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SIEGER | ANDERE TIERE
Das Sieger-Bild "101 Krokodile" der Kategorie "Andere Tiere". Foto: © GDT ENJ 2019, Ignacio Medem Seghers

Naturfotograf des Jahres

Luchs in der Dunkelheit
29.10.2019

Die Gesellschaft für Naturfotografie (GDT) präsentierte die Siegerbilder des Wettbewerbs Europäischer Naturfotograf des Jahres 2019. fotoMAGAZIN hat die Hintergründe zum Naturfoto des Jahres.

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Sieger "Pflanzen und Pilze", Naturfotograf des Jahres

Dieses Bild von Waldkiefern entstand während eines heftigen Schneesturms und ist der Sieger in der Kategorie "Pflanzen und Pilze".

© GDT ENJ 2019, Dorin Bofan

Von ungesehenen Verhaltensweisen, seltenen Arten, intimen Tierportraits, verträumten Pflanzenbilder bis hin zur kritischen Auseinandersetzung mit den Belangen des Natur- und Artenschutzes – der Wettbewerb GDT Europäischer Naturfotograf des Jahres spiegelt eine große Bandbreite naturfotografischer Themen wieder. Gleichzeitig fokussiert der Contest Innovation und Kreativität, seien es der Einsatz neuer Techniken oder der Mut zu ungewöhnlichen Kompositionen. Im Rahmen des internationalen Naturfotofestivals der GDT findet schließlich alljährlich die Verleihung des Preises statt. Insgesamt hatten Fotografen aus über 30 Ländern knapp 15.800 Aufnahmen eingereicht. Die 85 besten Bilder wählte die Jury, bestehend aus Magdalena Herrera, Richard Peters, Emmanuel Boitier, Werner Bollmann und Hermann Hirsch.

Der Naturfotograf des Jahres: Gesamtsieger

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Gesamtsieger GDT Europäischer Naturfotograf des Jahres

Mit dem Foto "Der Geist" wurde Eduardo Blanco Mendizabal Naturfotograf des Jahres.

© GDT ENJ 2019, Eduardo Blanco Mendizabal

In diesem Jahr gewann am 25. Oktober Eduardo Blanco Mendizabal aus Spanien den Wettbewerb mit seiner Aufnahme eines Luchses in der Dämmerung. Die Aufnahme "Der Geist" zeigt eine der am stärksten bedrohten Katzenart Europas, einen Pardelluchs (Lynx pardinus). „Das Bild erregte die Aufmerksamkeit der Jury, weil es anders ist. Ein Bild, das sich nicht jedem unmittelbar erschließt, dessen Wirkung sich aber umso stärker entfaltet, je länger man es betrachtet. Wenn sich die Augen des Betrachters an die Dunkelheit gewöhnt haben, erwacht dieses Bild zum Leben“, betonte Peters. Zudem war die Jury davon beeindruckt, dass Eduardo Blanco Mendizabal trotz der schlechten Lichtverhältnisse mit einer Verschlusszeit von sechs Sekunden arbeitete.

Die Naturfotos des Jahres

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Siegerbild Kategorie "Vögel", Naturfotograf des Jahres

Das Bild eines Silberreihers schoss Berfeld in den Everglades (USA) und gewann damit in der Kategorie "Vögel".

© GDT ENJ 2019, Dr. Siegmar Bergfeld

- In der Kategorie "Vögel" gewann Dr. Siegmar Bergfeld (GDT) aus Deutschland mit dem High-Key-Porträt eines Silberreihers.
- Sieben Monate verbrachte Ingo Arndt (GDT) in der Wildnis Patagoniens, um an einer Fotoreportage über wilde Pumas zu arbeiten. Sein wichtigstes Motiv war das Bild einer Guanako-Jagd, mit dem er sich in der Kategorie "Säugetiere" durchsetzen konnte.
- Mit "101 Krokodile" entschied Ignacio Medem Seghers aus Spanien die Kategorie "Andere Tiere" für sich. Das Bild zeigt über 100 Krokodile am Luangwa Fluss, die am Kadaver eines Nilpferdes fressen.
- "Standhaft" heißt das Siegerbild des aus Rumänien stammenden Fotografen Dorin Bofan in der Kategorie "Pflanzen und Pilze". Es zeigt Waldkiefern bei Schneesturm im Naturreservat Invereshie and Inshriachin Schottland.
- Die Kategorie "Landschaften" entschied der Franzose Guillaume Bily mit dem mystisch anmutenden Bild "Regenbogen-Nebel" für sich.

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Sieger Kategorie "Unter Wasser", Naturfotograf des Jahres

Gewinner der Kategorie "Unter Wasser". Wenn es "Frühling im Teich" wird, heißt es bei den Grasfröschen in Südtirol: Paarungszeit.

GDT ENJ 2019, Manuel Plaickner

- Die Kategorie "Unter Wasser" gewann der Italiener Manuel Plaickner mit dem Bild "Frühling im Teich".
- "Meine Hände" nannte Miguel Ángel Rubio Robles aus Spanien sein Siegerbild in der Kategorie "Mensch und Natur". Es zeigt einen Mandrill (Mandrillus sphinx) im Zoo von Madrid.
- Die Formation eines menschlichen Antlitzes im Turbidid-Gestein entdeckte Fran Rubia in der Wüste von Tabernas bei Almeria im Südosten Spaniens und konnte mit dem Bild die Kategorie "Atelier Natur" für sich entscheiden.

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Sieger "Jugendkategorie bis 14 Jahre", Naturfotograf des Jahres

Dieses Hoffmann-Zweifingerfaultier (Choloepus hoffmanni) ruhte auf den Ästen eines Ameisenbaumes – das Gewinnerfoto der "Jugendkategorie bis 14 Jahre".

© GDT ENJ 2019, Carlos Pérez Naval

- In der "Jugendkategorie bis 14 Jahre" siegte Carlos Pérez Naval aus Spanien mit "Im Blätterdach", während bei den 14 bis 17-jährigen Patrick Moser aus der Schweiz die Jury mit dem Bild einer Tannenmeise überzeugen konnte. Mit dem gleichen Bild schaffte es Carlos Pérez Naval übrigens auch in die "Highly Commended 2019" Kategorie der 11 bis 14-jährigen des „Wildlife Photographer of the Year“ vom Londoner Natural History Museum.

  • Verbundenheit mit dem Motiv – der Naturfotograf des Jahres

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    Sieger "Mensch und Natur", Naturfotograf des Jahres

    "Meine Hände" ist das Siegerbild der Kategorie "Mensch und Natur". Es zeigt einen Mandrill im Zoo – auf der Glaswand des Geheges sind die Spuren seiner Hände zu sehen.

    © GDT ENJ 2019, Miguel Ángel Rubio Robles

    Schirmherrin Prof. Dr. Beate Jessel vom Bundesamt für Naturschutz erläutert einen weiteren Aspekt des Siegerbildes: “Sowohl der Pardelluchs, als auch der bei uns in Deutschland vorkommende Eurasische Luchs sind heutzutage sehr seltene Arten. Bis zum Ende des Monitoringjahres 2017/2018 konnten in Deutschland 85 selbstständige Luchse sowie 43 Jungtiere sicher nachgewiesen werden." Damit sei der Erhaltungszustand des Luchses hierzulande weiterhin als kritisch einzustufen. So mache das Gewinnerfoto auf eine vom Menschen bedrohte Art aufmerksam und verschaffe dem Naturschutzes mehr Gehör.
    “Jede Art von Fotografie hat ihre Berechtigung, doch in einer Zeit, in der Kamerafallen, Drohnen, perfekt ausgeleuchtete und kunstvoll arrangierte Bilder in Mode sind, kann es leicht passieren, dass man die Kraft von Bildern vergisst, die auf das Wesentliche reduziert sind", unterstrich Peters mit Blick auf den Wettbewerb. Es drehe sich um Fotos, die ungekünstelte Emotionen wecken und zu Debatten anregen. Die Stärke solcher Bilder rühre daher, dass sie dem Betrachter ein Gefühl der Verbundenheit mit dem Motiv vermitteln, die Atmosphäre des Augenblicks, eine Ahnung davon, was der Fotograf im Augenblick des Auslösens empfunden haben muss.

Sie können bis zu drei Kameras vergleichen, um eine andere auszuwählen, entfernen Sie eine aus dem Vergleich.
Über den Autor
Lea Spraul

Seit September 2019 ist Lea Spraul Volontärin in der fotoMAGAZIN-Redaktion. Sie ist vor allem zuständig für Angelegenheiten, die sich online abspielen – unter anderem Instagram, Facebook, YouTube und Beiträge auf fotomagazin.de. Neben ihrer Tätigkeit in der Redaktion studiert sie „Digital Journalism“ im Master.