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© Stephanie Olitzsch

Blüten fotografieren: 11 Tipps für spannende Makrofotos

Blütenmakros leicht gemacht!
13.06.2018

Nichts ist langweiliger – und nichts ist schöner: Blumen und Pflanzen sind Blickfänger, aber nicht einfach zu fotografieren. Mit diesen 11 Tipps gelingt es Ihnen im Handumdrehen, Blüten zu fotografieren.

 

6. Natürliches Licht einsetzen: Obacht vor der Mittagssonne!

Direktes Sonnenlicht ist meist nicht schön. Es entstehen harte Kontraste, die selten zu Fotos von zarten Pflanzen passen. Besser, Sie warten auf den Sonnenuntergang oder – noch besser – auf den Sonnenaufgang, wenn Tautropfen auf den Blüten glitzern. Ein bedeckter Himmel kann je nach Motiv auch während des Tages ein schönes, diffuses Licht für Pflanzenfotos liefern. Einige Fotografen haben ein kleines Fotozelt oder einfach einen Durchlichtschirm dabei und machen so das Licht weich. Durchlichtschirme gibt es im Internet ab zehn Euro.

7. Schärfentiefe ausweiten

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unschaerfe_betz_stefan_Blüten fotografieren

Kamera: Canon EOS-1D X
Objektiv: EF 2,8/100 mm
Blende: f/2,8

© Stefan Betz

Bei der Nahaufnahme ist die Schärfentiefe wegen des großen Abbildungsmaßstabes fast immer gering. In der Regel ist es daher kein Problem, den Hintergrund komplett unscharf zu gestalten. Gerade bei eher unspektakulären Pflanzen – wie diesen Sporen – bietet es sich allerdings an, den Hintergrund als gestaltendes Element einzubeziehen. Hier macht erst die unscharfe, aber noch erkennbare, Pilzgruppe im Hintergrund das Foto interessant. Vor allem bei zarten Pflanzen sollten Sie daher den Hintergrund sorgfältig wählen und durch Druck auf die Abblendtaste überprüfen, wieweit er zur Gestaltung des Bildes beiträgt. Gegebenenfalls müssen Sie dann die Blende öffnen oder schließen.

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schwebende_bluete_weiss_norbert_Blüten fotografieren

Kamera: Canon EOS 6D
Objektiv: EF 2,8/100 mm
Blende: f/5

© Norbert Weiss

Das Isolieren einer Blüte ist mit zunehmendem Abbildungsmaßstab einfach: Die Ausdehnung der Schärfentiefe schrumpft und der Hintergrund verschwimmt in Unschärfe. Es bleibt jedoch noch der Stengel in der Schärfeebene. Entweder er läuft nach hinten weg (selten) oder aber man hält etwas von dem Grün im Hintergrund ausreichend weit vor den Stengel – so entsteht aus der Unschärfe im Vorder- und der im Hintergrund ein ausreichend diffuses Gemisch, das die Blüte scheinbar über der Wiese schweben lässt.

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focus-stacking_weiss_norbert_0_Blüten fotografieren

Kamera: Canon EOS 6D
Objektiv: EF 2,8/100 mm
Aufnahmen: 65 Bilder, in Combine ZP verrechnet

© Norbert Weiss

8. Fokus-Stacking: Blüten sind ideale Versuchsobjekte

Wer sich ausschließlich auf die Blüten konzentriert und so im Makrobereich arbeitet, wird es schnell mit einer zu knappen Schärfentiefe zu tun bekommen. Bei großem Abbildungsmaßstab hilft auch Abblenden nicht mehr – meist ist nur ein Teilbereich der Blüte scharf. Abhilfe schafft das Fokus-Stacking, bei dem eine Serie von Fotos mit wanderndem Fokus aufgenommen und später am Computer zu einem einzigen Foto berechnet wird (siehe linke Seite). Sowohl beim Fokussieren von vorn nach hinten als auch beim Verstellen der Kamera über einen Makroschlitten verändert sich der Abbildungsmaßstab von Bild zu Bild leicht. Das aber kann die Software später ausgleichen. Von daher ist das Arbeiten mit einem Makroschlitten vorzuziehen. Über die Verstellschraube lässt sich deutlich präziser arbeiten. Einfache Makroschlitten, die für den Anfang durchaus ausreichen, gibt es ab etwa 20 Euro. Software-seitig ist Helicon Focus Pro empfehlenswert. Kostenlos, aber nicht so komfortabel, ist Combine ZP.

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pflanzen_von_unten_henke-rumpf_angelika_Blüten fotografieren

Kamera: Nikon D200
Objektiv: Nikkor 2,8/14 mm
Blende: f/20

© Angelika Henke-Rumpf

9. Perspektivwechsel: Blumen von unten fotografieren

Ungewöhnliche Perspektiven sorgen für ungewöhnliche Fotos – das gilt natürlich auch bei Pflanzen und ist hier besonders einfach umzusetzen. In der Regel reicht es, sich einfach auf den Boden zu legen (oder die Kamera auf einen Bohnensack zu stellen), um gewöhnliche kleine Pflanzen plötzlich riesengroß wirken zu lassen. Am leichtesten ist so etwas mit starkem Weitwinkel umzusetzen. Bei diesem Bild hat die Fotografin auf die Reduktion der Farben geachtet. Da beim starken Weitwinkel immer Himmel mit auf das Bild kommt, hilft die Anfertigung einer Belichtungsreihe, um notfalls mittels HDR die Kontraste in den Griff zu bekommen.

10. Auch schön: Blüten abstrakt darstellen

Pflanzen lassen sich leicht zu abstrakten Mustern anordnen. Am einfachsten ist das, wenn Sie sich auf eine oder zwei Arten von Blüten konzentrieren und so die Farbgebung auf zwei bis drei Farben reduzieren. Hier wurden die Blüten auf eine mit schwarzem Fotokarton versehene Platte gelegt und vom Stativ aus senkrecht nach unten fotografiert. Das Licht sollte weich und gleichmäßig sein. In diesem Fall hat die Fotografin das Tageslicht eines bedeckten Himmels genutzt.

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wald_linden_markus_Blüten fotografieren

Kamera: Nikon D700
Objektiv: Nikkor 2,0/35 mm
Blende: f/5,6

© Markus Linden

11. Wald und Wiesen fotografieren

Wald und Wiesen interessant zu fotografieren ist schwierig. Das faszinierende Durcheinander der Stämme, Äste, Blätter und Blüten wirkt im Ausschnitt des Fotos oft nur noch langweilig. Am besten haben Sie einen zusätzlichen Blickfänger: spiegelnde Wasseroberflächen, mit Langzeitbelichtung weich gezeichnete Bäche oder die hellen Stämme der Birken. Hier wirkt das Laub im Gegenlicht aufgrund des Schattenverlaufs fast wie ein rötlicher Spiegel.

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Dieser Artikel ist in unserer Ausgabe fotoMAGAZIN 06/2017 erschienen. Zur Einzelheftbestellung gelangen Sie hier.

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Markus Linden
Über den Autor
Markus Linden

Markus Linden hat sein Hobby zum Beruf gemacht: Er schreibt on- und offline über Fotografie und Fotografen, organisiert Fotowettbewerbe und fotografiert selbst leidenschaftlich gerne. Dem fotoMAGAZIN ist er seit 2003 zunächst als Redakteur und jetzt als freier Mitarbeiter verbunden.