Drehpause in Havanna - Statisten eines Fatih-Akin-Films

Drehpause in Havanna - Statisten eines Fatih-Akin-Films
Drehpause in Havanna © Oliver Schmidt

fotoMAGAZIN Thema: Was macht ein gutes Bild aus?

Ihre Reaktionen zu unserem Januar-Thema
09.01.2015

Wann ein Foto gut ist, ist oft Sache des Betrachters. Sie haben uns ihre Gedanken aufgeschrieben.

Oliver Schmidt, Key Account Manager aus Lübeck

Oliver Schmidt, Key Account Manager aus Lübeck

Oliver Schmidt hat zur richtigen Zeit am richtigen Ort zum richtigen Moment abgedrückt

© Mario Bok

Es reicht nicht, einfach zur richtigen Zeit am richtigen Ort zu sein. Man muss sein Motiv auch erkennen und gegebenenfalls schnell reagieren.

Oliver Schmidt, DJ und Key Account Manager aus Lübeck, hat seine Gelegenheit wahr genommen - und damit einen wunderbaren Moment eingefangen: Bei seinem Urlaub auf Kuba kam er zufällig an einem Drehort von Fatih Akins Film "The Cut" vorbei und sah diese Szene mit Statisten in einer Drehpause.
"Für mich einer meiner schönsten, spontanen Schnappschüsse, weil sich niemand von mir hat irritieren lassen und das Bild dadurch nicht durch Grimassen oder blödes Grinsen versaut worden ist." erzählt er unter unserem Aufruf zur Frage "Was macht ein gutes Bild aus?"

Ein Motiv erkennen zu können gehört zum fotografischen Handwerk dazu. Und auch, dass man sein Werkzeug beherrscht. Doch Technik ist nicht alles. In seinem Blogartikel zu unserem Thema schreibt der Münchner Fotograf Johannes Mairhofer: "Mir ist die Emotion in einem Foto wichtiger, als dass es technisch perfekt ist. Es kommt etwas drauf an was man fotografiert und für welche Kunden oder Projekte. Aber vor allem bei Reportagen macht oft das technisch Unperfekte ein Foto besonders spannend."

Märchenautorin Ruth Frobeen - Edelfrosch

Märchenautorin Ruth Frobeen - Edelfrosch

"Ich sehe mich als Kind vor einer Tür, die ein Geheimnis birgt – vielleicht sogar ein Versprechen." Ruth Frobeen erzählt mit ihren Fotos Geschichten.

© Ruth Frobeen/Hermann Otto Ehlers

Für die Hamburger Märchenautorin Ruth Frobeen steht das Technische völlig im Hintergrund. Sie fotografiert erst seit einem Jahr und stellt ihre Fotos auf ihrem Blog Alltagspoesie aus. Sie erzählt, dass ihr Wissen um die Technik der Vorstellung ihrer Bilder im Kopf folgt. Sie ersinnt erst die Geschichte und überlegt dann, wie sie diese in einem Foto umsetzen kann. In ihrem Beitrag zu unserem Thema schreibt sie: "Ein gutes Foto rührt irgendetwas in mir und erzeugt Sehnsucht."

Der Graben zwischen Einbildungstreue und Abbildungstreue

​Doch das Gefühlte so darzustellen, wie man es bei der Entstehung eines Fotos wahrgenommen hat, ist nicht einfach. Fotograf und Fotocoach Michael Quack aus Düsseldorf kommentiert: "Ein Bild ist dann gut, wenn es den Graben zwischen Einbildungstreue und Abbildungstreue zu einem schmalen Spalt macht oder ihn ganz verschwinden lässt." Auf Nachfrage erläutert er: "Fotografiert man in einer besonderen Situation, hat man Gerüche, Geräusche, Erlebnisse. Diese Eindrücke spielen in die Erinnerung an die Situation mit hinein, die man selbst als Fotograf beim Betrachten der Bilder wieder abrufen kann.
Jemand, der nicht dabei war, hat diese Erinnerung nicht."

Hinnerk Weiler - Irgendwo in Panama

Hinnerk Weiler - Irgendwo in Panama

Auch Hinnerk Weilers Bild "Escaping the Storm" schaffte es in die Top-Fotos bei 500px - und fügte sich damit in den Trend der künstlerisch nachbearbeiteten Fotos ein.

Hinnerk Weiler

​Auch Sehgewohnheiten spielen in die Empfindung, was ein gutes Foto ausmacht, mit hinein. Weltumsegler und Journalist Hinnerk Weiler kam diese Erkenntnis bei einem seiner Winter-Landgänge in der Schweiz. "Gibt es da keine neuen Fotos?" fragte seine Freundin ihn, während er die Top-Fotoauswahl des Bilderdienstes 500px durchstöberte, dessen Mitglieder sehr viel Wert auf technisch perfekte und künstlerisch bearbeitete Bilder legen. Und deshalb eine homogene Zusammenstellung solcher Bilder auf die Populär-Seite voten. In seinem Artikel schreibt er: "Gut wird, was konform zum bereits Guten ist."

Wenn so viele unterschiedliche Sichtweisen also ein gutes Fotos ausmachen, gibt es dann gar keine schlechten Fotos?

Findet jedes Foto - und sei es als Erinnerung - auch einen dankbaren oder einfach nur interessierten Betrachter, der aus seinen ganz persönlichen Gründen ein Foto als "gut" empfinden kann?

Fragen wir also nochmal anders:

Was macht in Ihrem Empfinden ein schlechtes Foto aus?

Kann es auf die Beantwortung dieser Frage mehr Einigkeit geben, als auf die Frage, was ein "gutes" Bild ausmacht? Erzählen Sie es uns.

Gibt es bekannte Fotos von Fotografen der Zeitgeschichte, bei denen Sie nicht verstehen können, warum sie so große Berühmheit erlangt haben?

Haben Sie selbst Fotos, vielleicht aus den Anfängen Ihrer Fotografie, die Sie einmal für gut befunden haben. Und bei denen Sie das heute selbst nicht mehr verstehen?
Haben sie alte Fotos, die Sie heute ganz anders machen würden? Und bedeuten Ihnen diese Fotos noch das Gleiche, wie zu Beginn?

Zeigen Sie sie uns - und erzählen Sie uns Ihre Geschichte dazu: Auf Twitter mit dem Hashtag #foMAthema, auf unserer Facebook-Seite, in Ihrem Blog oder einfach hier unter diesem Artikel in den Kommentaren.

Wir sind gespannt und freuen uns auf Ihre Beiträge!

Weitere Meinungen zur Frage "Was macht ein gutes Bild aus?" finden Sie unter unserem ersten Aufruf.

Sie können bis zu drei Kameras vergleichen, um eine andere auszuwählen, entfernen Sie eine aus dem Vergleich.
Über den Autor
Sandra Schink

Sandra Schink arbeitete seit den frühen 1990ern als Fotoreporterin für BILD, EXPRESS und die Westdeutsche Zeitung. Seit 1996 ist sie online und nie wieder offline gegangen. Sie nutzt das Internet als Netzwerk-, Recherche- und Blogplattform und hat Foren und Communities betreut, darunter bei stern die VIEW Fotocommunity. Seit 2014 arbeitet sie für das fotoMAGAZIN. Für das SMART SHOT Magazin macht sie Konzept und Redaktion. Im Team Socialgrafr gibt sie Workshops zur Smartphone-Fotografie.