Checkliste Kameradiebstahl: Das müssen Sie beachten

Von Anzeige bis Versicherung: wir klären auf!
02.01.2018

Seriennummer, Anzeige, Versicherung & Co. Mit unserer Checkliste Kameradiebstahl behalten Sie die Nerven, falls der Ernstfall eintreten und Ihr Equipment abhanden kommen sollte.

 

Fragt man einen Fotografen nach seinem schlimmsten Albtraum, wird er vermutlich antworten, „… dass die Fotoausrüstung im Urlaub gestohlen wird“. Wie Sie diesen Albtraum vermeiden und im Falle eines Diebstahls handeln sollten, verrät unser Autor Radomir Jakubowski. Für ihn wurde dieser böse Traum auf Teneriffa wahr, als er die Insel für ein Fotoprojekt bereiste.

Safety first: Wie beuge ich einem Kameradiebstahl vor?

  • Notieren Sie die Seriennummern Ihres Equipments und hinterlegen Sie diese – wenn möglich – beim Hersteller.
  • Nehmen Sie am besten einen günstigen, lokalen Mietwagen, auf dem keine großen Aufschriften sind, sodass er wie ein einheimisches Fahrzeug wirkt.
  • Lassen Sie nie Wertgegenstände im Auto.
  • Trennen Sie Ihre Datensicherung vom Rest des Equipments und führen Sie am besten nicht beides mit sich (z. B. Sicherung im Hotel aufbewahren).

Erste Schritte: Was tue ich, wenn mir meine Kameraausrüstung gestohlen wurde?

  • Wenn Sie bestohlen wurden, melden Sie es umgehend der Polizei. Lassen Sie sich eine Kopie des Polizeiberichtes für alle Behörden und Versicherungen in Deutschland aushändigen.
  • Streuen Sie anschließend die Seriennummer(n) weitmöglichst im Internet und über soziale Medien.
  • Melden Sie beim Service Ihres Herstellers die gestohlenen Seriennummern. Sollten die Geräte beim Service auftauchen, werden sie einbehalten.
  • Setzen Sie einen Finderlohn aus.
  • Überprüfen Sie, ob nicht eine Ihrer Versicherungen einen Teil des Schadens abdeckt (Reisegepäck-, Hausratversicherung o. ä.). Sollte Ihr Mietwagen beschädigt sein: Haben Sie mit Kreditkarte bezahlt, greift oft eine Vollkaskoversicherung des Kreditkartenanbieters.
  • Überprüfen Sie auf www.stolencamerafinder.com regelmäßig, ob jemand Bilder aus Ihrer Kamera online stellt. Dazu ziehen Sie einfach eine Bilddatei aus Ihrer Kamera in das Feld auf der Website. Das Programm durchsucht das Web nach der Seriennummer aus Ihrer Bilddatei. Sollte ein Bild aus Ihrer gestohlenen Kamera auftauchen, können Sie weitere Schritte einleiten.
  • Kontrollieren Sie regelmäßig den Spamfilter Ihres E-Mail-Postfaches, da gerade ausländische E-Mails oft weggefiltert werden.

Versicherungen für Fotografen: 6 Tipps für einen sicheren Abschluss

  1. Es gibt einige spezielle Fotoversicherungen und Versicherungsunternehmen, die auch Fotoequipment versichern. Wichtig ist, dass Sie ein vernünftiges Versicherungspaket schnüren und bestimmte Teile nicht mehrfach versichern. Wenn Sie Ihre Fotoausrüstung gesondert versichern, dann exkludieren Sie sie von der Hausratversicherung und passen letztere gegebenenfalls an; dies ist sehr wichtig, da es sonst schnell zu einer Unterversicherung im Falle eines Einbruchs kommen kann. Eine Unterversicherung besteht, wenn der Wert (meist der Neuwert) der versicherten Haushaltsgegenstände höher ist als die Versicherungssumme.
  2. Sie sollten am besten eine reine Fotoversicherung für das Fotoequipment wählen, da die spezialisierten Versicherungsbüros meist günstiger sind sowie eine bessere Abdeckung und Abwicklung im Schadensfall bieten und dazu eine Hausratversicherung, in der Sie die Fotoausrüstung exkludieren sollten.
  3. Es gibt Pauschalversicherungen und Gerätelisten. Bei einer Pauschalversicherung wird die Ausrüstung komplett mit einem Wert bemessen und versichert. Das ist sinnvoll, wenn Sie häufig neues Equipment kaufen und nicht ständig eine Geräteliste aktualisieren möchten. Wichtig ist, dass Sie das ganze Zubehör in Ihrer Kalkulation nicht vergessen; je nach Umfang der Ausrüstung kann man schnell 5000-10.000 Euro an Zubehör mit sich führen. Bei einer Geräteliste müssen Sie den Versicherer ständig auf dem neuesten Stand halten und ihm die versicherten Artikel nebst Seriennummern übermitteln. Letzteres kann sinnvoll sein, wenn Sie vorwiegend gebrauchtes Equipment kaufen und dieses nicht zum Neupreis, sondern zum Gebrauchtpreis versichern möchten.
  4. In der Regel ist es am günstigsten, wenn Sie die Bürokommunikation über Ihre Hausratversicherung versichern (Monitore, stationäre Computer, Soundanlage, Festplatten etc.) und das mobile Equipment über Ihre Fotoversicherung. Tipp: Viele Fotoversicherer bieten auch an, mobile Geräte wie Notebooks oder Tablets zu versichern.
  5. Achten Sie darauf, welche Fälle Ihr Versicherer abdeckt. Besonders interessant wird es bei den Bedingungen hinsichtlich der Fragen, wann die Ausrüstung im Fahrzeug, Hotel und Ferienhaus versichert ist oder ob die Ausrüstung auch in einem Zelt versichert ist. Gleichzeitig kann es von Bedeutung sein, ob Selbstverschulden inkludiert ist.
  6. Häufig werden unterschiedliche Selbstbeteiligungsstaffelungen angeboten. Ob Sie eine Selbstbeteiligung wählen oder nicht, hängt von Ihrem Sicherheitsempfinden ab. Das heißt, wenn Sie sich nur vor dem Totalverlust schützen wollen, nehmen Sie ruhig die höchste Selbstbeteiligungsstufe. Wenn Sie hingegen auch einen zerbrochenen Filter ersetzt haben möchten, sollten Sie die Selbstbeteiligung so gering wie möglich halten.

Die 4 größten Fotoversicherungen in Deutschland

Sie können bis zu drei Kameras vergleichen, um eine andere auszuwählen, entfernen Sie eine aus dem Vergleich.
Über den Autor
Radomir Jakubowski

Seine Leidenschaft gehört der Naturfotografie: Radomir Jakubowski bekam schon als Elfjähriger Vaters Pentax in die Hand gedrückt. Heute ist er als Naturfotograf renommiert und Mitglied in der Gesellschaft Deutscher Tierfotografen. Sein erstes Buch ist "Die Fotoschule in Bildern. Naturfotografie". Für das fotoMAGAZIN erklärt er einige seiner Tricks.