Cloud-Dienste im Vergleich: Vorteile, Unterschiede, Rechtslage

Speicher in den Wolken
10.08.2017

Cloud-Dienste bieten mehr als nur Speicher im Internet. Welche Dienste es gibt und was die mit unseren Smartphone-Fotos machen, haben wir uns mal angesehen

 

Egal wie viel Speicher das Smartphone hat – wer es regelmäßig zum Fotografieren benutzt, wird ihn früher oder später gefüllt haben. Wohin dann mit den Bildern?

1. Was ist eine Cloud?

Die Sicherheitskopie auf dem Computer ist längst nicht mehr die beste Lösung: Heute ist es weit einfacher und effizienter, Fotos mit Hilfe von sogenannten Cloud-Diensten im Internet zu sichern. Nach einer unkomplizierten Ersteinrichtung werden alle Fotos vom Smartphone auf dem Online-Speicher des jeweiligen Anbieters übertragen. Das geschieht ganz nebenher, ohne dass man sich darüber Gedanken machen muss. Von dort lassen sie sich – durch eine Anmeldung mit Passwort geschützt – per Computer, Tablet oder sogar Fernseher jederzeit über das Internet abrufen.

Neben der bequemen Synchronisation und dem Schutz vor Bildverlust bringt das noch einige weitere Vorteile mit sich. Die Bilder lassen sich mit Freunden teilen, auf anderen Geräten anschauen, beim Foto-Dienstleister ausdrucken – und bei manchen Anbietern es ist es sogar einfacher, Fotos auf dem Handy gezielt zu suchen und zu finden.

2. Wie funktionieren Cloud-Speicher?

Das Grundprinzip ist stets gleich: Zunächst erstellt man mit einer Mail-Adresse und einem Passwort beim jeweiligen Anbieter ein Konto (alternativ geht das inzwischen oft auch mit Hilfe bereits vorhandener Facebook-, Twitter- oder Google-Konten), und erhält ein gewisses Kontingent an Speicherplatz bei dem jeweiligen Anbieter zur freien Nutzung. Diese erste Anmeldung kann über einen Computer oder direkt am Smartphone erfolgen. Für den Privatgebrauch reicht die kostenlose Cloud-Grundausstattung in vielen Fällen aus.

Der Speicherplatz lässt sich dann zum Beispiel am Computer als Ablage für Dateien nutzen. Meist geschieht das mit synchronisierten Ordnern: Auf dem eigenen Computer wird ein Verzeichnis ausgewählt, dessen Inhalte – sobald eine Verbindung zum Internet besteht – zu den Servern des Cloud-Anbieters kopiert werden. Alles, was man in diesem Ordner speichert, wird so zusätzlich über das Internet gesichert.

Über die jeweiligen Internet-Seiten oder mit Apps für Smartphone oder Tablet kann dann auch von anderen Geräten auf diese Inhalte zugegriffen werden. Änderungen, die auf einem Gerät durchgeführt werden, sind dann auch auf den anderen zu sehen.

3. Wie komme ich zu meiner Cloud?

Nach dieser Ersteinrichtung gibt es bei allen hier vorgestellten Cloud-Diensten die Möglichkeit, auch Fotos vom Smartphone auf die Server zu übertragen – allerdings auf leicht unterschiedlichen Wegen:

  1. Wer ein Android-Smartphone hat, kann dieses ohnehin nur vollständig nutzen, wenn er es mit einem Google-Konto verknüpft. Wird dann die „App Google Fotos“ gestartet (auf aktuellen Smartphones ist sie schon vorinstalliert) genügt es, hier das automatische Hochladen zu aktivieren. Bereits auf dem Gerät vorhandene Fotos werden dann ebenso wie neu aufgenommene zu Google übertragen. Dabei werden auch zusätzliche Bildinformationen wie der Aufnahmeort gespeichert und Google analysiert auch die Bildinhalte – mehr dazu auf Seite 2.
  2. Auf iPhones ist die App „Fotos“ von Apple vorinstalliert. Hier ist ein Betreiben des Smartphones ohne einen Account bei Apple praktisch unmöglich – dementsprechend lassen sich Fotos hier ohne zusätzliche Anmeldung über das Apple-System iCloud sichern. Allerdings ist man durch das installierte Betriebssystem nicht auf einen Cloud-Speicher festgelegt. Die App „Google Fotos“ etwa wird auch für das iPhone angeboten. Und für beide Systeme gibt es interessante Alternativen:
  3. Als Pionier im Bereich Cloud-Speicher ist Dropbox bekannt. Die gleichnamige App gibt es für beide Betriebssysteme – und bei beiden lässt sich auch die automatische Synchronisierung der Handy-Fotos aktivieren. Allerdings nur, wenn das Konto zuvor auch auf mindestens einem Computer aktiviert wurde.
  4. Wer die Büro-Software Office-Suite 365 von Microsoft nutzt, hat damit (in den meisten Varianten) auch Zugriff auf ein Kontingent von einem Terabyte Online-Speicher auf dem Microsoft-Cloud-Dienst „OneDrive“ – das genügt für mehrere hunderttausend Bilder. Auch hier gibt es entsprechende Apps für Android und iOS, die das Hochladen direkt vom Smartphone ermöglichen. Mit geringerem Speicherangebot lässt sich OneCloud auch ohne Office-Abonnement gratis nutzen.
  5. Amazon-Kunden, die die Prime-Option nutzen (damit werden die Kosten für Lieferungen des Bestellhändlers mit einer Pauschale abgegolten), können Fotos auch auf dem damit verknüpften Cloud-Dienst Amazon Drive speichern – und zwar ohne Begrenzung des Speicherplatzes. Die entsprechende App heißt „Prime Photos“.
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Über den Autor
Rainer Claaßen