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"Blütenzauber in der Dürre" von Marcus Gaiotti
Das Sieger-Bild "Blütenzauber in der Dürre" der Kategorie "Pflanzen und Pilze".
Foto: © GDT ENJ 2020, Marcus Gaiotti

Naturfotograf des Jahres 2020

Des Affen Maske
22.10.2020

Die Gesellschaft für Naturfotografie (GDT) präsentiert die Siegerbilder des Wettbewerbs Europäischer Naturfotograf des Jahres 2020. Das Naturfoto des Jahres stammt von Jasper Doest.

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Das Sieger-Bild der Kategorie "Vögel".

In der Kategorie "Vögel" gewann Ben Cranke aus Großbritannien mit dem Bild einer Kolonne von Königspinguinen in der St. Andrew’s Bay.

© GDT ENJ 2020, Ben Cranke

Beeindruckende Landschaftsfotografien, Naturaufnahmen und Tierportraits, die besondere Einblicke gewähren, Beziehungen zwischen Mensch und Tier widerspiegeln oder seltene Arten zeigen – der Wettbewerb GDT Europäischer Naturfotograf des Jahres präsentiert in zehn Kategorien vielfältige Naturaufnahmen. Gleichzeitig fokussiert der Contest Innovation sowie Kreativität und achtet auf die Einhaltung ethischer Standards bei der Entstehung der Bilder. Insgesamt hatten in diesem Jahr Fotografen aus 38 Ländern knapp 19.000 Aufnahmen eingereicht. Die 85 besten Bilder wählte die Jury aus Orsolya Haarberg, Staffan Widstrand, Keith Wilson, Angel Fitor und Joan de la Malla. Gesamtsieger wurde Jasper Doest mit seinem Bild "Des Affen Maske". Sowohl die Jury-Sitzungen als auch die Preisverleihungen fanden in diesem Jahr online statt.

Das Naturfoto des Jahres

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Gesamtsieger Naturfotograf des Jahres 2020: Jasper Doest

Mit dem Foto "Des Affen Maske" wurde Jasper Doest Naturfotograf des Jahres 2020.

© GDT ENJ 2020, Jasper Doest

Japanische Schneeaffen sind ein beliebtes Fotomotiv – vor allem wenn sie in warmen Quellen baden –, doch die Aufnahme "Des Affen Maske" von Jasper Doest wirft einen anderen Blick auf die Primaten. Entstanden ist die Aufnahme in einem traditionellen japanischen Sake-House nördlich von Tokio. Einst wurde der Japanmakak, auch Schneeaffe genannt, als religiöses Symbol – als Vermittler zwischen Göttern und Menschen – verehrt. Heute gilt das nicht mehr, viel mehr haben sich die Schneeaffen zu einem Ziel des Spottes entwickelt. Gäste der Taverne können den Makaken nach dem Abendessen dabei zuschauen, wie sie auf einer behelfsmäßigen Bühne mit Hilfe verschiedener Requisiten Kunststücke vorführen.  

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Wenn die Maske fällt

Schirmherrin und Präsidentin des Bundesamtes für Naturschutz, Prof. Dr. Beate Jessel, erläutert einen weiteren Aspekt des Siegerbildes: “Während eine Vielzahl der eingereichten Bilder die ungezähmte Natur in ihrer Wildheit, Schönheit und Unberührtheit zeigt, sind die Gefühle und Assoziationen, die das diesjährige Siegerfoto von Jasper Doest in uns weckt, ausgesprochen vielfältig und auch widersprüchlich." Das Bild bewege die Betrachtenden und rege einen stillen Diskurs an, indem es den menschlichen Umgang mit Wildtieren und der Natur in Frage stelle. Jury-Mitglied Angel Fitor sieht in dem Bild eine Ikone unserer Zeit: “Vor der Kulisse eines Waldes setzt ein verkleideter Affe seine Maske ab. Wenn die Maske fällt, stürzt plötzlich die Mauer aus Arroganz ein, die wir über Jahrhunderte hinweg zwischen der Natur und uns errichtet haben. Noch nie zuvor hat ein Tierporträt uns selbst so gut gespiegelt: Hinter unserer menschlichen Maske steckt ein nackter Affe.“

Die Naturfotos des Jahres

Sieger der einzelnen Kategorien

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Ausstellung zum Naturfotograf des Jahres

Die Ausstellung zum diesjährigen Europäischen Naturfotograf ist vom 1. Dezember 2020 bis zum 21. Februar 2021 im Deutschen Pferdemuseum in Verden an der Aller zu sehen. Im Anschluss werden die prämierten Bilder auf eine Tournee durch Deutschland und Europa gehen.

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Sieger "Mensch und Natur" des GDT Europäischer Naturfotograf des Jahres

"Empathie" nannte Marcus Westberg aus Schweden sein Siegerbild in der Kategorie "Mensch und Natur" – es zeigt einen verwaisten Gorilla bei einer Gesundheitsuntersuchung im Kongo.

© GDT ENJ 2020, Marcus Westberg
Sie können bis zu drei Kameras vergleichen, um eine andere auszuwählen, entfernen Sie eine aus dem Vergleich.
Über den Autor
Lea Spraul

Seit September 2019 ist Lea Spraul Volontärin in der fotoMAGAZIN-Redaktion. Sie ist vor allem zuständig für Angelegenheiten, die sich online abspielen – unter anderem Instagram, Facebook, YouTube und Beiträge auf fotomagazin.de. Neben ihrer Tätigkeit in der Redaktion studiert sie „Digital Journalism“ im Master.