Gehaltserhöhung: mehr Geld für Times-Fotografen

Zollners Zeilen- Kolumne
10.07.2018

Mehr Geld für Times-Fotografen: Manfred Zollner über Sparmaßnahmen im Fotosektor und Gehaltserhöhungen bei der Times.

 

In einer Zeit allgemeinsamer Sparmaßnahmen im Fotosektor plant die New York Times Spektakuläres. Aus dem Management der traditionsreichen US-Tageszeitung sickerten im April Meldungen an die Öffentlichkeit, dass die Tagessätze für Fotografen der Times schon in Kürze mehr als verdoppelt werden sollen. Wie die Medien-Plattform PetaPixel berichtet, wurden bislang Bildermachern von der Times 200 bis 250 Dollar pro Tag bezahlt. Nun sollen es 450 Dollar werden (für weniger aufwendige Job gibt es 300 Dollar).

Die Ankündigung kommt zu einem Zeitpunkt, an dem täglich neue Hiobs-Botschaften die Branche erschüttern. Umstrukturierungsmaßnahmen haben im Digitalen Zeitalter die Zeitungs- und Zeitschriftenlandschaft radikal verändert. Fast zeitgleich zur angekündigten Honorar-Erhöhung der Times vermeldete Rupert Murdochs News Corp. eine Kündigungswelle bei ihren Yellow Press-Erzeugnissen in Australien, der Heimat des Verlegers. Dort will man auf Dutzende fester Redaktionsfotografen verzichten und künftig mit freien Mitarbeitern kooperieren. Auch dies ist keine neue Entwicklung, nur die Verstärkung eines Trends, der längst auch Deutschland erreicht hat.

Umstrukturierungsmaßnahmen haben im Digitalen Zeitalter die Zeitungs- und Zeitschriftenlandschaft radikal verändert.

Die Geschäftsentwicklung bei der New York Times macht hingegen durchaus Hoffnung. Deren herausragender Journalismus brachte im vergangenen Jahr Einnahmen von fast 500 Millionen Dollar aus dem Digitalbereich. Bei der Times leistet man sich ein Journalistennetz in 150 Ländern und den größten Newsroom der Welt. Hier ist es das erklärte Ziel, den Journalismus künftig visuell stärker aufzubreiten. „Wir müssen uns an den Gedanken gewöhnen, dass Fotografen, Videographen und Grafiker die Hauptrolle beim Vermitteln einer Story spielen“, schrieben die Autoren des Zukunftsbrerichts der 2020 Group der New York Times im Januar 2017.

„Wir müssen uns an den Gedanken gewöhnen, dass Fotografen, Videographen und Grafiker die Hauptrolle beim Vermitteln einer Story spielen“

Die geplanten Honorar-Erhöhungen für Bildjouralisten und Portraitfotografen muss man in diesem Kontext als eine Art von Qualittätssicherung sehen. Gute Fotografen haben ihren Preis. Mit Dumping-Methoden verliert man deren Engagement und deren Unterstützung.

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Über den Autor
Manfred Zollner

Unser stellvertretender Chefredakteur Manfred Zollner gilt in der Fotoszene als "Anwalt des guten Bildes." Sein thematischer Schwerpunkt liegt in der professionellen Fotografie, seine Vorliebe gilt der Fotokunst. Die jährlich erscheinende fotoMAGAZIN EDITION mit herausragenden Fine Art-Portfolios ist sein Projekt. 1991 kam der Münchner als Director of Photography zum fotoMAGAZIN, von 2004 bis 2006 leitete er als Chefredakteur die Zeitschrift Photo Technik International.