NFTs als digitales August Sander-Archiv

Über 10.000 Bilder von August Sander als kostenlose NFTs
23.02.2022

August Sanders riesige fotografische Sammlung soll mit NFTs digital archiviert und öffentlich zugänglich gemacht werden.

Text: Lennart Woock

Zusammen mit dem Fellowship Trust hat Julian Sander (Urenkel von August Sander) 10.400 digitalisierte Kontaktabzüge auf den NFT-Marktplatz OpenSea.io gestellt und sie kostenlos in der Fotogemeinde verteilt. Die NFT-Sammlung soll ein digitales Archiv des Werks von August Sander bilden.

Menschen wahrheitsgetreu porträtieren und ihren Charakter wiedergeben

August Sander (*1876; †1964) war einer der einflussreichsten Porträt- und Dokumentarfotografen des 20. Jahrhunderts. Seine bekannteste Arbeit „Menschen des 20. Jahrhunderts“ besteht aus 619 Porträts von Menschen aus allen Gesellschaftsschichten. Sein Nachlass wurde zunächst von seinem Sohn Gunther verwaltet.

Vier Generationen: August – Gunther – Gerd – Julian

Nach dem Tod von Gunther setzte sein Sohn Gerd Kontaktabzüge von originalen Negativen zu einer „physische Datenbank“ zusammen. Julian Sander beschreibt sie so: „Die Ordner, in denen die Kontaktabzüge aufgehoben wurden entwickelten sich zu einer Sammlung des Wissens darüber, warum die Bilder aufgenommen wurden, wer auf ihnen zu sehen ist und in welchem Bezug sie zu den verschiedenen Projekten von August stehen.“

Das Erbe in der Blockchain sichern

Auf dieser Grundlage möchte die „August Sander 10k collection“ aufbauen. Die NFTs beinhalten nämlich nicht nur die Bilder, sondern auch die auf den Abzügen notierten Metadaten wie das Datum, Name und Wohnort, Position innerhalb von Sammlungen und Projekten. Zusätzliche Informationen sollen zukünftig ergänzt werden. „Auf diese Art sichere ich das Erbe von August Sander in der Blockchain“, so Julian Sander.

Die Original-Negative liegen in Köln

Dabei geht es nicht um finanziellen Gewinn. Die NFTs der Sammlung eignen sich nicht für den Verkauf. Das liegt daran, dass es sich bei ihnen lediglich um Digitalisierungen von (Kontakt-)Abzügen handelt. Die Negative liegen zusammen mit vielen Originalabzügen im August Sander Archiv der SK Stiftung Kultur der Sparkasse Köln/Bonn. An diese hatte Gerd Sander den Nachlass von August Sander 1992 verkauft.

Quelle: Fellowship

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