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Sebastian Sonntag Kolumne
Kolumne: "Immer wieder Sonntag" – von Sebastian Sonntag

Hindernisse beim Shooting

Angebunden
18.08.2021

In Marrakesh für ein Shooting auf Ersatzkabel-Suche zu gehen war zu Analogzeiten nicht notwendig.

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Sebastian Sonntag

Der Münchner Sebastian Sonntag ist sowohl freier Journalist, als auch Fotograf.

Am Anfang war analog. Man brachte seinen Film weg und musste einige Tage auf die Ergebnisse warten. Dann kam digital und man sah die Bilder sofort auf dem Display. Ein Riesenfortschritt, und mein Einstieg in die Fotografie. Mittlerweile ist die nächste Stufe erreicht. Man schießt direkt in den Rechner. Tethered Shooting, also: angebundenes Schießen. Das bringt natürlich viele Vorteile. Sie können Ihre Bildergebnisse gleich auf einem großen Monitor auf Schärfe kontrollieren und über den Raw-Konverter, in den Sie fotografieren, direkt ein Preset, noch so ein neudeutsches Wort, auf das Bild legen. Die perfekte Vorschau auf das Endergebnis. In der Praxis stoße ich jedoch immer wieder auf Unannehmlichkeiten:

Punkt 1: Wohin mit dem Computer?

Im Studio erübrigt sich die Frage, wer jedoch öfter die Location wechselt, muss immer wieder nach einem Ablageort für das Notebook suchen. Idealerweise packt man den Rechner auf ein Stativ, am besten noch im aufgeklappten Minizelt, so steht er stabil und ist vor Sonne geschützt. Ein ziemlicher Aufwand, der sich eigentlich nur mit Assistentenhilfe lohnt.

Das zweite Problem: Man ist tatsächlich angebunden.

Die längsten nicht aktiv verstärkten USB-Kabel messen fünf Meter. Das reicht meistens, vorausgesetzt, das Kabel verläuft geradlinig und ohne Knoten. In der Praxis rutscht das Kabel leicht aus der Kamera, man wirft bisweilen fast das Stativ mit dem Rechner um oder die Übertragung funktioniert nicht richtig. Bereits bei zwei Produktionen musste ich zum Ersatzkabel greifen, in einem Fall war auch dieses defekt und mein Assistent durfte sich in Marrakesh auf die Suche nach einem Ersatzkabel machen. Das hatte dann nur ein Meter Länge, wodurch ich mich noch angebundener fühlte.

Problem drei: das Model.

Stellen Sie Ihren Rechner in jedem Fall so, dass der/die Porträtierte nicht das Display sieht. Das lenkt ab, verunsichert und führt zu Unzufriedenheit. Nicht gut. In solchen Momenten wünscht man sich bisweilen die Analog-Zeit zurück.

Sie können bis zu drei Kameras vergleichen, um eine andere auszuwählen, entfernen Sie eine aus dem Vergleich.
Über den Autor
Sebastian Sonntag

Der Münchner Sebastian Sonntag ist sowohl freier Journalist, als auch Fotograf. In seinen Arbeiten konzentriert er sich auf die experimentelle Seite der Mode- und Beautyfotografie.