Tierische Abenteuer mit der CatCam

Fotografieren auf Samtpfoten
04.10.2007

Können Katzen fotografieren? Aber sicher! Fragen Sie Mr.  Lee. Den Eggleston unter den Pelztieren und Superstar der neuen CatCam-Fotografie

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CatCam

Mr. Lee mit CatCam

© Jürgen Perthold

Was treibt der Stubentiger so in seiner Freizeit? Jürgen Perthold war neugierig und hat eine Mini-Kamera zur CatCam umfunktioniert, die sein Kater, Mr. Lee, nun spazieren trägt. Jede Minute macht der Fotoapparat ein Bild aus der Katzenperspektive und so entstehen fotografische Touren-Tagebücher, die von den Abenteuern des Katers berichten. Pro Tour bringt er so 500 bis 1000 Bilder mit, erzählt Perthold. Viele sind natürlich verwackelt, weil sich die Katze bewegt und die Lichtsituation schlecht ist. Etwa zwanzig Prozent sind zu gebrauchen.

Das Auslösen übernimmt ein Mikrocontroller, den Perthold auf die Platine der Kamera gelötet hat. Schwieriger war es, eine Kamera zu finden. Sie sollte klein, leicht, billig und trotzdem tauglich sein. Perthold fand eine Schlüsselanhängerkamera: 35 Gramm, so klein wie eine Kreditkarte, zum Preis von rund 16 Euro. Doch die CatCam muss Schläge im unwegsamen Gelände abpuffern, sich über Beton schleifen und auch mal in Pfützen tunken lassen. Ein mit Heißkleber verbundenes Plastikkästchen dient nun als Gehäuse.

Drei Tage nachdem Mr. Lees Abenteuer erstmals im Internet zu sehen waren, verzeichnete Perthold bereits 300000 Zugriffe auf seine Seite. Unmengen an Anfragen von Katzenfreunden, den Medien und Firmen, selbst von Tierbedarfsketten, gingen bei ihm ein. In einer Galerie auf Mr. Lees Homepage kann jetzt auch der fotografische Nachwuchs seine Bilder vom Catwalk ausstellen.
 

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CatCam

Unterwegs mit der CatCam

© www.mr-lee-catcam.de

Mit der Live-Cam unterwegs Währenddessen haben die Bilder auch längst laufen gelernt. Squeaky dreht mit einer Nanny-Cam, wie man in Amerika die kleinen Spionagekameras nennt. Ihre Bilder werden live an einen Rekorder übertragen. Allerdings funktioniert das nur in begrenztem Rahmen, denn die Reichweite ist zu gering. In Bielefeld kann Stefan Bieletzke seit etwa drei Monaten live am Fernsehgerät verfolgen, wie seine Katzy die Welt sieht, solange sie in der Nähe bleibt. Die Micro-Cam (Visortech) an ihrem Halsband ist gerade mal zwei Zentimeter groß. Ich hatte die Aufnahmen bisher nie archiviert. Erst als ich von Mr. Lee und Squeaky las, dachte ich mir, dass ich das schon früher hätte machen können. 

www.mr-lee-catcam.de

Kamera zum Trend: die CatCam

Die Kamera für den Catwalk: In der Plastikbox, die man mit Schlaufen ans Halsband hängt, steckt die VistaQuest 1005: 1,3 Megapixel, 38x60x20 mm, USB. Modifiziert durch einen Mikrocontroller löst sie im gewünschten Zeitabstand aus. Auf einer SD-Karte gespeichert gehen Bilder bei leeren Batterien nicht verloren. Preis: 45 Euro, als Bausatz 24 Euro über: www.mr-lee-catcam.de

Dieser Artikel wurde im fotoMAGAZIN 9/2007 veröffentlicht.

 

Sie können bis zu drei Kameras vergleichen, um eine andere auszuwählen, entfernen Sie eine aus dem Vergleich.
Anja Martin - Journalistin
Über den Autor
Anja Martin

Die langjährige fotoMAGAZIN-Autorin Anja Martin lebt in Berlin, wenn Sie nicht gerade irgendwo an einer exotischen Location am anderen Ende der Welt unterwegs ist. Denn Reisereportagen sind der zweite große Schwerpunkt der Journalistin, die sonst unter anderem auch für die Süddeutsche Zeitung, die taz oder die Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung schreibt.