Norbert Guthier: „Sinsation“

23.09.2011

Bekannt ist er für seine lustvoll erotische Aktfotografie, die dennoch geschmackvoll die Contenance bewahrt, zumal im klassischen Schwarzweiß. Norbert Guthier inszeniert seit den 80-er Jahren weniger Einzelakte, sondern häufiger  Paare.  Zunehmend entwickelte sich der Frankfurter Fotograf weg vom gestalteten Posing zur eher szenischen, situativen Realerotik.

Das kulminiert im neuen Bildband Sinsation (Edition Skylight 2010, 19,85 Euro) in dem Paare scheinbar völlig selbstvergessen ihrem Liebesspiel nachgehen. Im edlen Duoton-Schwarzweiß werden Nähe, Zärtlichkeit und Lust der Liebespaare fast greifbar. Auch wenn die sensible Beobachtung durch den Fotografen diesmal mehr als psychologische, denn als gestalterische Meisterleistung erscheint, könnte das einen Weg  des Genres aus der gelackten Posingkultur markieren.

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beziehbar nur über die Website www.guthier.com (per Mail)

Weniger im Rampenlicht stehen Norbert Guthiers Fotoexperimente zusammen mit Kunstmalern und seine eher dokumentarische Fotografie. So erscheint dieser Tage der kleine, limitierter Bildband Jazz  and beyond. Ein fotografischer Ausflug in die eigene Welt der Jazzmusik, in die Norbert Guthier eintaucht, unter fotografisch oft schwierigen Bedingungen, bei Live- Acts, auf und hinter der Bühne und in privater Atmosphäre. Portraitiert werden sechs Musiker, darunter Louis Sclavis, einer wichtigsten Intrumentalisten Europas.

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aus „Jazz and beyond“

Das 180 Seiten starke Bändchen hat etwa das Format einer CD, eine solche liegt auch bei und bringt den Jazz der fotografierten Musiker zu Gehör. Ergänzt  durch spannende Texte der Musikwissenschaftlerin Heike Nierenz. Auch ideal zum Verschenken oder als geschmackvolles give-away für Firmen. Einzelpreis 29 Euro, beziebar über die Website des Fotografen. Mehr unter: http://www.guthier.com/music-books.html
 

Sie können bis zu drei Kameras vergleichen, um eine andere auszuwählen, entfernen Sie eine aus dem Vergleich.
Über den Autor
Manfred Zollner

Unser stellvertretender Chefredakteur Manfred Zollner gilt in der Fotoszene als "Anwalt des guten Bildes." Sein thematischer Schwerpunkt liegt in der professionellen Fotografie, seine Vorliebe gilt der Fotokunst. Die jährlich erscheinende fotoMAGAZIN EDITION mit herausragenden Fine Art-Portfolios ist sein Projekt. 1991 kam der Münchner als Director of Photography zum fotoMAGAZIN, von 2004 bis 2006 leitete er als Chefredakteur die Zeitschrift Photo Technik International.