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Kameradiebstahl auf Teneriffa: Aufmacher
© Thinkstock

Kameradiebstahl: Der Horror von Teneriffa

"Offensichtlich wurde ich seit Tagen beobachtet."
01.02.2018

Ein Kameradiebstahl ist wohl der Albtraum eines jeden Fotografen. Unser Autor Radomir Jakubowski erlebte eben dieses Horrorszenario auf Teneriffa. Lesen Sie seine unglaubliche Geschichte.

 

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Jakubowski Teneriffa 03

Die Heckklappe wurde extra zugeparkt – geholfen hat es nicht. Ein Einheimischer leistete in 
Puertito de Güímar erste telefonische Hilfe

© Radomir Jakubowski

Und dann rutschte mir plötzlich das Herz in die Hose. Ich konnte meinen Augen nicht trauen: Die ganze Rückbank war voller Glasscherben. In Sekundenbruchteilen realisierte ich, dass die Scheibe eingeschlagen worden war. Das Ausmaß der Katastrophe wurde mir bewusst, als ich sah, dass die Rückbank herausgerissen war. Ab hier läuft in meinem Kopf alles aus einer Außenperspektive ab, als ob es sich um einen Film handelt, die Geschichte eines Fremden.

Ich registrierte, dass die Fotoausrüstung und mein Stativ weg waren. Dass noch mehr fehlt, wurde mir aber erst später klar. Da ich kein Wort Spanisch spreche, rannte ich erst einmal den Strand und die Umgebung hoch und runter um jemanden zu finden, der ein wenig Englisch verstand. Ich schilderte ihm die Situation in wenigen Sätzen und bat ihn, die Polizei zu rufen. Wir warteten also. Ich fing unterdessen an, alles in Bewegung zu setzen, was ich nur konnte. Mein erster Anruf ging bei Canon Deutschland ein, hier ließ ich mir die Seriennummern der geliehenen Geräte per E-Mail zukommen. Mein zweiter Anruf ging an AC-Foto, meinen Stammhändler, der mir die Seriennummern jedes gekauften Objektivs und Gehäuses zumailen wollte. Mein dritter Anruf ging an den Geschäftsführer des Filterherstellers Lensinghouse, dessen neu entwickelte Filter gestohlen worden waren und der über ein sehr großes Netzwerk verfügt. Ihn bat ich, mir die Kontakte zu allen einheimischen Fotografen herzustellen, die er kennt.

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Jakubowski Teneriffa 02

Über die eingeschlagene Seitenscheibe verschaffte sich der Täter Zugriff auf die Beute

© Radomir Jakubowski

Nun hieß es warten auf die Polizei. Warten, warten, warten … Nichts geschah, der hilfsbereite Teneriffianer rief erneut bei der Polizei an. Die Polizei erschien auch nach guten anderthalb Stunden nicht und der verdrossene Einheimische erklärte mir, dass ich wohl zur Polizei aufs Revier fahren müsse. Schnell suchte ich mir auf dem Smartphone die nächste Polizeiwache und wir fuhren dorthin. Auch hier musste ich warten, die Aufnahme des Diebstahls dauerte sehr lange. Ich erfasste alle gestohlenen Artikel mit Seriennummern und dem Wert bei der Polizei und war mir sicher: Von dem Equipment würde ich nichts jemals wiedersehen. Es wurden unter anderem gestohlen:

  • EOS-1D X II,
  • EOS 5DS R,
  • 4/11-24 mm L,
  • 4/16-35 mm L IS,
  • 4/24-70 mm L IS,
  • 2,8/70-200 mm L IS II,
  • 1,4x- und 2x-Extender,
  • ein Stativ und zig Speicherkarten.

Im Anschluss tauschte ich den Wagen beim Vermieter aus. Ich fühlte mich am Ende unserer Reise frustriert, traurig und erschüttert – Ausrüstung für über 30.000 Euro und alle meine Bilder waren weg. Mir war klar, dass es sich um eine gezielte und geplante Tat gehandelt haben muss, denn die Ausrüstung hatte ich zuletzt auf der anderen Inselseite zum Sonnenaufgang benutzt. Außerdem waren die Sachen im Wagen von außen nicht sichtbar. Das war also keine zufällige Gelegenheitstat. Offensichtlich wurde ich seit Stunden oder sogar Tagen beobachtet.

Sie können bis zu drei Kameras vergleichen, um eine andere auszuwählen, entfernen Sie eine aus dem Vergleich.
Über den Autor
Radomir Jakubowski

Seine Leidenschaft gehört der Naturfotografie: Radomir Jakubowski bekam schon als Elfjähriger Vaters Pentax in die Hand gedrückt. Heute ist er als Naturfotograf renommiert und Mitglied in der Gesellschaft Deutscher Tierfotografen. Sein erstes Buch ist "Die Fotoschule in Bildern. Naturfotografie". Für das fotoMAGAZIN erklärt er einige seiner Tricks.