Günter Beer

Der Veranstalter des internationalen FoodPhoto-Festivals im dänischen Vejle
30.04.2019

Mittlerweile gibt es für fast jedes fotografische Genre Festivals. Das erste und einzige Festival für Food-Fotografie oragnisiert der deutsche Bildermacher Günter Beer im dänischen Vejle. Wir sprachen mit ihm über das renommierte Foto-Event und aktuelle Trends in der Food-Fotografie.

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Food Photo Festival Henriksen

Das Motiv mit Weinflaschen und Baguette hat der dänische Werbefotograf Henriksen für eine jener Weihnachts-Grußkarten aufgenommen, die er jährlich an Kunden und Freunde verschickt.

© Poul Ib Henriksen

fotoMAGAZIN: Wie ist die Idee zu diesem Festival entstanden?
Günter Beer: Seit 1989 war ich Besucher beim Festival Visa pour l’Image in Perpignan. Ich genoss dort die Inspiration und den Erfahrungsaustausch. Je mehr ich jedoch im Food-Bereich arbeitete, desto weniger war dieses Reportage-Festival in Südfrankreich mein Platz. So suchte ich weltweit nach Vergleichbarem für die Food-Fotografie – und fand nichts. Also habe ich 2009 mit der Event-Mangerin Manon Straver ein eigenes Festival gegründet. Es findet in diesem Jahr zum fünften Mal statt, zum dritten Mal in Vejle, Dänemark.

fotoMAGAZIN: Warum haben Sie eine Location in Dänemark ausgewählt?
Beer: Nach den ersten beiden Festivals in Spanien – damals noch während der Hochzeit der spanischen Sterneküche  – lief Dänemark den Spaniern kulinarisch den Rang ab. Zeitgleich bekamen wir von der schönen Stadt Vejle das Angebot, mit unserem Festival umzuziehen. Das, und die Nähe zu Berlin, Hamburg, Amsterdam Brüssel und der Rheinschiene waren Grund genug, dass wir uns dafür entschieden haben.

„Das barocke Licht vor dunklem Hintergrund ist
jetzt wieder gefragt.“

fotoMAGAZIN: Was sind die aktuellen Trends in der Food-Fotografie, Herr Beer?
Beer: Das lässt sich nicht eindeutig beantworten. Seit ein paar Jahren ist auf jeden Fall wieder das barockere, dunkle Licht vor dunklem Hintergrund gefragt. Das cleane Styling weicht zudem öfter einer bunten Verspieltheit.

fotoMAGAZIN: Wer kann bei dem FoodPhoto-Festival mitmachen?
Beer: Sinnvoll ist unser Festival für professionelle Fotografen, Food-Stylisten und alle, die beruflich mit Food-Bildern umgehen. Das Niveau der Konferenzen und Workshops ist handwerklich und vom Erfahrungshintergrund der Teilnehmer auf hohem Niveau.

fotoMAGAZIN: Wer wählt die in Vejle vorgestellten Beiträge aus?
Beer: Ich. Auf dem Festival wählt dann eine internationale Jury aus den vorgestellten Arbeiten den Food-Fotografen und den Food- Reportage-Fotografen für Auszeichnungen aus. 

fotoMAGAZIN: Wie hat sich das Festival über die Jahre entwickelt?
Beer: Wir wachsen und gedeihen bei der Teilnehmerzahl und Bewerberzahl (dieses Jahr 35 Prozent Zuwachs) aber auch qualitativ. Die wichtigsten internationalen Food-Fotografen sind bei uns vertreten. Leider entwickelt sich das Sponsoring noch nicht im gewünschten Maße. Grund dafür mag unsere konsequente Ausrichtung auf Professionalität und Internationalität sein. Beim vergangenen Festival hatten wir mehr Besucher aus Südafrika als aus Dänemark selbst. Das ist zu international für lokale Sponsoren und noch zu klein, um an die internationalen Budgets zu kommen. Es gibt also noch viel zu tun.  

Biennale 2017

Diese Bilder wurden präsentiert in der Ausstellung "Food for your Eyes – internationale Food-Fotografie heute", die bis zum 31. März in der Kunsthalle Erfurt zu sehen war.

Das nächste FoodPhoto-Festival findet vom 4. bis 8. Juni 2019 in Vejle, Dänemark statt.

Sie können bis zu drei Kameras vergleichen, um eine andere auszuwählen, entfernen Sie eine aus dem Vergleich.
Über den Autor
Manfred Zollner

Unser Chefredakteur Manfred Zollner hat bereits während seines Studiums der Kommunikationswissenschaft sein Taschengeld als Konzertfotograf verdient. Der langjährige stellvertretende Chefredakteur des Heftes leitet seit April 2019 die Redaktion. Darüber hinaus betreut er das einmal im Jahr erscheinende XXL-Heft fotoMAGAZIN EDITION mit herausragenden Fine Art-Portfolios.