwarzweiß-Papier) oder drei (Farbpapier) lichtempfindlichen Schichten auf einem Trägerpapier. Früher wurden diese Papiere über einen Vergrößerer mit dem durch das Negativ geleitete Licht belichtet – heutzutage übernehmen das Laserbelichter auf Basis der digitalen Daten der Fotos. Das Papier ist immer noch das gleiche wie zu analogen Zeiten – aber im Detail weiterentwickelt. In der Regel erhält man bei Bestellungen von Abzügen Papiere von Fujifilm, selten noch von Kodak.

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Belichtung von Fotopapier

Eine „einfache“ Belichtung auf Fuji Crystal-Papier ist bereits detailreich und weist große Tiefe aus.

© Whitewall

Kleine Tropfen: Was ist Inkjet-Papier?

Inkjet-Papiere sind speziell beschichtete Papiere, welche die Tinten der Inkjet-Drucker aufnehmen. Letztlich ist der Inkjet-Druck die einfachste Möglichkeit, zu Hause hochwertige Fotos zu produzieren. Aber auch bei den Dienstleistern erhalten Sie hochwertige Inkjet-Prints. Bei diesen Papieren lassen sich zwei Gruppen unterscheiden: Inkjet-Fotopapier und Fine-Art-Papier.

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Inkjet-Papier matt

Inkjet-Papier in matt mit sanfter Textur (Fibre)

Fotopapier – matt oder glänzend?

Grundsätzlich gibt es die Fotopapiere in den Varianten glänzend und matt – wobei glänzend immer schärfer wirkt und mehr Tiefe simuliert. Der Nachteil: Glänzendes Papier reflektiert das Licht. Wenn Sie das Bild später rahmen, kann das vor dem Bild befindliche Glas die Spiegelung noch verstärken.

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Fotopapier glänzend

Üblicherweise gibt es glänzende (hier zu sehen) und matte Fotopapiere. Welches Sie wählen sollten hängt vom Motiv und den Gegebenheiten ab.

Die Inkjet-Fotopapiere gibt es ebenfalls in glänzend und matt, aber auch in Abstufungen (seidenmatt/Luster). Die Unterschiede zwischen einem belichteten Fotopapier und einem (guten) per Inkjet bedruckten Papier sind marginal. Wenn Sie jedoch selbst drucken, behalten Sie die volle Kontrolle über den Prozess und können jedes Detail herausarbeiten. Auch hier gilt: Nehmen Sie im Zweifel für gerahmte Bilder eher ein (seiden-)mattes Papier, wenn Sie keine hochwertig entspiegelten Gläser in Ihrem Rahmen haben. Wenn die Inkjet-Fotopapiere lange halten sollen, dann müssen sie säure- und ligninfrei sein – wie etwa die Photo-Medien von Hahnemühle.

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Glänzendes Fotopapier von Fuji

Ein hochglänzender Print auf Fuji-Crystal-Ultra-Fotopapier mit Whitewalls HD-Verfahren.

© Whitewall

Fotopapiere gibt es auch mit Effekten: von Fujifilm und Kodak als Metallic-Variante, bei der die hellen Bildbereiche einen metallischen Glanz erhalten (für Architektur, Autos, spezielle Portraits) oder als Velvet mit einer samtigen, sehr matten Oberfläche, die sich gut für Mode- und Portrait eignet.

Schwarz und  weiß

Schwarzweiß-Papiere lassen sich ebenfalls bei einigen Dienstleistern bestellen. Gelegentlich (z. B. bei Whitewall) bekommt man sogar Barytpapier, das mit seinem tiefen Schwarz und langer Haltbarkeit punktet. Für solche besonderen Papiere müssen Sie etwas mehr bezahlen – aber in der Regel ist eine Belichtung günstig bei gleichzeitig hoher Bildqualität.

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besonderes Schwarzweiß-Fotopapier: Bartypapier

Barytpapiere können auch via Laserbelichter aus digitalen Fotos belichtet werden.

© Whitewall

Was sind Fine-Art-Papiere?

Fine-Art-Papiere sind ebenfalls für Inkjet beschichtet, aber lassen die Eigenschaften des Papiers durchscheinen. Die Drucke sind daher nicht so scharf wie bei Fotopapieren, aber überzeugen mit einzigartigen Oberflächen. 

Die Fülle an Fine-Art-Papieren ist riesig – von Klassikern wie dem Hahnemühle Photo Rag über Baryt- und Büttenpapiere mit aquarellartiger Struktur ist alles dabei. Neben Hahnemühle gibt es weitere Hersteller wie Ilford, Tecco oder Canson. Für Selbstdrucker ist die Bandbreite riesig – bei den Dienstleistern bekommt man oft Hahnemühle-Papiere, die zumeist auf Epson-Geräten (gelegentlich auch Canon) bedruckt werden. Bei Fine-Art-Papieren entscheidet das Motiv über die Papierauswahl: Während ein glattes Baumwoll-Papier wie das Photo Rag für viele Motive funktioniert, ist ein Aquarellpapier eher für Portraits sinnvoll, strukturiertes Texturpapier für Landschaften etc. Alle Anbieter haben Mustersets, die man sich am besten zu Hause in Ruhe anschaut.

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Inkjet-Fotopapier matt

Inkjet-Papier in matt mit Leinwand-Textur.

Digitaldruck

Bei einigen Online-Anbietern bekommt man „Poster“, oft im Digitaldruck. Mit diesen Druckmaschinen können nahezu beliebige Papiere bedruckt werden. Sie werden vor allem für Werbung eingesetzt, kommen aber auch für den Fotodruck zum Einsatz. Die Technik hat sich in den letzten Jahren weiterentwickelt. Zwar kommt die Bildqualität noch immer nicht an Inkjet- oder an die Belichtung heran, aber an der Wand fällt das kaum auf. Allerdings wird meist nur glänzend oder matt angeboten – weshalb es in den meisten Fällen besser ist, etwas mehr Geld für eine individuelle Belichtung auf Fotopapier oder einen Druck auf Inkjet-Medien auszugeben.  

Fazit

Grundsätzlich gibt es drei Typen von Papieren, mit denen Sie als Fotograf in Berührung kommen: Fotopapiere, Inkjet-Papiere und Papiere für den Digitaldruck. Welches Papier am besten ist, hängt ganz von Ihren Ansprüchen ab. So lässt sich auch die Wahl der Art des Fine-Art-Papiers anhand des Foto-Motivs selbst und den gestellten Anforderungen sowie den Gegebenheiten treffen. 

Sie können bis zu drei Kameras vergleichen, um eine andere auszuwählen, entfernen Sie eine aus dem Vergleich.
Markus Linden
Über den Autor
Markus Linden

Markus Linden hat sein Hobby zum Beruf gemacht: Er schreibt on- und offline über Fotografie und Fotografen, organisiert Fotowettbewerbe und fotografiert selbst leidenschaftlich gerne. Dem fotoMAGAZIN ist er seit 2003 zunächst als Redakteur und jetzt als freier Mitarbeiter verbunden.