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Kraftwerk Berlin
Das Kraftwerk in der Köpenicker Straße bildet auf drei Etagen das Zentrum der BERLIN PHOTO WEEK. Foto: © Leon Straschewski

Neuer "Funplace" im Kraftwerk Berlin

Ein Gespräch mit den Machern der Berliner Photo Week
16.09.2019

Vom 10. bis 13. Oktober findet im Kraftwerk Berlin die Berlin Photo Week statt. Fünf Fragen an Gen Sadakane und Benjamin Jäger, zwei der Gründer und Organisatoren des Events.

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Jäger und Sadakane Portrait

Haben die Berlin Photo Week ins Leben gerufen: Die Gründer Benjamin Jäger und Gen Sadakane.

© Sarah Köster

fotoMAGAZIN: An wen richtet sich die Berlin Photo Week?
 
Mit der BERLIN PHOTO WEEK wollen wir prinzipiell alle Menschen erreichen, die sich für das Medium Fotografie interessieren. Egal, ob sie selber Profi- oder Amateur-Fotografen sind, einfach nur Spaß am Fotografieren haben, Fotos für Social-Media nutzen, über diese kommunizieren oder sich für die neuesten Errungenschaften der Kamerahersteller interessieren. Aber wir wollen auch diejenigen ansprechen, die sich gerne Fotoausstellungen anschauen oder Fotografie sammeln. Wir möchten diese unterschiedlichen Welten der Fotografieliebhaber während der BERLIN PHOTO WEEK zusammenbringen und Fotografie gemeinsam erleben. Unsere Ausrichtung ist ganz klar international ausgerichtet, was wir mit unseren Teilnehmern, Künstlern und Speakern aus der ganzen Welt demonstrieren. Darüber hinaus spielt aber auch Diversität eine wichtige Rolle. Wir wollen nicht nur die Meister ihres Fachs zu Wort kommen lassen oder ausstellen, sondern auch junge und noch nicht etablierten Fotografen eine Plattform bieten.
 
fotoMAGAZIN: Wer steckt hinter diesem Event?
 
Wir, Benjamin Jäger, Gen Sadakane und Florian Meissner haben uns zusammengetan und wir verkörpern auch ganz gut die gerade angesprochenen, unterschiedlichen Welten. Benjamin Jäger ist ein international anerkannter und etablierter Kunstberater, der jahrelang im internationalen Foto-Kunstmarkt tätig war. Flo und Gen sind Mitgründer von EyeEm, einer Fotoplattform mit über 24,5 Millionen aktiven Fotografen, auf der man unter anderem Bilder lizensieren kann. EyeEm hat bereits vorher eigene Veranstaltungen organisiert aber mit der BERLIN PHOTO WEEK haben wir nun das nächste Level erreicht.
 
fotoMAGAZIN: Warum braucht Berlin eine Berlin Photo Week?
 
Fotoevents gibt es natürlich wie Sand am Meer. Berlin hat eine sehr lange und bedeutende Fototradition, die durch berühmte Ausstellungshäuser wie c/o Berlin, die Helmut Newton Foundation oder die Berlinische Galerie fortgeführt wird. In Verbindung mit der renommierten Galerieszene und den auf Fotografie spezialisierten Auktionshäusern, hat sich Berlin als einer der wichtigsten Schauplätze des internationalen Fotokunstmarktes etabliert. Bisher hat jedoch noch niemand die verschiedenen Facetten der Fotografie zusammengeführt. Mittlerweile trägt fast jeder in seinem Mobiltelefon eine Kamera mit sich und erfreut sich daran, Fotos zu machen und diese zu teilen. Fotografieren ist heute viel selbstverständlicher geworden und hat sich zu einer internationale Sprache entwickelt, über die man in Bruchteilen von Sekunden miteinander kommuniziert. Gerne möchten wir dieser neuen Welt auch die traditionelle Fotografie näher bringen und den Spaß vermitteln, sich Fotografien auch außerhalb des Internets anzuschauen. Bei der heutigen Bilderflut ist es wichtig, sich wieder Zeit zu nehmen, Bilder einzeln zu konsumieren und nicht nur in der Masse. Auf der anderen Seite möchten wir den Sammler und Museumsbesucher genauso dazu bewegen, selber mal wieder die Kamera in die Hand zu nehmen. Aus diesem Grunde haben wir im Kraftwerk Berlin einen riesigen Funplace kreiert, der zum fotografischen Austoben einlädt.
 
 
fotoMAGAZIN: Was werden die Highlights in diesem Jahr sein?
 
Das Kraftwerk in der Köpenicker Straße bildet auf drei Etagen das diesjährige Zentrum der BERLIN PHOTO WEEK. Auf der ersten Etage haben wir den bereits angesprochenen Funplace, wo wir Fotografie durch fotogene und instagramable Installationen erlebbar machen. Die Kamerahersteller sind von der Idee begeistert und die Besucher können sich kostenfrei aktuelle Kameras ausleihen und sich in diesem Funplace verwirklichen. In der zweiten Etage werden wir eine Ausstellung mit Fotografien von renommierten Fotografen wie David LaChapelle, Sven Marquardt, Thomas Hoepker oder Olaf Heine zeigen aber auch bislang kaum gezeigte Arbeiten von Thomas Kretschmann oder Evelyn Bencicova. Dazu kommen junge Talente von EyeEm mit einer Preisverleihung zu einem Fotowettbewerb, der sich mittlerweile mit über einer Millionen Einreichungen zum größten Fotowettbewerb der Welt entwickelt hat. Auf der dritten Etage wird es Konferenzen geben. tPIC hält eine Pro Imaging Konferenz ab und daneben wird es eine Konferenz mit eher künstlerischem Hintergrund geben. Hier spricht unter anderem Francesca Lavazza über ihre Firmensammlung und stellt den neuen, Lavazza-Kalender vor, den David LaChapelle fotografiert hat.

fotoMAGAZIN: Welches Potenzial sehen Sie für dieses Event?
 
Wir denken, dass es überfällig ist, eine solche Veranstaltung wie die BERLIN PHOTO WEEK abzuhalten. Aus Liebe zur Fotografie haben wir und entschlossen, etwas auf die Beine zu stellen. Die Möglichkeiten in Berlin sind für ein solches Projekt riesig und das kreative Potential der Stadt ist noch größer.
 
Interview: Manfred Zollner

Sie können bis zu drei Kameras vergleichen, um eine andere auszuwählen, entfernen Sie eine aus dem Vergleich.
Über den Autor
Manfred Zollner

Unser Chefredakteur Manfred Zollner hat bereits während seines Studiums der Kommunikationswissenschaft sein Taschengeld als Konzertfotograf verdient. Der langjährige stellvertretende Chefredakteur des Heftes leitet seit April 2019 die Redaktion. Darüber hinaus betreut er das einmal im Jahr erscheinende XXL-Heft fotoMAGAZIN EDITION mit herausragenden Fine Art-Portfolios.