Blaue Stunde: mit Time-blending zu perfekten Fotos

Wir erklären, wie es geht!
17.08.2018

Sicherlich sind Ihnen schon Bilder begegnet, auf denen sich ein tagesheller Himmel über hell erleuchtete Städte spannt. Wir erklären Schritt für Schritt, wie Sie die Blaue Stunde mit Time-blending perfekt ablichten.

Sommer wie Winter: nach den Jahreszeiten richten

Auch die Jahreszeiten spielen eine Rolle bei der Ansicht einer Stadtlandschaft und haben unterschiedliche visuelle Reize. Wenn möglichst viele Stadtlichter festgehalten werden sollen, spielen die Sommer- und Winterhalbjahre eine Rolle. Im Sommer geht die Sonne erst spät unter. Die meisten Firmen und Geschäfte haben dann schon Feierabend und die Lichter in den Büros sind aus.

Ein Bankenviertel fotografieren Sie daher am besten im Winter, wenn die Sonne schon am frühen Abend oder späten Nachmittag untergeht. Um diese Uhrzeit werden die meisten Lichter noch eingeschaltet sein und wir befinden uns in der Rushhour mit zusätzlichen, sehr vielen Verkehrslichtern.

Sicher und geschützt: der perfekte Standort für Ihr Stativ

Für die Time-blending-Aufnahmen befinden wir uns lange Zeit am selben Ort und dürfen unsere Kamera nicht bewegen, da wir später die exakten Bildausschnitte übereinanderlegen werden. Das bedeutet, wir müssen einen stabilen und sicheren Stand für unser Stativ finden, an dem wir niemandem im Weg stehen und nicht zwischendrin zur Seite rücken müssen.

Ausrüstung und Kameraeinstellungen: Das müssen Sie beachten!

Die Kamera sollte Raw-Aufnahmen ermöglichen und mit einem Fernauslöser bedienbar sein, um Verwacklungen zu minimieren oder auszuschließen. Darüberhinaus ist ein möglichst stabiles Stativ mit Kopf vorteilhaft. An der Kamera wählen wir die Blenden­priorität bzw. Zeitautomatik (Modus A, Av) und blenden das Objektiv leicht ab.

Die leistungsfähigste Blendenstufe mit der höchsten Auflösung finden Sie im fotoMAGAZIN-Objektivtest, ansonsten haben Sie vielleicht selbst bereits die förderliche Blende gefunden, die bei Weitwinkelobjektiven oft beim Abblenden um etwa zwei Stufen eintritt. Je nach Motiv – mit Vordergrund oder ohne – müssen Sie abschätzen oder vor Ort austesten, wie stark Sie für die gewünschte Schärfentiefe abblenden müssen. Die Empfindlichkeit stellen Sie auf die niedrigste native ISO-Zahl (50, 100, 200) ein. Mit diesen Einstellungen fotografieren wir in regelmäßigen Abständen von ein, zwei Minuten, um keine Lichtstimmung zu verpassen.

Je nach Motiv (...) müssen Sie abschätzen oder vor Ort austesten, wie stark Sie für die gewünschte Schärfentiefe abblenden müssen.

Wenn der Himmel nicht dunkler wird und die Lichter nicht stärker werden, haben wir das Ende der blauen Stunde erreicht. Die Tiefen sind nicht mehr korrekt belichtet und die blaue Stimmung hat sich in ein unschönes Grau-Schwarz verwandelt. Wir packen ein und machen mit der Raw-Entwicklung weiter.

fM 1/2018

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fotoMAGAZIN

1949 erschien die erste Ausgabe der ersten Fotozeitschrift im deutschsprachigen Raum. Seither begleiten wir die Fotogeschichte. Unsere Kamera- und Objektivtests unter Labor- und Praxisbedingungen helfen Einsteigern und Profis seit jeher bei der Kaufentscheidung. Mancher Fotograf wurde von uns entdeckt. Und seit Steven J. Sasson 1975 für Kodak die erste Digitalkamera entwickelte, haben wir die digitale Fotografie auf dem Schirm. Unsere Fotoexpertise ist Ihr Vorteil.

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