Die neue Fotoschule: Gestalten in Schwarzweiß

17.03.2011

Die Schwarzweiß-Fotografie ist mehr als ein „Foto ohne Farbe“. Wir zeigen, wie Sie in Schwarzweiß gestalten

Die Abwesenheit von Farbe ist zwar eine Reduktion des Informationsgehalts eines Fotos, führt aber zu einer verstärkten Wahrnehmung von Strukturen, Linien und Helligkeitswerten. In der Schwarzweiß-Fotografie sind daher ganz andere Motive interessant als in der Farbfotografie. Viele Motive, die in farbiger Ablichtung langweilig werden,  sind in SW plötzlich reizvoll sofern die Materialien oder die geometrischen Strukturen herausgearbeitet werden. Dazu kommt der Nimbus der SW-Fotografie: Beim Portrait knüpft man in schwarzweiß ästhetisch an die Ikonen des Genres an: Denn alle großen Meister, von Nadar bis Mapplethorpe, haben ihre Werke in Grauwerten geschaffen.    

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da durchgängig schwarze Flächen und reines Wei

SW-Konvertierung

Das Ausgangsbild eines digital erzeugten SW-Fotos hat immer Farbe. Auch wenn Sie in Ihrer Kamera den SW-Modus aktivieren, nimmt diese dennoch zunächst alle drei Farben (Rot, Grün, Blau) auf und konvertiert eigenständig das Farbfoto in ein Graustufenbild. Der Vorteil: Sie können in der Live-View oder direkt nach der Aufnahme die Wirkung als Schwarzweiß-Foto beurteilen. Der Nachteil: Sie haben kaum Möglichkeiten, die Umwandlung der Farben in Grauwerte und die Kontraste des Fotos zu beeinflussen.

In Farbe und RAW

Fotografieren Sie daher ganz normal in Farbe und am besten im RAW-Format, um die größten Qualitätsreserven bei der Farbkonvertierung zu haben. In nahezu jeder Software gibt es einen SW-Modus, mit dessen Hilfe Sie Farbfotos in SW-Aufnahmen umwandeln können. Das einfache Umwandeln in Graustufen oder Entsättigen reicht aber nicht, da alle Farben gleich behandelt werden.

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Bei geeigneten Motiven kann sich die Dramatisierung durch eine Erhöhung der Kontraste (vor allem im Wolkenhimmel) lohnen. Meist müssen die Kontraste selektiv bearbeitet werden. Eindeutige Farben (Blau des Himmels) können üb

Farben zu Helligkeitswerten

Nutzen Sie daher eine Funktion, die den Kanalregler einbezieht. In Adobe Lightroom gibt es eine Schaltfläche Graustufen, die nicht nur das Foto in ein Graustufenbild wandelt, sondern den Kanalmixer gleich in einen SW-Modus versetzt. So können Sie bestimmen, welche Farben mit welchen Helligkeitswerten in das Graustufenbild eingehen.Im Prinzip entspricht das Verfahren den optischen Farbfiltern, die bei der filmbasierten SW-Fotografie vor das Objektiv gesetzt wurden. Beispiel: der Gelbfilter sorgte beim Film für eine kräftigere Belichtung der gelben Bildanteile und einer schwächeren der blauen, der Komplementärfarbe.

Sie können bis zu drei Kameras vergleichen, um eine andere auszuwählen, entfernen Sie eine aus dem Vergleich.
Markus Linden
Über den Autor
Markus Linden

Markus Linden hat sein Hobby zum Beruf gemacht: Er schreibt on- und offline über Fotografie und Fotografen, organisiert Fotowettbewerbe und fotografiert selbst leidenschaftlich gerne. Dem fotoMAGAZIN ist er seit 2003 zunächst als Redakteur und jetzt als freier Mitarbeiter verbunden.