Holga und das Verdichten der Zeit

28.04.2010

Der Münchner Fotokünstler Kurt Paulus nutzte seine kultige Plastikkamera für Experimente mit Analogfilm. Dabei sind faszinierende Panoramen entstanden

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2008

Kurt Paulus machte bei seinem Projekt Serial Velocity Mehrfachbelichtungen mit Holga-Plastikkameras. Dabei transportierte für seine Kompositionen den Film in seiner Kamera, ließ mehrere Motive überlappen und fand Panoramen, die die Zeit verdichten.
 

Paulus summiert Zeitabläufe, komprimiert sie zu einem Moment und schafft so eine Essenz aus Zeit und Raum. Mit seinen Sequenzen berührt er die Frage nach dem Zeit-Raum-Kontinuum, die Frage nach Licht und Energie, die Relativität der Dimensionen. In seinen Arbeiten geht es um Augenblicke und deren Zufälligkeit, gebunden an Zeit und Bewegung. So entstehen mehr als bloße Protokolle der empirischen Realität und eröffnen dem Betrachter die Chance einer neuen Sicht.
 

Der Sohn eines Kunsthistorikers wurde 1980 mit dem Bayerischen Staatspreis für Fotografie ausgezeichnet. Von 1997 bis 1998 hatte er einen Lehrauftrag für experimentelle Fotografie an der Akademie für Bildende Künste in Nürnberg. Fotografie, sagt er, sei für ihn stets eine Suche nach Wahrheit. Jede Form drücke ihre eigene Wahrheit aus.

Sie können bis zu drei Kameras vergleichen, um eine andere auszuwählen, entfernen Sie eine aus dem Vergleich.
Über den Autor
Manfred Zollner

Unser Chefredakteur Manfred Zollner hat bereits während seines Studiums der Kommunikationswissenschaft sein Taschengeld als Konzertfotograf verdient. Der langjährige stellvertretende Chefredakteur des Heftes leitet seit April 2019 die Redaktion. Darüber hinaus betreut er das einmal im Jahr erscheinende XXL-Heft fotoMAGAZIN EDITION mit herausragenden Fine Art-Portfolios.