Gered Mankowitz

Der Mann, der Jimi Hendrix knipste
10.09.2013

Er portraitierte im London der Swinging Sixties die Musiklegenden. Gered Mankowitz über sein legendäres Jimi Hendrix-Portrait und den Spirit einer Ära.

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Jimi Hendrix

Das berühmte Mankowitz-Portrait von Jimi Hendrix aus dem Jahr 1967 wird derzeit in der Berliner Rocks-Ausstellung bei Camera Work gezeigt

© Gered Mankowitz/Courtesy Galerie Camera Work, Berlin

fotoMAGAZIN: Herr Mankowitz, die meisten von uns kennen die Londoner Swinging Sixties allenfalls  aus dem Filmklassiker Blow Up. Sie selbst haben 1963 als Musikfotograf angefangen. Wie war das Leben in der legendären Beat-Ära denn wirklich?               
Gered Mankowitz: Man hatte damals natürlich kein Bewusstsein dafür, dass diese Zeit einmal als legendär in Erinnerung bleiben würde. Aber es war auf jeden Fall spannend, und da lag eine unglaubliche Energie in der Luft. Als junger Mann war es aufregend zusammen mit anderen kreativen jungen Menschen im Kulturbereich zusammenzuarbeiten, der sich damals täglich zu verändern schien. Es war einfach spannend, ein Teil des Ganzen zu sein.

fotoMAGAZIN: 1967 nahmen Sie Ihr legendäres Portrait von Jimi Hendrix auf. Welchen Eindruck hatten Sie damals von dem Gitarren-Gott?
Mankowitz: Ich traf Jimi erstmals bei einem Privat-Gig im Bag Of Nails, kurz nachdem er 1966 nach London gekommen war. Chas Chandler, einer seiner Entdecker, machte den Vorschlag, eine Session zu fotografieren. Das Shooting ließ dann etwas auf sich warten. Ich habe ihn im Februar 1967 fotografiert. Jimi war sehr ruhig, demütig und bescheiden. Er war glücklich und optimistisch, zugleich aber auch etwas aufgeregt, weil er plötzlich im Fokus der Aufmerksamkeit stand. Wir hatten während der Aufnahmen viel Spaß; obwohl er, wie die meisten jungen Männer jener Jahre, auf den Bildern als bedeutsam, mürrisch und sexy rüber kommen wollte.

fotoMAGAZIN: Später haben Sie Ihre Hendrix-Portraits nachkoloriert.
Mankowitz: Ja, ich habe in den frühen 90er-Jahren mit digitaler Post-Production begonnen. Damals habe ich die ersten farbigen Nachbearbeitungen des Hendrix-Bildes gemacht. Es ging um einige CD-Cover, die ich auf Grundlage des Originalbildes machen sollte. Später habe ich noch viele andere Bilder in diesem Stil bearbeitet.

fotoMAGAZIN: Gibt es Musiker, die Sie in Ihrem gewaltigen Bildarchiv noch schmerzlich vermissen?
Mankowitz: Ich fürchte, da gibt es eine Menge: Elvis Presley, Bob Dylan, Bob Marley, Ry Cooder. Ich könnte endlos weitermachen ...
 

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© Gered Mankowitz

Der 1946 geborene Sohn des Drehbuchautors Wolf Mankowitz und einer Psychotherapeutin lebt in Cornwall

Das Interview erschien im fotoMAGAZIN 8/2013.

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Journalist Ralf Hanselle
Über den Autor
Ralf Hanselle

1972 in Detmold geboren, studierte Philosophie und Germanistik an der Universität Bonn. Nach Hospitanzen und Tätigkeiten bei diversen deutschen Tages- und Wochenzeitungen arbeitet er seit 2000 als freier Publizist. Zu den Schwerpunkten seiner Arbeit zählen Foto- und Kunstkritik sowie Reportagen aus den Bereichen Kultur und Geistesleben.