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Fotografieren im Winter: Aufmacher
© Tamara Skudies

Fotografieren im Winter: 9 Tipps für schönere Fotos

Praxis-Tipp der Woche
01.01.2019

Wer kennt es nicht: Die Nase läuft, die Hände werden taub und das Display beschlägt. Das Fotografieren im Winter ist mit einigen Herausforderungen verbunden. Wir haben ein paar Tipps für Sie.

Tipp Nr. 5: Beliebte Winter-Fallen

So schön der Schnee auch anzuschauen ist, er macht das Fotografieren nicht unbedingt einfacher. Schnee-Bilder werden oft zu dunkel, das ist zwar ärgerlich, eigentlich aber gar nicht so verwunderlich. Denn der Schnee trickst mit seiner enormen Hellig- und Reflexionsfähigkeit die Kamera aus. Als Ergebnis erhalten wir meist unterbelichtete Bilder.
Deswegen lautet die erste Faustregel: Im Winter bei Schnee etwa ein bis zwei Stufen überbelichten.

Eine andere Möglichkeit ist, einen Polfilter zu benutzen. Auch ein umgedrehter Grauverlaufsfilter ist eine Variante, um starke Reflexionen und in Folge dessen Unterbelichtungen zu vermeiden. Das alles ist allerdings Geschmackssache. Wo der eine gerne mit Filtern arbeitet, arbeitet der andere lieber mit festgelegter Belichtungszeit oder Blendenöffnung. Frei nach dem Motto "Probieren geht über Studieren" sind der Kreativität und dem Mut des Fotografen hier keine Grenzen gesetzt.

Wer auch im Winter mit dem Stativ und Langzeitbelichtungen arbeiten möchte, für den sind Schnee-Teller eine gute Idee. Diese verhindern, dass das Stativ im Schnee verschwindet. Bei der Nutzung von Stativen in fließenden Gewässern ist außerdem Vorsicht geboten: Sind die Verschlüsse erstmal nass, drohen diese einzufrieden und sind so schnell nicht wieder aufgetaut. Stellen Sie also sicher, dass wirklich nur die Füße in Kontakt mit Wasser kommen. Wer Display oder Frontlinse unterwegs putzen möchte, sollte diese bei Frost besser nicht anhauchen: Der feine Atem gefriert binnen Sekunden – besser nicht verreiben.

Tipp Nr. 6: Der optimale Aufnahmestandort

Wer verträumte Winterlandschaften fotografieren will, sollte sich gut positionieren: Am besten an einem Ort, der Ihnen einen Überblick verschafft. Wie wäre es mit einem Hügel, die Berge oder einer Anhöhe? Solche Standorte sind gerade für weitläufige Panoramen super geeignet. Zugefrorene Gewässer und dicht verschneite Wälder bieten Ihnen hingegen die Möglichkeit, ein wenig näher ran zu gehen und die Besonderheiten der kalten Jahreszeit festzuhalten. Generell ist es immer ratsam sich vorab Gedanken darüber zu machen, welche Art Bilder sie machen wollen – erstrecht in frostiger Umgebung.

Tipp Nr. 7: Mit der Sonne wandern

Auf das Wetter sollten Sie sich nicht nur in Bezug auf die richtige Klamotte einstellen. Denn wer sich mit Witterungsverhältnissen samt dazugehöriger Lichtstimmung auskennt, wird meist mit den schönsten Bildern belohnt – dies gilt nicht nur im Winter.

Wir haben dennoch eine Idee, die nicht so versierten Fotografen weiterhelfen könnte. Finden Sie vorab Antworten auf folgende Fragen:

  1. Wie wird das Wetter generell?
  2. Wann geht die Sonne auf?
  3. Wann geht die Sonne unter?
  4. Erwarten mich Regen/Schnee/Nebel/Sonne/Frost?

Es dauert wirklich nicht lange diese Dinge zu recherchieren, das Wissen um die Bedingungen hilft Ihnen jedoch bei der Umsetzung. So kommen Nebel und Frost in den Morgenstunden besser rüber während die Eiskristalle einer Schneedecke in der untergehenden Abendsonne funkeln, wie tausend Diamanten. Das Beste daran: Die Sonne geht im Winter zu sehr humanen Zeiten auf bzw. unter. Da Ihnen im Winter nicht sonderlich viel Zeit bleibt diese Momente festzuhalten, ist es gut vorbereitet und zeitig am Aufnahmestandort zu sein.

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Sie können bis zu drei Kameras vergleichen, um eine andere auszuwählen, entfernen Sie eine aus dem Vergleich.
Über den Autor
Anne Schellhase

Das jüngste Mitglied der fotoMAGAZIN Redaktion ist Anne Schellhase. Die studierte Sozialpädagogin fotografiert leidenschaftlich, vor allem analog, gerne als Lomographin - was in der Redaktion immer wieder zu interessanten Debatten führt. Anne kümmert sich um unseren Online-Auftritt und ist meist die Erste, die antwortet, wenn Sie auf dieser Seite kommentieren oder uns über Social-Media-Kanäle kontaktieren.